Knaack-Klub

ehemaliger Musikclub mit Kino in Prenzlauer Berg, Berlin, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Knaack-Klub war ein Klub im Berliner Bezirk Pankow. Er befand sich von 1952 bis 2010 in der Greifswalder Straße 224 im Winsviertel des Ortsteils Prenzlauer Berg. Der Club ist prominentes Beispiel für das Phänomen ‚Clubsterben‘ in Deutschland. Seit Mitte der 2010er Jahre ist eine Wiedereröffnung an der Eberswalder Straße im Gespräch.

Die Greifswalder Straße in Berlin-Prenzlauer Berg. Im Haus 224 bestand 1990–1993 ein Kino im Knaack-Klub.

Geschichte

Gründung

Der Knaack ging auf das Ernst-Knaack-Jugendheim zurück, das 1952 an heutiger Stelle entstand, nachdem die vorher hier seit 1946 ansässige Schneiderei im Juli 1951 die Räume aufgab. Der erste Mietvertrag wurde am 20. Februar 1952 unterschrieben. Benannt wurde es nach dem Widerstandskämpfer Ernst Knaack, nach dem auch die in der Nähe liegende Knaackstraße benannt wurde. Zunächst sollten Jugendliche unter dem Motto Sport und Spiel dem westlichen Einfluss der Rockmusik entzogen werden, allerdings fanden im Winter auch Tanzveranstaltungen statt. Zu den Weltfestspielen der Jugend und Studenten 1973 wurde der Knaack ein Jugendclub mit Diskothek. In der politischen Wendezeit wandelte sich der Knaack in eine Diskothek westlichen Vorbilds mit mehreren „Floors“. Zunächst besetzten die Veranstalter aufgrund des großen Andrangs auf den First Floor den Keller, in dem früher eine Darmwäscherei war und sanierten diesen (Neue Darmwäsche). Im Anschluss wurde die Dizzy Lounge hergerichtet und anschließend der Concert Floor.

Im Knaack fanden unter der Woche verschiedene Veranstaltungen statt. Neben den Dancefloors gab es mit der Dizzy Lounge auch einen ruhigeren Bereich mit Billard und Karaoke. Mehrmals die Woche fanden auf dem Concert Floor Konzerte statt, hier spielten u. a. Rammstein (die im Haus auch ihre Verwaltung hatten), die Toten Hosen, Volbeat und zahlreiche weitere bekannte Bands. Rammstein nutzten die Räumlichkeiten auch als Proberaum.

Ende an der Greifswalder Straße

Seit 2009 gab es gerichtliche Auseinandersetzungen mit Mietern eines neuerrichteten Wohnhauses in der Umgebung des Klubs wegen nächtlichen Lärms. Anfang Februar 2010 wurde dem Knaack untersagt, nach 22 Uhr den Lärmpegel von 85 Dezibel zu überschreiten. Zwar gab es ab März 2010 auf Beschwerde des Knaacks einen Aufschub, jedoch wurde auch dieser im Juni 2010 wieder aufgehoben. Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts war laut Betreibern der Betrieb nicht weiter möglich und die letzte Veranstaltung im Knaack fand am Silvesterabend 2010 statt.[1]

„Dabei hatten sie [die Betreiber] gar keine Schuld. Vielmehr hatte das Pankower Bauamt schlichtweg vergessen, von den Investoren des Neubaus zu fordern, dass sie Lärmschutzwände einbauen müssen. Am Ende sah sich das Bezirksamt wegen seiner schlampigen Arbeit in der Pflicht, einen geeigneten neuen Standort für den Knaack zu finden.“[2] Das vormalige Gebäude wurde umgebaut, 33 Wohnungen und zwei Ladeneinheiten wurden geplant. So wurde der Knaack zum ersten Club, der den Begriff ‚Clubsterben‘ prägte.

Veranstaltungen

Die Vielzahl der Veranstaltungen im Knaack ist kaum zu rekonstruieren. Mehr als 90 Rock-Konzerte werden bei RockinBerlin[3] mit verlinkten Hintergrundinfos dargestellt. Gelegentlich trat der Knaack-Klub auch als Veranstalter für Konzerte an anderen Orten in Erscheinung.

Geplante Neueröffnung

Eine Wiedereröffnung als Knaack Kulturhaus am Mauerpark war zunächst für Anfang 2016 geplant.[4] Das neue Grundstück am Mauerpark wurde gefunden und die Planung sah 2018 eine Wiedereröffnung vor.[5][6] 2013 fand schon einmal ein Knaack-Sommerfest im Mauerpark statt,[7] aber für das eigentliche Bauprojekt gab es Verzögerungen etwa aufgrund der COVID-19-Pandemie aber auch wegen eines Streits mit der BVG über die Nutzung der dem Land Berlin gehörenden 2400 m² große Grundstück an der Eberswalder Straße. Darüber hinaus muss, bevor der Bezirk Pankow den Bauantrag genehmigt, das besagte Grundstück der Knaack Kulturhaus GbR erst als Erbbaurechtsvertrag übertragen werden; ein Vertragsabschluss ist, laut Mitgeschäftsführer Udo Petter, für Ende 2025 vorgesehen.[8] Die Bauarbeiten könnten dann Mitte 2027 starten und 2030 abgeschlossen sein.[8] Geplant ist ein dreigeschossiger Stahlbetonbau mit einem Konzertsaal für 600–1000 Personen, und auch das alte Logo soll wieder angebracht werden.[2]

Commons: Knaack-Klub – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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