Korlingen

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Korlingen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat. Der Ort liegt im moselfränkischen Sprachraum.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Korlingen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Korlingen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 44′ N,  43′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Ruwer
Höhe: 287 m ü. NHN
Fläche: 2,08 km²
Einwohner: 772 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 371 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54317
Vorwahl: 06588
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 070
Adresse der Verbandsverwaltung: Untere Kirchstraße 1
54320 Waldrach
Website: www.korlingen.de
Ortsbürgermeister: Damian Marx
Lage der Ortsgemeinde Korlingen im Landkreis Trier-Saarburg
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Blick über Korlingen und Gutweiler (hinten)

Geographie

Korlingen liegt an der Ruwer und befindet sich etwa fünf Kilometer südöstlich von Trier an der Landesstraße 143.

Zu Korlingen gehört auch der Wohnplatz Korlinger Mühle.[2]

Nachbarorte sind Waldrach und Morscheid im Nordwesten, Gutweiler im Süden sowie die Trierer Stadtteile Irsch und Filsch im Westen.

Geschichte

Ortsgeschichte

Der Ort wird 975 als Corlanch erstmals erwähnt, als Kaiser Otto II. in einer Urkunde die Besitzungen des Trierer Klosters St. Martin in Korlingen bestätigte.[3]

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Korlingen landesherrschaftlich zu Kurtrier. Mit den Dörfern Irsch und Hockweiler bildete es die Propstei Irsch, die dem Amt Pfalzel zugeordnet war. In den erhaltenen Aufzeichnungen sind für das Jahr 1583 neun Feuerstellen (=Haushaltungen), für 1624 elf steuerpflichtige Familien festgehalten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) und zeitgleicher Pestausbrüche wurden 1661 noch fünf Familien im Ort verzeichnet. In den nachfolgenden Jahrzehnten kam es mehrfach zum Einfall französischer Truppen in die Region und erneuten Verwüstungen. Im Jahr 1787 hatte Korlingen 77 Einwohner.[3]

Das Linke Rheinufer wurde 1794 im ersten Koalitionskrieg von französischen Revolutionstruppen besetzt. Von 1798 bis 1814 war Korlingen ein Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs, zugehörig dem Saardepartement, Arrondissement Trier. Auf dem Wiener Kongress (1815) kam die gesamte Region nach der Niederlage Napoleons an das Königreich Preußen und war ab 1822 Teil der neugebildeten Rheinprovinz.

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte das gesamte Gebiet zum französischen Teil der Alliierten Rheinlandbesetzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Korlingen innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Korlingen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
181597
1835143
1871139
1905200
1939192
1950194
1961230
JahrEinwohner
1965252
1970309
1975540
1980748
1985805
1987787
1990830
JahrEinwohner
1995870
2000843
2005795
2010778
2015771
2020816
2024772[1]
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Politik

Gemeinderat

Der Ortsgemeinderat in Korlingen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bis zur Wahl 2014 traten mindestens zwei Listen an, sodass eine personalisierte Verhältniswahl erfolgte.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, SPD ...
WahlSPDCDUFWGGesamt
2024per Mehrheitswahl (alle FWG)12 Sitze[5]
2019per Mehrheitswahl12 Sitze[6]
20143912 Sitze[7]
20094812 Sitze
200424612 Sitze
199944412 Sitze
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  • FWG = Freie Wählergruppe Korlingen e. V.

Ortsbürgermeister

Damian Marx wurde am 25. Juni 2019 Ortsbürgermeister von Korlingen.[8] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 95,0 % gewählt worden.[9] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 94,8 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.[10]

Die Vorgänger von Marx waren Gerd Tholl (2009–2019) und Kurt Koppka (bis 2009).[8][11]

Wappen

Wappen von Korlingen
Wappen von Korlingen
Blasonierung: „Unter rotem Schildhaupt, darin ein silbernes Schwert mit goldenem Griff, in Silber ein grüner Dreiberg, darauf ein Doppelkreuz in der Form des Ordenszeichens der Benediktiner.“[12]
Wappenbegründung: Korlingen, das bis zum Ende der Feudalzeit zum Kurfürstentum Trier zählte, stand im Besitz der Abtei St. Martin. St. Martin war Benediktinerabtei. Das Zeichen der Benediktiner, ein Doppelkreuz auf grünem Dreiberg, steht als Hinweis im unteren Schildteil. Die 1769 in „Corlingen“ erbaute Kapelle war den Märtyrern Johannes und Paulus geweiht. Sie führen als Attribut ein Schwert. Seit 1952 wird der hl. Valentin als Kirchen- und Ortspatron verehrt. Auch er führt als Symbol ein Schwert. Im Schildhaupt steht daher für die früheren Ortspatrone und den heutigen Ortspatron ein Schwert.

Entwurf des Wappens: Karl E. Becker, Malberg.

Kapelle (Filialkirche) St. Valentin

Sehenswürdigkeiten

Sehenswert ist die Kapelle im Ortskern. Die Höhe über Korlingen (Schellberg) ist beliebt für Spaziergänge mit schöner Aussicht über die Trierer Höhenstadtteile Irsch, Filsch und Tarforst und über das Ruwertal zum Hunsrück. Im Winter kommen viele Trierer zum Rodeln, nicht nur im Herbst bieten sich gute Bedingungen für Drachenfans.[13] Die sog. Traumschleife Trierer Galgenkopftour (Wanderweg) verläuft auch durch das Gemeindegebiet. Sie passiert die Korlinger Wacken und führt zur Naumeter Kupp.[14]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Korlingen

Wirtschaft

Mehrere kleine und mittlere Unternehmen sind im Ort ansässig,[15] darunter auch ein Schiefersteinbruch.[16]

Siehe auch

Tanja Gräff aus Korlingen wurde von Juni 2007 bis Mai 2015 vermisst, siehe Todesfall Tanja Gräff.

Literatur

  • Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 15, Abt. 2. L. Schwann, Düsseldorf 1936 (Die Kunstdenkmäler des Landkreises Trier), Nachdruck vom Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1981, S. 77–78.
Commons: Korlingen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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