Konrad Thaler

österreichischer Zoologe (1940–2005) From Wikipedia, the free encyclopedia

Konrad Thaler (* 19. Dezember 1940 in Innsbruck; † 11. Juli 2005 in den Stubaier Alpen) war ein österreichischer Zoologe und Arachnologe.

Leben

Thaler besuchte das Gymnasium in Innsbruck und maturierte 1958. Nach dem Wehrdienst begann er 1959 an der Universität Innsbruck mit dem Studium der Biologie (Hauptfach Zoologie). Einer seiner Studienkollegen und Freunde war der spätere Wiener Parasitologe Horst Aspöck.

Ab 1964 war Thaler wissenschaftliche Hilfskraft an der Alpinen Forschungsstelle Obergurgl. 1967 promovierte er bei Heinz Janetschek mit einer Dissertation über die Spinnenfauna Nordtirols. Ab 1970 war Thaler Assistent am Institut für Zoologie der Universität Innsbruck und habilitierte sich 1978 zur Taxonomie und Zoogeographie alpiner Spinnen. Nach der Emeritierung seines Doktorvaters übernahm er 1983 die Leitung der Abteilung für Terrestrische Ökologie und Taxonomie.

1993 heiratete Thaler in zweiter Ehe seine Forschungskollegin Barbara Knoflach (* 1968). Nur wenige Monate vor seiner Pensionierung verstarb er 2005 während seiner letzten Exkursion mit Studierenden in der Nähe der Adolf-Pichler-Hütte in den Stubaier Alpen.[1][2][3][4][5][6]

Wirken

Der auch als „Spinnenpapst“[7] bezeichnete Wissenschaftler war ein Kenner der europäischen Spinnenfauna. Er erforschte die Taxonomie, Ökologie und Biogeographie von Gliederfüßern, insbesondere von Spinnen. Neben intensiver Feldarbeit in den Alpen führte er zahlreiche Forschungsreisen in den Mittelmeerraum, besonders in die Gebirge Griechenlands, Italiens, Spaniens, Nordwestafrikas und in den Kaukasus durch. Er beschrieb zwei neue Gattungen (Carniella und Mysmeniola) und über 90 neue Arten und Unterarten von Spinnen. Thaler bemühte sich auch um die Darstellung der alpinen Spinnenfauna als Ergebnis der Geschichte des Gebietes und seiner ökologischen Bedingungen. Inzwischen tragen 26 neu beschriebene Arten aus unterschiedlichen Tiergruppen den Namen thaleri.[1][2][3][4][5][6]

Von 1986 bis 1989 war er Vorsitzender des Centre International de Documentation Arachnologique, von 2002 bis 2005 Präsident der Österreichischen Entomologischen Gesellschaft. Ab 1987 war er Korrespondierendes Mitglied des Landesmuseums Joanneum in Graz. Posthum wurde ihm 2005 die Ehrenmedaille für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Entomofaunistik verliehen. Die Arachnologische Gesellschaft verleiht seit 2007 den Konrad-Thaler-Gedächtnispreis.[8]

Rund 150.000 vorwiegend europäische Exemplare seiner Spinnen-Sammlung befinden sich heute im Naturhistorischen Museum Bern. Es handelt sich um die größte privat zusammengetragene Spinnensammlung Europas.

Einzelnachweise

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