Kosbach

Gemarkung von Erlangen, Bayern, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Kosbach[2] (fränkisch: Koschba[3]) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Erlangen (Mittelfranken, Bayern).[4] Der Statistische Bezirk 70 wird ebenfalls Kosbach genannt, ebenso gibt es eine Gemarkung Kosbach, die in der Fläche deckungsgleich ist mit der ehemaligen Gemeinde Kosbach.

Schnelle Fakten Kreisfreie Stadt Erlangen ...
Kosbach
Kreisfreie Stadt Erlangen
Koordinaten: 49° 36′ N, 10° 56′ O
Höhe: 303 m ü. NHN
Fläche: 1,84 km²
Einwohner: 936 (2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 509 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1967
Postleitzahl: 91056
Vorwahl: 09131
Kosbach Luftaufnahme (2021)
Kosbach Luftaufnahme (2021)
Schließen
St. Josef
Ehemaliges Forsthaus
Nützel-Oberle-Hof
Einer der Wellesweiher bei Kosbach

Geographie

Gemarkung

Die Gemarkung Kosbach hat eine Fläche von 5,286 km². Sie ist in 1141 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 4633,03 m² haben.[5] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Häusling und Steudach.[6]

Statistischer Bezirk

Der Statistischen Bezirk 70 (Kosbach) hat eine Fläche von 1,842 km² und umfasst nur einen kleinen Teil der Gemarkung Kosbach.

Lage

Das Kirchdorf ist von Weihern umgeben: im Westen der Petersweiher, im Norden der Kleinauweiher, im Nordosten die Welles- und Grossauweiher. Der Mönauweiher im Südwesten, sowie der Dorf- und der Deckersweiher im Süden und der Dummetsweiher im Westen werden vom Steinforstgraben, einem linken Zufluss der Regnitz gespeist. Etwas weiter nördlich befindet sich das Waldgebiet Mönau. Im Süden liegt das Flurgebiet Am Schleifweg.

Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Dechsendorf zur Staatsstraße 2240 (2,8 km nördlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Büchenbach (1,1 km südöstlich) und nach Häusling zur Kreisstraße ER 1 (1,3 km südlich).[7]

Geschichte

Der Ort wurde 1348 als „Kospach“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Bedeutung des Ortsnamens bleibt unklar. Lehnsherr war das Hochstift Bamberg. Der Ort bestand zu dieser Zeit aus 22 Hofstätten mit Feldern von 11 Mansen und 1 Lehen (=1114 Huben). Der Truchseß zu Nainsdorf erhielt Einkünfte, das bambergische Kastenamt Herzogenaurach Steuern und Getreideabgaben. 1387 wurden im Zinsregister der Bamberger Dompropstei 11 Gültpflichtige in „Cosbach“ verzeichnet. Laut dem dompropstischen Urbar von 1468 hatten sie in „Coßbach“ grundherrliche Ansprüche über 16 Hofstätten mit 1114 Huben Feldern, es war also der ganze Ort in der Hand der Dompropstei.[8] Im Dreißigjährigen Krieg brannte der Ort nieder.[9] Das Hochgericht hatte das bambergische Centamt Herzogenaurach mindestens bis 1730 inne. Laut dem Urbar des Dompropsteiamtes Büchenbach von 1747 übte das brandenburg-bayreuthische Oberamt Baiersdorf das Hochgericht aus. Es gab zu dieser Zeit 17 Untertansfamilien.[8]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Kosbach 13 Anwesen (3 Huben, 4 Höfe, 1 Dreiviertelhube, 1 Viertelhufe, 2 Häuslein, 1 Hirtenhaus, 1 Jägerhaus). Das Hochgericht übte das bambergische Dompropsteiamt Büchenbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das bambergische Centamt Herzogenaurach auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Dompropsteiamt Büchenbach.[10]

Von 1803 bis 1810 unterstand Kosbach dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Büchenbach zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Kosbach, zu der Alterlangen, Häusling und Steudach gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (ab 1. Oktober 1847 Rentamt Herzogenaurach).[11] Ab 1862 gehörte Kosbach zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin vom Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt, seit 1929: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in Amtsgericht Herzogenaurach umbenannt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig. Die Gemeinde hatte 1904 eine Gebietsfläche von 9,240 km²,[12] Am 1. April 1920 wurde Alterlangen in die Stadt Erlangen eingegliedert. Dadurch verringerte sich die Gebietsfläche auf 5,891 km².[13]

Am 1. Januar 1967 wurde die Gemeinde Kosbach nach Erlangen eingemeindet.[9][14][15] Nach der Eingemeindung erlebte der Ort einen regen Zuzug.

Baudenkmäler

In Kosbach gibt es neun Baudenkmäler:[16]

  • Am Deckersweiher 4: Ehemaliges Forsthaus
  • Am Deckersweiher 24: Nützel-Oberle-Hof
  • Am Deckersweiher 26: Polstermarter
  • Hechtweg 8: Marter auf dem Bergle
  • Heginigstraße: Nützelmarter
  • Hegenigstraße 8: Bildstock
  • Hegenigstraße 16: Wegkreuz
  • Reitersbergstraße 20: Fachwerkstadel
  • Reitersbergstraße 21: Stadel, Hofeinfahrt und Marter

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Kosbach

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 18181840185218551861186718711875188018851890189519001905191019191925193319391946195019521961
Einwohner 370448456442464459489489489508495513591640694726312333322520493477402
Häuser[17] 56798310097576275
Quelle [18][19][19][19][20][21][22][23][24][25][26][19][12][19][27][19][13][19][19][19][28][19][29]
Schließen

Ort Kosbach

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001861001871001885001900001925001950001961001970001987002000002021
Einwohner 102122120117119131198193292891942939
Häuser[17] 152223262734222
Quelle [18][20][22][25][12][13][28][29][30][31][9][1]
Schließen

Religion

44 % der Einwohner sind katholisch, 28 % evangelisch.[32] Die Katholiken sind der Pfarrei St. Xystus in Büchenbach zugeordnet, die zum Seelsorgebereich Erlangen West im Dekanat Erlangen des Erzbistums Bamberg gehört. Am 15. März 1964 konnte die katholische St. Josephskapelle nach achtjähriger Bauzeit eingeweiht werden.[33] In der Kapelle finden Werktagsgottesdienste statt.

Die Lutheraner in Kosbach gehören zur Gemeinde der Martin-Luther-Kirche in Büchenbach, die dem Dekanat Erlangen im Kirchenkreis Nürnberg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern angehört. Für Reformierte gibt es die Hugenottenkirche in der Innenstadt, die dem Synodalverband XI der Evangelisch-reformierten Kirche angehört.

Literatur

Commons: Kosbach (Erlangen) – Sammlung von Bildern

Fußnoten

Related Articles

Wikiwand AI