Knabstrupper
Pferderasse
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Der Knabstrupper ist eine Barockpferderasse aus Dänemark, bei der Tigerschecken häufig vorkommen.
Hintergrundinformationen zur Pferdebewertung und -zucht finden sich unter: Exterieur, Interieur und Pferdezucht.
Exterieur
Es gibt zwei Zuchtrichtungen: der barocke und der moderne Typ. Der moderne Typ entspricht dem Zuchtziel eines modernen Sportpferdes, also in etwa dem des Deutschen Reitpferdes. Dieser Typ entsteht durch Einkreuzung beliebigen Fremdblutes. Der barocke Typ ist kräftiger gebaut und besitzt meist einen leicht ramsnasigen Kopf sowie einen kräftigen Hals und eine muskulöse Hinterhand. Tiere, die mit PREs, Lusitanos oder anderen Rassen gekreuzt wurden, können in das barocke Zuchtregister aufgenommen werden.
Beim Knabstrupper kommen die Tigerschecken-Farben Volltiger, Schabracktiger, Schneeflockentiger, Weißgeborene und Einfarbige vor. Schimmel kommen nicht vor. Wenn das Tigerscheckengen reinerbig vorliegt, führt es zu angeborener stationärer Nachtblindheit. Mischerbige Tiere, die das Gen nur einmal besitzen, sind nicht betroffen.[1][2][3]
Zuchtgeschichte
Knabstrupper sind ein Farbschlag der dänischen Frederiksborger. Sie gehen auf das gleichnamige Gut Knabstrup zurück. Die Zucht von Tigerschecken in Dänemark begann mit dem königlichen Gestüt Frederiksborg, das 1536 gegründet wurde, nachdem viele kirchliche Gestüte durch die Reformation in den Besitz des Königs gefallen waren. Dort wurden Pferde aus spanischen Blutlinien eingesetzt, die rittig und wendig waren. Diese Eigenschaften waren ideal für die Ausbildung bis zur Hohen Schule und den Einsatz im Nahkampf, nachdem schwere Ritterpferde durch die Erfindung von Schusswaffen an Bedeutung verloren hatten. In ganz Europa entstanden zu dieser Zeit Reitakademien. Frederiksborg wurde daher sehr erfolgreich und beeinflusste namhafte Zuchten.

Ihren Höhepunkt erlebten die seltenen Tigerschecken im Zeitalter des Barock. Die Knabstrupperzucht begründete Major Villars Lunn, der ab 1798 Stuten aus dem königlichen Gestüt erwarb. Er legte Wert auf den Erhalt des alten Typs. Eine besondere Rolle spielte die getigerte Flaebestute, die mit den spanischen Truppen Napoleons nach Dänemark gekommen war. 1813 bekam sie von dem spanisch gezogenen Lövenborger Hengst Baeveren ein Fohlen, den Flaebehengst, der die Tigerscheckung weiter vererbte.

Ein schweres Unwetter im Jahr 1891 beendete die Zucht auf Gut Knabstrup vorerst, als ein Blitzeinschlag einen Brand auslöste, bei dem 22 Zuchttiere starben. Erst 1952 wurde mit den verbliebenen Nachkommen wieder ein Gestüt gegründet, gefolgt von einem landesweiten Verband im Jahr 1972. In Dänemark wird versucht, auf dieser Basis ein modernes Sportpferd zu züchten.
Da viele der alten Linien nach Deutschland gelangten, hat die dortige Interessengemeinschaft ein Zuchtprogramm entwickelt, das sowohl den sportlichen als auch den barocken Typ fördert. Deutsche Züchter leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieses alten dänischen Kulturguts. Im Jahr 2018 verzeichnete Deutschland 124 Zuchtstuten und 42 Deckhengste.[4]