Kolochau
Ortschaft im Landkreis Elbe-Elster
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Kolochau, bis 10. November 1937 Colochau geschrieben[2], ist ein Ortsteil von Kremitzaue im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster.
Kolochau Gemeinde Kremitzaue | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 44′ N, 13° 19′ O |
| Höhe: | 88 m |
| Fläche: | 7,25 km² |
| Einwohner: | 484 (1. Jan. 2000)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 67 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 31. Dezember 2001 |
| Postleitzahl: | 04936 |
| Vorwahl: | 035361 |
Geschichte
1346 wurde Kolochau erstmals urkundlich in den Meißner Bistumsmatrikeln erwähnt, ist aber vermutlich wesentlich älter. Der Ortsname ist aus dem Slawischen abgeleitet und bedeutet „Ort des Koloch“.[3]
Im Dreißigjährigen Krieg ließ der kaiserliche Obrist Hans von Götz den Ort plündern und brandschatzen, starb allerdings kurz darauf in Kolochau an einer beim letztlich erfolglosen Angriff auf die nahe gelegene Stadt Herzberg zugezogenen Schussverletzung.[3] Der Vorfall soll sich am 29. September 1631 zugetragen haben. Einzige Quelle ist allerdings die erst 1842 erschienene "Chronik der ehemaligen Chur- und jetzigen Kreisstadt Herzberg".
Der Bahnhof Kolochau lag an der Bahnstrecke Falkenberg–Beeskow.
Die Gemeinde Kremitzaue entstand am 31. Dezember 2001 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Kolochau, Malitschkendorf und Polzen.[4]
| Bevölkerungsentwicklung von 1875 bis 2010[4] | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | ||||
| 1875 | 480 | 1946 | 656 | 1989 | 485 | 1995 | 710 | ||||||
| 1890 | 480 | 1950 | 654 | 1990 | 480 | 1996 | 710 | ||||||
| 1910 | 480 | 1964 | 569 | 1991 | 549 | 1997 | 715 | ||||||
| 1925 | 481 | 1971 | 546 | 1992 | 582 | 1998 | 714 | ||||||
| 1933 | 507 | 1981 | 552 | 1993 | 723 | 1999 | 484 | ||||||
| 1939 | 501 | 1985 | 544 | 1994 | 717 | 2000 | 466 | ||||||

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Kremitzaue.
In Kolochau steht die 1994 restaurierte evangelische Kirche unter Denkmalschutz. Sie stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Außerdem befindet sich in der Kolochauer Dorfstraße 30 mit der Durchfahrtsscheune eines Mittelbauerngehöfts ein weiteres Baudenkmal.[5]
Ein Denkmal erinnert an die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Einwohner Kolochaus.[6]
Historisch interessant das Museum des Historischen Felds im Herrenhaus. Die zahlreichen Zimmer des Hauses sind gefüllt mit Kulturgütern aus dem Alltag der Dorfbevölkerung, unter anderem einem kompletten alten Schulzimmer.[7] Die Interessengemeinschaft veranstaltet im Jahr mehrere große Feste, wie das Garbenfest im Juli und das Kürbisfest im Oktober.
Zeitgenössische moderne Kunst zeigt das Kunst&Archiv des Konzeptkünstlers Hans-Peter Klie im ehemaligen Pfarrhaus.[8]
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Carl August Gadegast (1791–1865), Merinoschafzüchter, Abgeordneter d. Sächsischen Landtags
- Gustav von Kleist (1801–1884), langjähriger örtl., Gutsbesitzer, Landrat u. a. Kreis Schweinitz
- Friedrich Stoy (1887–1978), Heimatforscher u. Lehrer
Literatur
- Sybille Gramlich, Irmelin Küttner: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Brandenburg. Band 7.1.: Die Stadt Herzberg/Elster und die Ämter Falkenberg/Uebigau, Herzberg, Schlieben und Schönewalde. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1998. ISBN 978-3-88462-152-3.
- Jürgen Bergmeier: Die Trauungen in den Kirchspielen zwischen Stolzenhain und Kolochau vor 1800. BücherKammer, Herzberg (Elster) 2025. ISBN 978-3-940635-85-3.
Weblinks
- Homepage von Kolochau
- Beitrag in der RBB-Sendung „Landschleicher“, 11. November 2012.
- Beitrag Lausitzer Rundschau über die Ausstellung Philosophische Perspektiven im Kunst&Archiv 2018.
- Beitrag Besuch d. Kulturministerin Manja Schüle im Kunst&Archiv und im Herrenhaus Historisches Feld im August 2020.