Kleinlüder

Ortsteil von Großenlüder From Wikipedia, the free encyclopedia

Kleinlüder ist ein Ortsteil der Gemeinde Großenlüder im osthessischen Landkreis Fulda.

Schnelle Fakten Gemeinde Großenlüder ...
Kleinlüder
Gemeinde Großenlüder
Koordinaten: 50° 33′ N,  31′ O
Höhe: 264 m ü. NHN
Fläche: 11,21 km²[1]
Einwohner: 1035 (30. Juni 2024) HW[2]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36137
Vorwahlen: 06648, 06650
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Geographie

Kleinlüder liegt im Westen des Landkreises Fulda im malerischen Talkessel der Lüder, eines Nebengewässers der Fulda, an den östlichen Ausläufern des Vogelsberges. Südwestlich grenzt es an Hainzell einem Ortsteil der Gemeinde Hosenfeld. Die Kreisstadt Fulda liegt zehn Kilometer nordöstlich deren Stadtteil Oberrode an die Gemarkung Kleinlüder angrenzt.

Kleinlüder liegt etwa 6 km südlich an der Einmündung der Kalten Lüder in die Lüder. Am westlichen Ortrand treffen sich die Landesstraßen L 3139 und L 3141.

Geschichte

Lage von Clein Lijder und S. Cruz. (Kleinheiligkreuz) auf der Karte des Hochstifts Fulda von 1574

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftlich Erwähnung von Kleinlüder erfolgte im Jahre 953.[1] In einer Schenkungsurkunde der gemeinschaftlichen Besitzer Helmot, Gazbot und Waltbrat wird es gemeinsam mit Großenlüder genannt. „Clein-Lüder“ wird urkundlich auf einer Landkarte aus 1574 erwähnt. Das älteste Bauwerk in Kleinlüder ist der Wehrturm der Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert.

Im Jahre 1962 erfolgte die Umgemeindung der Wohnplätze Kleinheiligkreuz, Hessenmühle und Schlagberg aus der Gemeinde Giesel in die Gemeinde Kleinlüder.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Kleinlüder am 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Großenlüder eingemeindet.[3][4] Für Kleinlüder, wie für alle im Zuge der Gebietsreform nach Großenlüder eingegliederten Gemeinden, wurden Ortsbezirke gebildet.[5]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Kleinlüder angehört(e):[1][6]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Kleinlüder 1014 Einwohner. Darunter waren 9 (0,9 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 174 Einwohner unter 18 Jahren, 420 zwischen 18 und 49, 249 zwischen 50 und 64 und 171 Einwohner waren älter.[8] Die Einwohner lebten in 420 Haushalten. Davon waren 111 Singlehaushalte, 120 Paare ohne Kinder und 150 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 87 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 294 Haushaltungen lebten keine Senioren.[8]

Einwohnerentwicklung

 1812:72 Feuerstellen, 482 Seelen[1]
Kleinlüder: Einwohnerzahlen von 1812 bis 2024
Jahr  Einwohner
1812
 
482
1834
 
604
1840
 
597
1846
 
623
1852
 
619
1858
 
652
1864
 
668
1871
 
633
1875
 
610
1885
 
592
1895
 
578
1905
 
615
1910
 
636
1925
 
628
1939
 
674
1946
 
939
1950
 
905
1956
 
847
1961
 
848
1967
 
894
1970
 
881
1982
 
914
1990
 
1.009
1995
 
998
2000
 
1.034
2005
 
1.031
2010
 
1.025
2011
 
1.014
2015
 
1.019
2020
 
1.038
2024
 
1.035
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Gemeinde Großenlüder[2]; Zensus 2011[8]

Historische Religionszugehörigkeit

 1885:keine evangelischen, 592 katholische (= 100,00 %) Einwohner[1]
 1961:22 evangelische (= 2,59 %), 819 katholische (= 96,58 %) Einwohner[1]

Religion

Die katholische Pfarrgemeinde ist dem Dekanat „Flieden / Großenlüder“ im Bistum Fulda zugeordnet.

Siehe auch

Religionsgeschichte

Bereits 1656 wird eine Kapelle zu Ehren Johannes des Täufers, die an den Wehrturm in unbekannter Größe angebaut wurde, erwähnt. Das Innere des Wehrturms (des heutigen Kirchturms) wurde als Altarraum genutzt.

1840 wurde Kleinlüder von der Pfarrei Großenlüder abgetrennt und der Pfarrei Blankenau zugeordnet. Die neue Pfarrkirche wurde an Stelle des alten Gotteshauses nach zweijähriger Bauzeit von Bischof Joseph Damian Schmitt am Mittwoch, 8. Mai 1912 geweiht.

Zu Kleinlüder gehört seit 1962 die 1348 erstmals urkundlich erwähnte Wallfahrtskirche Kleinheiligkreuz.

Politik

Für Kleinlüder besteht ein Ortsbezirk (Gebiet der ehemaligen Gemeinde Kleinlüder) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[5] Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 63,68 %. Alle Kandidaten gehören der Gemeinsamen Liste Kleinlüder an.[9] Der Ortsbeirat wählte Thilo Mathes zum Ortsvorsteher.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Freizeit

Vereine

Das Dorfleben wird stark durch die Vereinslandschaft im Ort geprägt. Folgende Vereine gibt es in Kleinlüder:[12]

  • Freiwillige Feuerwehr Kleinlüder
  • KAB Kleinlüder
  • Kleinlüderer Karnevalverein (KCV)
  • Musikkapelle Kleinlüder e. V.
  • Natur- und Heimatfreunde Kleinlüder
  • SG Alemannia 1921 Kleinlüder e. V.
  • Theatergruppe Kleinlüder e. V.

Natur und Landschaft

Das Naturdenkmal auf der Zunnert

Oberhalb von Kleinlüder an der Landesstraße L 3139 im Bereich der Flurlage Auf der Zunnert befindet sich ein Naturdenkmal: zwei Linden mit einem Hochkreuz von 1766.

Wirtschaft und Infrastruktur

Öffentliche Einrichtungen

  • Bürgerhaus
  • Jugendtreff beim Bürgerhaus
  • Kindertagesstätte Zwergenland
  • Grundschule Finkenbergschule
  • Gruppenkläranlage der Gemeinde Hosenfeld für alle Ortsteile und den Ortsteil Kleinlüder der Gemeinde Großenlüder
  • Feuerwehrhaus
  • Grill- und Freizeitanlage am Hopfenrain (unterhalten durch die Natur- und Heimatfreunde Kleinlüder)
  • Sportanlage Am Reet mit Fußball Rasenplatz sowie zwei Tennis Sandplätzen, Austragungsort der Heimspiele der SG Alemannia 1921 Kleinlüder e. V.
  • Friedhof

Anmerkungen und Einzelnachweise

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