Komplexe Differentialform

mathematisches Objekt der komplexen Geometrie From Wikipedia, the free encyclopedia

Eine komplexe Differentialform ist ein mathematisches Objekt aus der komplexen Geometrie. Eine komplexe Differentialform ist eine Entsprechung der (reellen) Differentialformen auf komplexen Mannigfaltigkeiten. Genauso wie im reellen Fall bilden auch die komplexen Differentialform eine graduierte Algebra. Eine komplexe Differentialform vom Grad (oder kurz k-Form) kann auf eindeutige Art und Weise in zwei Differentialformen zerlegt werden, die dann den Grad beziehungsweise mit haben. Um diese Zerlegung zu betonen, spricht man auch von (p,q)-Formen. Diese Zerlegung führt zu den Dolbeault-Operatoren und und bildet die Grundlage der Dolbeault-Kohomologie. Eine wichtige Rolle spielt der Kalkül der komplexen Differentialformen auch in der Hodge-Theorie.

Definition

Sei eine komplexe Mannigfaltigkeit der (komplexen) Dimension . Eine komplexe Differentialform vom Grad auf ist eine glatte Differentialform mit komplexen Koeffizienten, also ein glatter Schnitt des komplexifizierten Bündels . Dabei bezeichnet die -te äußeren Potenz des Kotangentialbündels . Der Raum der komplexen Differentialformen vom Grad wird mit notiert.[1]

Lokale Darstellung komplexer Differentialformen

Sei eine komplexe Mannigfaltigkeit der (komplexen) Dimension . Wähle

als eine lokale Basis des komplexifizierten Kotangentialraums. Jede komplexe Differentialform vom Grad 1 lässt sich lokal in der Form

darstellen, wobei glatte komplexwertige Funktionen sind. Die Räume, in denen nur Basisvektoren des komplexifizierten Kotangentialraums der Form vorkommen, werden als (1,0)-Formen und die Menge der (1,0)-Formen wird mit bezeichnet. Analog dazu ist der Raum der (0,1)-Formen, also der Kovektoren, welche nur Basisvektoren der Form haben. Aufgrund der Holomorphie der Koordinatenwechsel bleiben diese Räume unter Koordinatentransformationen erhalten. Aus diesem Grund sind die Räume und komplexe Vektorbündel über .

Zerlegung in (p,q)-Formen

Sei eine komplexe Mannigfaltigkeit der (komplexen) Dimension . Mit Hilfe des äußeren Produktes von komplexen Differentialformen, welches genauso wie für reelle Differentialformen definiert ist, kann man nun die Räume der -Formen durch

definieren. Weiter definiert man noch den Raum als die direkte Summe

der -Formen mit .[2] Diese Zerlegung ist eine grundlegende Eigenschaft in der komplexen Geometrie und bildet die Grundlage der Dolbeault-Operatoren.

Der Raum ist isomorph zur direkten Summe der Räume der reellen Differentialformen. Außerdem ist für eine Projektion

definiert, welche jeder komplexen Differentialform vom Grad ihre -Zerlegung zuordnet.

Eine -Form hat also in lokalen Koordinaten die eindeutige Darstellung

.

Da diese Darstellung doch sehr lang ist, ist es üblich die Kurzschreibweise

zu vereinbaren.

Dolbeault-Operatoren

Definition

Die äußere Ableitung

was gleichbedeutend ist mit

kann in aufgespalten werden. Die Dolbeault-Operatoren

und

sind definiert durch

In lokalen Koordinaten bedeutet dies

und

Dabei sind und auf den rechten Seiten der Gleichung die normalen Dolbeault-Operatoren.[3]

Eigenschaften

  • Für diese Operatoren gilt eine Leibniz-Regel. Seien und , dann gilt[4]
und
  • Aus der Identität
folgt , und , denn alle drei Terme sind von unterschiedlichem Grad. Die Operatoren und eignen sich also für eine Kohomologietheorie. Diese trägt den Namen Dolbeault-Kohomologie.[5]
  • Sei eine Kählermannigfaltigkeit, also eine komplexe Mannigfaltigkeit mit einer verträglichen Riemann’schen Metrik , so kann man den adjungierten Dolbeault-Quer-Operator bezüglich dieser Metrik bilden. Der Operator ist dann ein verallgemeinerter Laplace-Operator. Anwendung findet dieser Operator in der (komplexen) Hodge-Theorie.

Holomorphe Differentialformen

Erfüllt eine Differentialform die Gleichung , so spricht man von einer holomorphen Differentialform. In lokalen Koordinaten kann man diese Formen durch

darstellen, wobei holomorphe Funktionen sind. Der Vektorraum der holomorphen -Formen auf wird mit notiert.

Literatur

Einzelnachweise

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