Kmiecin

Siedlung in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Kmiecin (deutsch Fürstenau) ist ein Dorf in der Landgemeinde Nowy Dwór Gdański (Tiegenhof) im Powiat Nowy Dwór der Woiwodschaft Pommern im Norden Polens.

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Geographische Lage

Das Dorf liegt im Żuławy Malborskie (Großes Marienburger Werder), an der Żuławska (Fürstenauer Lake) etwa 17 Kilometer westnordwestlich von Elbląg (Elbing) und 3,5 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Nowy Dwór Gdański (Tiegenhof).

Geschichte

Dorfeingang (2024)

Wie auch einige Nachbardörfer im Großen Werder befand sich Fürstenau während der Ordenszeit im Besitz der Stadt Elbing. Das Dorf muss schon vor 1332 bestanden haben, weil es in der Verschreibung für Mausdorf erwähnt wird.[1][2] Nachdem 1376 einer der vom Orden im Werder angelegten Dämme brach und die städtischen Dörfer großen Schaden erlitten hatten, wurden sie auf Betreiben des Rats der Stadt Elbing vom Hochmeister Winrich von Kniprode in den Dammverband des Großen Werders aufgenommen.[3]

Um 1818 gab es in dem Dorf eine lutherische Kirche, drei Wasserabmahl-Windmühlen (Wasserschöpfwerke), eine Grützmühle, eine Hakenbude (Krämer- oder Verkaufsbude), drei Schänken und neun Handwerksbetriebe.[4] Mehrere Windmühlen waren auch noch um 1832 vorhanden.[5]

Um 1910 hatte Fürstenau eine Haltestelle an der Kleinbahn-Strecke Tiegenhof – Lindenau, eine evangelische Pfarrkirche, eine Spar- und Darlehenskasse, eine Käsefabrik und eine Mühle.[6] Die Käserei war 1913 an Leonhard Krieg verpachtet. Es gab außerdem einen Gasthof, eine Bäckerei und eine Schmiede; als Gutsbesitzer werden genannt: Bergen, Jacobsohn, Pauls, Vollerthun.[7] Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1166,6 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Fürstenau 92 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 308 Pferde, 654 Stück Rindvieh, zwei Schafe, 742 Stück Borstenvieh und 111 Ziegen hielten. Die Imker des Dorfs betrieben 42 Bienenstöcke.[8]

Fürstenau gehörte bis 1920 zum Landkreis Elbing im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen, und damit zum Deutschen Reich. Nach dem Ersten Weltkrieg musste das Dorf aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags am 10. Januar 1920 an die Alliierten und Assoziierten Hauptmächte zur Bildung der Freien Stadt Danzig abgetreten werden,[9] in der es von 1920 bis 1939 zum Landkreis Großes Werder gehörte. Nach der Besetzung des Danziger Freistaates durch Deutschland 1939 war Fürstenau von 1939 bis 1945 dem Landkreis Großes Werder im Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Bald nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde der Ort Teil Polens und in Kmiecin umbenannt.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung
JahrEinwohnerAnmerkungen
1783Elbingsches Stadt-Dorf, mit 67 Feuerstellen (Haushaltungen), zur Stadt Elbing gehörig[10]
1818524königliches Bauernorf, mit 73 Feuerstellen (Haushaltungen) und einer lutherischen Kirche, zum Amt Elbing gehörig, davon 458 Lutheraner, acht Katholiken und 58 Mennoniten[4][11]
1852653Landgemeinde[12]
1864637am 3. Dezember, Landgemeinde, mit einer Flächengröße von 4567,65 Morgen und 60 Wohngebäuden[13]
1867647am 3. Dezember, Landgemeinde[14]
1871604am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 525 Evangelische, 28 Katholiken und 51 sonstige Christen, in 66 Wohngebäuden[14]
1885659am 1. Dezember, Landgemeinde mit einer Flächengröße von 1166 Hektar und 71 Wohngebäuden; davon 549 Evangelische, 53 Katholiken und 57 sonstige Christen[15]
1905598am 2. Dezember, Landgemeinde mit einer Flächengröße von 1166,6 Hektar und 76 bewohnten Wohngebäuden; davon 471 Evangelische (mit deutscher Muttersprache), 42 Katholiken (38 mit deutscher und vier mit polnischer Muttersprache) sowie 85 andere Christen (mit deutscher Muttersprache)[16]
1910559am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 459 Evangelische, 33 Katholiken und 67 sonstige Christen, sämtlich mit deutscher Muttersprache[17][6]
1929653[18]
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Kirche

Dorfkirche

Dorfkirche (Aufnahme 2016)
Mit Schindeln gedeckter hölzerner Glockenturm (Aufnahme 2011)

Die Dorfkirche stammt aus dem 14. Jahrhundert, also aus der katholischen Zeit. In einer vom Bischof von Pomesanien ausgestellten Urkunde von 1344 wird als Pfarrer in Fürstenau Johannes von Imden genannt.[19] Die Kirche wurde nach der Reformation evangelisch; schon 1564 amtierte hier ein namentlich unbekannter evangelischer Prediger.[20] Der Massivbau mit einem hölzernen Glockenturm hatte im 19. Jahrhundert drei Glocken und eine Orgel mit 14 Stimmen. Vor der Kirche befand sich ein Weihwasserstein. Die Kirche stand früher unter dem Patronat des Elbinger Stadtrats und seit 1826 unter dem des preußischen Königs.[2]

Das Gebäude der evangelischen Dorfkirche wurde nach 1945 zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet.

Kirchspiel bis 1945

Die vor 1945 anwesenden Dorfbewohner waren mit wenigen Ausnahmen evangelischer Konfession. Zum evangelischen Kirchspiel Fürstenau gehörten die Ortschaften Fürstenau und Rosenort sowie Teile der Dörfer Krebsfelde, Laakendorf und Neustädterwald.[21] Der Bestand an Kirchenbuch-Eintragungen zu Geburten, Taufen und Sterbefällen reichte bis 1680 zurück.[22]

Persönlichkeiten

Fußnoten

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