Kleinseebach
Gemeindeteil der Gemeinde Möhrendorf, Bayern
From Wikipedia, the free encyclopedia
Kleinseebach (fränkisch: Seewa[3]) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Möhrendorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern).[4] Die Gemarkung Kleinseebach hat eine Fläche von 5,165 km². Sie ist in 1247 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4142,14 m² haben.[1][5]
Kleinseebach Gemeinde Möhrendorf | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 39′ N, 11° 0′ O |
| Höhe: | 269 m ü. NHN |
| Fläche: | 5,17 km²[1] |
| Einwohner: | 1134 (25. Mai 1987)[2] |
| Bevölkerungsdichte: | 219 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1971 |
| Postleitzahl: | 91096 |
| Vorwahl: | 09133 |


Lage
Das Dorf bildet mit dem südlich gelegenen Möhrendorf eine geschlossene Siedlung. Es wird unmittelbar östlich vom Main-Donau-Kanal tangiert. Die Kreisstraße ERH 32 verläuft zur Kreisstraße ERH 5 (1 km nördlich) bzw. nach Möhrendorf (1,3 km südlich). Im Westen liegt das Waldgebiet Baiersdorfer Mark.[6]
Geschichte
Der Ort wurde 1007 als „Seuuaha“ in der Stiftungsurkunde des Bistums Bamberg erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Gewässernamen ab.[7] Der Ort gehörte ursprünglich zum Königsgut Forchheim und wurde durch Kaiser Heinrich II. dem Bistum geschenkt. 1040 fiel es an das Reich wieder heim, 1072 wurde es dem Bistum endgültig zurückgegeben. Das Bamberger Lehen umfasste 1778 insgesamt 17 Anwesen. Brandenburg-Bayreuth unterstanden zu dieser Zeit 18 Anwesen. Außerdem gab es 2 nürnbergische Anwesen, das eine war in den Händen der Pömer, das andere in denen der Pfinzing. Der Ort lag im Fraischbezirk des brandenburg-bayreuthischen Oberamtes Baiersdorf.[8]
Von 1797 bis 1810 gehörte Kleinseebach zum Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kleinseebach 1811 dem Steuerdistrikt Möhrendorf zugeordnet. 1818 entstand die Ruralgemeinde Kleinseebach, zu der die Kleinseebacher Mühle gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (1919 in Finanzamt Erlangen umbenannt). In der Freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 5 Anwesen dem Patrimonialgericht Oberndorf.[9] Am 12. Juli 1827 wurde die Gemeinde dem Landgericht Erlangen überwiesen.[10] Ab 1862 gehörte Kleinseebach zum Bezirksamt Erlangen (1939 in Landkreis Erlangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,119 km².[11]
Am 1. Juli 1971 wurde Kleinseebach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Möhrendorf eingegliedert.[12][13]
Baudenkmäler
In Kleinseebach gibt es 14 Baudenkmäler:[14]
- Am Anger 7: Wohnhaus
- Baiersdorfer Straße 1: Bauernhaus
- Baiersdorfer Straße 2: Kleinbauernhaus
- Baiersdorfer Straße 5: Wohnstallhaus mit Fachwerkstadel
- Dorfstraße 1: Gasthaus
- Dorfstraße 4: Wohnhaus mit Einfriedung
- Dorfstraße 5: Wohngebäude und Scheune eines Bauernhofes
- Dorfstraße 6: Gasthaus
- Kleinseebacher Straße 57: Bauernhaus mit Scheune
- Kleinseebacher Straße 60: Wohnhaus
- Kleinseebacher Straße 61: Wohnstallhaus mit Einfriedung
- Röttenbacher Straße 2: Kleinbauernhaus
- Mühlentheaterstraße 2: Kleinseebacher Mühle
- Kelleranlagen
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 329 | 467 | 516 | 493 | 513 | 499 | 484 | 470 | 450 | 425 | 359 | 379 | 401 | 440 | 410 | 374 | 391 | 380 | 364 | 516 | 542 | 480 | 448 | 626 | 1134 |
| Häuser[15] | 53 | 61 | 71 | 73 | 76 | 77 | 79 | 83 | 89 | 318 | |||||||||||||||
| Quelle | [16] | [17] | [18] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [24] | [25] | [18] | [26] | [18] | [27] | [18] | [28] | [18] | [18] | [18] | [29] | [18] | [11] | [30] | [2] |
Religion
Kleinseebach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Oswald und Martin (Möhrendorf) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Herz Jesu (Erlangen) gepfarrt.[11]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Kleinseebach. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 161 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Sennach, Sennaha. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 287 (Digitalisat).
- Dorothea Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Mittelfranken. Band 7). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2015, ISBN 978-3-7696-6869-8, S. 268–273 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- August Gebeßler: Stadt und Landkreis Erlangen (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 14). Deutscher Kunstverlag, München 1962, DNB 451450949, S. 133.
- Hanns Hubert Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 1). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1951, DNB 452071143, S. 149 (Digitalisat).
- Franz Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt. Verlag für Behörden u. Wirtschaft, Hof (Saale) 1979, ISBN 3-921603-00-5, S. 158.
Weblinks
- Kleinseebach in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 9. September 2021.
- Kleinseebach in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 31. Oktober 2019.
- Kleinseebach im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 31. Oktober 2019.