Klaus Osterwald
deutscher bildender Künstler
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Klaus Osterwald (* 22. Oktober 1946 in Oldenburg) ist ein deutscher bildender Künstler.
Leben
Osterwald studierte 1970 bis 1975 an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen.[1] Von 1982 bis 1983 lebte er, ausgestattet mit dem Wilhelm-Lehmbruck-Stipendium,[2] in Duisburg. Im Rahmen zweier Arbeitsstipendien des European Ceramic Work Centre[3][4] in ’s-Hertogenbosch, Niederlande, befasste er sich 2002 und 2005 ausführlich mit dem Werkstoff Keramik und der Herstellung keramischer Skulpturen.
Werk
Osterwalds künstlerisches Werk zeichnet sich durch eine Vielfalt an Techniken, Gattungen und Materialien aus.[5]
Als Maler und Bildhauer arbeitet er mit unterschiedlichen, industriell produzierten Materialien wie Plexiglas, Kunststoffen und Stahl. So entstehen von den 1980er Jahren an Malereien und Skulpturen mit Wellpolyester, unter anderem pseudo-funktionale an Vordächer erinnernde, Objekte unter dem Titel „Shelter“.[6]
Von den frühen 2000er-Jahren an fertigt Osterwald großformatige Bilder mit schwarzer Acrylfarbe auf farbigem Plexiglas, wobei die Scheiben in gewissem Abstand von der Wand aufgehängt werden, sodass der Gegensatz von Flächigkeit und Räumlichkeit sowie gemalter Form und Schattenwurf thematisch werden.[6]
Einen wichtigen Schwerpunkt in Osterwalds Werk bildet die Klangkunst. Es entstanden zahlreiche Klanginstallationen und -kompositionen, die er zum Teil mit seinen bildhauerischen Objekten verbindet. Viel beachtet ist sein fortlaufendes Projekt „Donatus subaqua“,[7] für das Osterwald spezielle Hydrophone entwickelte, mit denen er die Klänge und Geräusche der Unterwasserwelt aufnahm, zuerst in heimischen Binnengewässern wie dem Donatussee im Stadtgebiet von Brühl und später auch, unter dem Projekt-Titel „sonar system“, im Bodensee, in England und in Kolumbien.[8]
In seinem keramischen Werk entwickelte Osterwald die Kombination aus Skulptur und Klangkunst. So schuf er sogenannte „Schalltrichter“ aus Keramik, die seinen Tonaufnahmen als Verstärker dienen.[9] Zudem entdeckte er die Möglichkeiten, akustische Ereignisse in dreidimensionale Objekte zu transformieren, zum Beispiel in den Werkgruppen „Verdächtige Geräusche“[10] und „Versteinerte Geräusche“[11]. Dabei gelang es ihm, die akustischen Tonkurven seiner Aufnahmen dreidimensional in rotationssymmetrischen keramischen Objekten abzubilden.
Seine künstlerische Arbeiten sind durch Experimentierlust und Forschergeist geprägt, zeigen sich aber stets auch offen für Humor und Ironie: „Klaus Osterwald sucht in seinen konzeptionell angelegten Werkzyklen meist zwei sich anscheinend widersprechende Aspekte unserer Welt gegenüber zu stellen, sie – in künstlerisch-wissenschaftlichem Ernst und (teilweise) mit leicht ironisierender Phantasie – miteinander zu verbinden und auf diese Weise sinnliche Momente in einem umfassenderen und ganzheitlichen Kunsterlebnis zu vereinen.“[12]
Osterwalds Arbeiten sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten und wurden in internationalen Ausstellungen gezeigt.
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
- 1989: Klaus Osterwald, Städtische Galerie im Museum Folkwang, Essen
- 1997: Total Museum of Contemporary Art, Seoul, Südkorea[13]
- 2007: Klaus Osterwald. Rheinisches Landesmuseum, Bonn[14]
- 2008: Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen[15]
- 2010: Klaus Osterwald 'Sonar Systems' . Museum Haus Kasuya, Yokosuka, Japan[16]
- 2012: Klaus Osterwald. o-ton Keramikmuseum Westerwald, Höhr-Grenzhausen[17]
- 2022: „Schritte“, Audioinstallation und Live-Performance im Rahmen des LTK4 – Centre Court Festivals, Köln[18]
Gruppenausstellungen
- 1983/84: Charles Hewlings, Michael Kortländer, Jan Mladovsky, Klaus Osterwald. Die Wilhelm-Lehmbruck-Stipendiaten 1982–1983. Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg
- 1985: Westdeutscher Künstlerbund, Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen
- 1988 „Köln Kunst“, Kunsthalle Köln
- 1995: „Köln Kunst“, Kunsthalle Köln
- 2002: „Brückenmusik 08“, Kölner Gesellschaft für Neue Musik[19]
- 2003: „ZwischenRäume“, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl
- 2004: „90 Jahre“, Vorgebirkspark Skulptur, Köln[20]
- 2006: International Architectural Ceramic Exhibition, Clayarch Gimhae Museum, Gimhae, Südkorea
- 2015: „Zona de Convergencia“, Museo de Arte Contemporaneo de Bogotá[21], Kolumbien und Universidad Nacional de Colombia, Facultad de Artes
- 2023: Panorama #3, Jaisalmer Fort Palace Museum, Rajasthan/IN (Audioscreening)
Publikationen
- Klaus Osterwald Duos 1981–83, Stadtmuseum Oldenburg 1984 (Broschüre)
- Klaus Osterwald. Zeichnungen, Galerie Hintemann, Bonn 1988 (Katalog)
- Rückblende, Städtische Galerie und grafisches Kabinett Museum Folkwang, Essen 1991 (Katalog)
- Klaus Osterwald, Städtische Galerie im Museum Folkwang, Essen 1998 (Katalog)
- Klaus Osterwald. 90 Jahre, Vorgebirgspark Skulptur, Köln 2004 (Broschüre)
- Klaus Osterwald, Rheinisches Landesmuseum, Bonn 2007, ISBN 978-3-00-020791-4 (Katalog)
- Klaus Osterwald. o-ton, Keramikmuseum Westerwald 2012, ISBN 978-3-00-037457-9 (Katalog)
- Tube Dust Drone Brückenmusik Köln 1995–2015, Therapeutische Hörgruppe Köln 2016 (Katalog)
- Klaus Osterwald. Geister, Köln 2016, ISBN 978-3-00-063696-7 (Buch)
- Ausstellen. 13 Jahre neues kunstforum e.V., Köln 2017, ISBN 978-3-00-056031-6 (Buch)
- Klaus Osterwald. Gespenster, Köln 2019, ISBN 978-3-00-063697-4 (Buch)