Klosterarbeit

Begriff für kunsthandwerkliche Arbeiten christlichen Inhalts, die oftmals in Frauenklöstern hergestellt wurden. From Wikipedia, the free encyclopedia

Klosterarbeit ist ein Sammelbegriff für kunstvoll gestaltete Objekte der religiösen Volkskunst. Allgemeiner wird damit auch die Handwerkstechnik der so hergestellten Kunstwerke (bspw. Reliquiare, Devotionalien) bezeichnet.[1] In alten Schriften werden Klosterarbeiten auch als Schöne Arbeiten bezeichnet.[2]

Klosterarbeit „Hl. Antonius von Padua“, kolorierte Lithographie, umrahmt von Reliquien; hergestellt im Kloster Gutenzell, um 1830
Klosterarbeit „Hl. Anna“, wohl aus einem süddeutschen Frauenkloster, 18. Jahrhundert

Geschichte

Ihren Ursprung haben Klosterarbeiten im 15. Jahrhundert.[3] Ab dem 16. Jahrhundert wurden in süddeutschen, österreichischen und Schweizer Klöstern (vor allem Frauenklöster) Reliquiare besonders kunstvoll ausgestaltet. Es bildete sich ein eigener Stil, der im 17. und 18. Jahrhundert seinen Höhepunkt fand.[1][2] Im 20. Jahrhundert sank die Nachfrage nach Klosterarbeiten infolge der fortschreitenden Säkularisierung deutlich und die Produktion wurde nahezu vollständig aufgegeben.

In den 1980er-Jahren wurde in Österreich der Verein Werkgruppe Klosterarbeiten gegründet mit dem Ziel, die traditionellen Techniken zu erhalten. Seit 1989 ist die von der Werkgruppe in Kooperation mit dem Landesverband Oberösterreich des Volksbildungswerks verantwortete Wiederbelebung und Weitergabe des Klosterarbeiten-Handwerks ein Good-Practice-Beispiel der Österreichischen UNESCO-Kommission im Bereich Immaterielles Kulturerbe in Österreich.[3]

Form

Klosterarbeiten sind eine reine Handarbeit. Sie zeichnen sich besonders durch reiche und filigrane Verzierungen aus und erfordern daher in der Herstellung neben einem hohen Zeitaufwand auch eine große Fingerfertigkeit. Ein weiteres Merkmal von Klosterarbeiten ist die Vielzahl der verwendeten Materialien und Handwerkstechniken. Häufig vorkommende Materialien sind Seide, Gold- und Silberdrähte (Lahn), Perlen, Wachs, Schmucksteine, Elfenbein und getrocknete Naturmaterialien.[1][2][4]

Häufige Techniken sind:[1][4]

Die meisten als Klosterarbeit gefertigten Objekte sind Andachtsgegenstände wie[2][4]

Commons: Klosterarbeiten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Hans Frei, Susanne Nödinger: Barocke Klosterarbeiten. Ausstellungskatalog. Museumsdirektion des Bezirks Schwaben, Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld, Gessertshausen 2001, DNB 961942363.
  • Helga Sander, Klaus Lipa: Klosterarbeiten. Tradition, Vorbilder, Anleitungen, mit Vorlagen. Knaur, München 2006, ISBN 978-3-426-64408-9.
  • Inge Schmidt: Klosterarbeiten. Alte Volkskunst neu entdeckt. Seuberg, Nürnberg 1998, ISBN 978-3-87191-248-1.

Einzelnachweise

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