Koptische Textilien
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Koptische Textilien oder koptische Stoffe ist eine moderne Sammelbezeichnung für Textilien, die zwischen dem 3. und dem 10. Jahrhundert in Ägypten entstanden sind. Der Begriff „koptisch“ bezieht sich in diesem Zusammenhang nicht auf die modernen Kopten, sondern auf die Herkunftsregion und die (spätantike) Zeitstellung. Daher wird dieser Begriff heute möglichst vermieden, man spricht von spätantik bis frühislamischen Textilien aus Ägypten.
Innerhalb der koptischen Kunst sind die Textilien eine umfangreiche archäologische Materialgattung. Koptische Textilien sind demzufolge in zahlreichen Museen und Sammlungen weltweit vertreten. Häufig handelt es sich dabei um Altbestände, bei denen keine Fundumstände bekannt sind. Stücke aus dokumentierten Ausgrabungen stammen meist aus Gräbern. Häufig stammen die Stoffe von der Bekleidung der Toten, etwa von Tuniken. Jedoch kommen auch Wandbehänge, Kissenhüllen, Decken oder Tücher vor. Die Verzierungen sind manchmal schlicht, es sind aber auch aufwendige gewirkte Bilder bekannt.
Im trockenen Wüstenklima in Ägypten haben sich organische Materialien, darunter auch Stoffe, oft besonders gut erhalten. Von den Kleidungsstücken sind früher allerdings häufig die verzierten Elemente abgetrennt und einzeln verkauft worden.
Literatur
- Claudia Nauerth: Die koptischen Textilien im Landesmuseum Württemberg. Landesmuseum Württemberg, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-929055-74-0 (Digitalisat).
- Petra Linscheid: Textilien. Spätantike und Byzanz. Bestandskatalog Badisches Landesmuseum Karlsruhe. Verlag des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, Mainz 2017, ISBN 978-3-88467-286-0 (Digitalisat).