Knipex

Zangenhersteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Knipex-Werk C. Gustav Putsch KG, kurz Knipex, ist ein Hersteller von Zangen für Anwender in Handwerk und Industrie. Der Firmensitz des Familienunternehmens befindet sich in Cronenberg, einem Stadtteil von Wuppertal. 60.000 Zangen werden hier täglich produziert, die in über 100 Länder weltweit verkauft werden. Der Exportanteil am Umsatz beträgt 60 Prozent.[2] Eine weitere Betriebsstätte, die insbesondere Lager und Versand umfasst, befindet sich in Wuppertal-Ronsdorf.

Schnelle Fakten
Knipex-Werk C. Gustav Putsch KG
Logo
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1882
Sitz Wuppertal, Deutschland
Leitung Ralf Putsch
Mitarbeiterzahl 1.800; Knipex-Gruppe: 2.500[1]
Branche Werkzeugindustrie
Website www.knipex.de
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Die Knipex-Gruppe beschäftigt ca. 2.500 Mitarbeiter, davon ca. 1.800 in Wuppertal.

Unternehmensgruppe

Knipex ist das Stammunternehmen der Knipex-Unternehmensgruppe mit drei deutschen Produktionsgesellschaften sowie mehreren Vertriebsgesellschaften im Ausland.

Zur Knipex-Gruppe gehören als weitere Produktionsunternehmen:[3]

  • Rennsteig Werkzeuge in Viernau (Thüringen), Hersteller von Zangen für die Elektro- und Sanitärinstallation sowie von Schlagwerkzeugen
  • Orbis Will GmbH & Co. KG[4] in Ahaus (Münsterland), Hersteller von Zangen, Bolzenschneidern und Kunststoffteilen
  • SIB-Tooling in Hilden, Hersteller von Sonderwerkzeugen für die Zerspanung

sowie die LMIS AG, ein IT-Unternehmen und Softwareentwickler in Osnabrück.[5]

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1882 von Carl Gustav Putsch als Zangenschmiede gegründet und firmierte bis in die 1960er Jahre als „C. Gustav Putsch Zangenfabrik-Gesenkschmiede“. Zunächst wurde mit einem Gesellen und Auszubildenden im Keller seines Wohnhauses produziert. Vor allem wurden Kneif- und Hufbeschlagzangen hergestellt, zunächst in Handarbeit, später mit Hilfe von Gesenkschmiedehämmern und Maschinen. Im Jahr 1927 übernahm Carl Putsch die Unternehmensführung von seinem Vater. Zu dieser Zeit hatte das Unternehmen bereits 27 Mitarbeiter und fertigte ca. 7000 Zangen in der Woche.[6] 1942 ließ Carl Putsch die Marke „Knipex“ eintragen.

Ab den 1950er Jahren ergänzte Knipex sein Programm nach und nach um weitere Zangentypen. Karl Putsch, der Enkel von Carl Gustav Putsch, übernahm die Unternehmensleitung 1954. Unter ihm entwickelte sich das Unternehmen zum europäischen Marktführer für diese Produktkategorie. Die Fertigung wurde zunehmend automatisiert.

1984 entwickelte Knipex die Wasserpumpenzange „Cobra“, die durch ihre Einhand-Schnellverstellung eine Eigenschaft aufwies, die keine andere Wasserpumpenzange bisher hatte. Ralf Putsch trat 1987 als vierte Generation in die Unternehmensführung ein. Ein Jahr nach der deutschen Wiedervereinigung übernahm das Cronenberger Unternehmen die Rennsteig Werkzeuge GmbH (vormals unter anderen „VEB Handwerkzeuge Steinbach-Hallenberg“) von der Treuhandanstalt.

Ab den 1990er Jahren wurde das Netz an Vertriebsniederlassungen im Ausland vergrößert. So entstanden Tochtergesellschaften in den USA, China, Dubai, Japan, Mexiko, Brasilien, Indien und UK.

2003 wurden der Zangenhersteller Orbis aus Ahaus und 2006 das Unternehmen Will aus Neustadt (Hessen) übernommen und jeweils Teil der Knipex-Gruppe. Beide Unternehmen wurden unter dem Namen „OrbisWill“ am Standort Ahaus zusammengefasst. 2017 übernahm Knipex eine Mehrheitsbeteiligung am Softwareunternehmen LMIS aus Osnabrück.

2024 erwarb Knipex den Zerspanungsspezialisten und Sonderwerkzeughersteller SIB Tooling in Hilden, NRW.

Produkte

Aktuelle Knipex-Modelle

Kernprodukt von Knipex sind Zangen für unterschiedlichste Anwendungsbereiche. Das Produktspektrum umfasst ca. 1.600 unterschiedliche Produkte und Produktvarianten in dem Bereich. Knipex verkauft den größten Teil seiner Produkte über den Handel an gewerbliche Verbraucher in Handwerk und Industrie.

Knipex-Museum

Das Unternehmen betreibt am Stammwerk ein hauseigenes Museum, in dem auf zwei Stockwerken anhand von Maschinen, Werkzeugen, Arbeitsplätzen und Alltagsgegenständen die Arbeits- und Lebensumstände in der bergischen Werkzeugindustrie sowie deren Entwicklung dargestellt sind. Das Museum ist nicht öffentlich zugänglich, wird aber einmal im Jahr für die Allgemeinheit im Rahmen der Veranstaltung Wuppertal-24h-live geöffnet, darüber hinaus für Besuchergruppen nach Anmeldung.

Auszeichnungen

Der Knipex-Haupteingang mit „Zanguin“, dem Beitrag des Unternehmens zur Pinguinale

Knipex wurde 2005 und 2024 (neue Kriterien) mit dem Wuppertaler Wirtschaftspreis als „Unternehmen des Jahres“,[7] 2018 mit dem „Deutschen Nachhaltigkeitspreis“ in der Kategorie „Mittelgroßes Unternehmen“ ausgezeichnet.[8] 2024 wurde Knipex mit dem „Deutschen Nachhaltigkeitspreis“ als Sieger in der Kategorie „Metall- und Mineralienverarbeitung“ ausgezeichnet.[9] Für seine besondere Förderung von ehrenamtlichem Engagement seiner Mitarbeitenden wurde Knipex 2025 von der Landesregierung NRW als "Engagementfreundliches Unternehmen in Nordrhein-Westfalen" ausgezeichnet,[10][11]

Literatur

  • Gemeinschaft Cronenberger Unternehmen e. V. (Hg.), Neue und alte Cronenberger Industriegeschichten. Eine aktuelle Präsentation der Gemeinschaft Cronenberger Unternehmen, Wuppertal 2022; S. 58 f.
  • Jürgen Eschmann, 125 Jahre Cronenberger Industriegeschichte, Wuppertal 2015
  • F. Langenscheid, P. May (Hg.), Lexikon der deutschen Familienunternehmen, Köln 2014, S. 588 f.
  • Martin Vogler (Hg.), Weltklasse – Bergische Marktführer. Wuppertal/Remscheid/Solingen 2012.
  • Klaus Koch: Weltklasse – Marktführer aus Wuppertal. Girardet Verlag, Düsseldorf 2003, ISBN 3-00-012682-1.
  • Jürgen Eschmann: Wirtschaftsstandort Cronenberg. Die Unternehmen, die Menschen, die Produkte. Wuppertal 2007, S. 74 ff.
Commons: Knipex – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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