Komorzno

Dorf in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Komorzno (deutsch: Reinersdorf, auch Reinischdorf[1]) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Wołczyn im Powiat Kluczborski der Woiwodschaft Opole in Polen.

Schnelle Fakten Komorzno Reinersdorf, Basisdaten ...
Komorzno
Reinersdorf
?
KomorznoReinersdorf (Polen)
Komorzno
Reinersdorf (Polen)
Komorzno
Reinersdorf
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Opole
Powiat: Kluczbork
Gmina: Wołczyn
Geographische Lage: 51° 2′ N, 18° 5′ O
Einwohner: 682 (2022)
Postleitzahl: 46-264
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OKL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau
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Geographie

Komorzno liegt rund zwölf Kilometer nordöstlich von Wołczyn (Konstadt), 25 Kilometer nordwestlich von Kluczbork und 59 Kilometer nordöstlich von Opole (Oppeln). Westlich des Dorfes liegen weitläufige Waldgebiete, die teilweise zum Naturschutzgebiet Krzywiczyny gehören.[2]

Nachbarorte von Komorzno sind im Nordosten Miechowa (Omechau), im Südosten Proślice (Proschlitz) und im Süden Bruny (Brune).

Geschichte

Schrotholzkirche St. Hedwig
Schloss Reinersdorf

„Reynensis villa“ wurde 1402 erstmals urkundlich erwähnt.[3] Der Name leitet sich vom damaligen Besitzer des Dorfes ab, einem Herrn namens Reinhard.[1]

1748 wurde eine Schule in Reinersdorf eingerichtet und 1753 die evangelische Schrotholzkirche erbaut.[1]

Im Vierten Koalitionskrieg marschierte 1807 eine Bayerische Kompanie durch Reinersdorf, wobei zivile Sachgüter für die Kompanie beschlagnahmt wurden. Zwischen August 1807 und März 1808 hatte eine Infanteriekompanie ihr Quartier im Dorf. Später lag eine französische Kompanie hier in Quartier. Juni 1813 zogen Russische Truppen durch das Dorf.[1] Am 14. September 1825 brannte die evangelische Schule in Reinersdorf nieder. 1826 wurde sie wieder hergestellt. 1845 bestand das Dorf aus einem Schloss, einer evangelischen Schrotholzkirche, einer evangelischen Schule und weiteren 97 Häusern. Die Einwohnerzahl lag damals bei 948, davon 23 katholisch und 16 jüdisch.[3] 1872 wurde das Schloss neu erbaut, nachdem ein Vorgängerbau bereits 1846 abgerissen worden war.[1] 1874 wurde der AmtsbezirkReinersdorf gebildet. Erster Amtsvorsteher war der Wirtschaftsinspektor Louis Henkel.[4]

1933 lebten in Reinersdorf 1116 Einwohner, 1939 waren es 1034. Bis 1945 gehörte das Dorf zum Landkreis Kreuzburg O.S.[5]

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Reinersdorf 1945 mit dem größten Teil Schlesien an Polen. Nachfolgend wurde es in Komorzno umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 wurde es der Woiwodschaft Opole eingegliedert. Seit 1999 gehört es zum neu gegründeten Powiat Kluczborski.

Sehenswürdigkeiten

Unter Denkmalschutz stehen:

  • Die Schrotholzkirche St. Hedwig (Kościół drewniany pw. Św. Jadwigi) wurde 1753 errichtet. Ein Vorgängerbau ist für das Jahr 1530 belegt. Bis 1945 diente die Kirche als evangelisches Gotteshaus. Im Inneren gibt es einen manieristischen Hauptaltar aus der Mitte des 17. Jahrhunderts mit einem Flachrelief, der das letzte Abendmahl darstellt. In der gleichen Stilart ist die Kanzel mit Gemälden.[6] Die Kirche steht seit 1953 unter Denkmalschutz.[7][8]
  • Das Schloss Reinersdorf mit dazugehörigem Park wurde 1872 im eklektizistischen Stil mit Ornamenten im barocken und klassizistischen Stil für die Familie von Reinersdorff erbaut.[1][9][10] Der geometrisch angelegte Park hat Weißbuchenspaliere und künstliche Kanäle und je ein Denkmal für Ferdinand von Reinersdorff (gest. 1838) und Friedrich von Reinersdorff (gest. 1841).[11]
  • Die Häuser Nummer 20, 35, und 52.

Natur

In einigen Waldabschnitten in der Nähe von Komorzno findet man riesige Rotbuchen, Eichen und Bergahorne. Innerhalb des Dorfes sind alte Eichenalleen erhalten, die mit über hundert Jahre alten Bäumen bepflanzt sind, einzelne Exemplare stammen noch aus der Zeit Napoleons. Die Kastanienallee erstreckt sich von Komorzno bis nach Ignacówka.

Sport

Der 2007 gegründete Fußballklub LKS Komorzno ist erreichbar in der ul. główna 21.

Söhne und Töchter des Ortes

Commons: Komorzno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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