Bokel (Beverstedt)

Ortschaft der Einheitsgemeinde Beverstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Bokel ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Beverstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Schnelle Fakten Gemeinde Beverstedt ...
Bokel
Gemeinde Beverstedt
Wappen von Bokel
Koordinaten: 53° 24′ N,  46′ O
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 20,98 km²[1]
Einwohner: 2394 (31. Dez. 2023)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2011
Postleitzahl: 27616
Vorwahl: 04748
Bokel (Niedersachsen)
Bokel (Niedersachsen)
Lage von Bokel in Niedersachsen
Bokel in der Einheitsgemeinde Beverstedt
Bokel in der Einheitsgemeinde Beverstedt
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Die Ortschaften in der Einheitsgemeinde Beverstedt
Luftbild von Bokel

Geografie

Lage

Die Ortschaft Bokel befindet sich im südwestlichen Teil der Einheitsgemeinde Beverstedt. Der Ort liegt im Elbe-Weser-Dreieck im Süden des Landkreises Cuxhaven.

Ortsgliederung

  • Bokel (Hauptort)
  • Haßbüttel
  • Kransmoor
  • Langenfelde
  • Seebeck

Nachbarorte

Hollen Lunestedt – Ortsteil Freschluneberg Stubben
Hollen – Ortsteil Heise Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Bramstedt
(Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen)
Bramstedt – Ortsteil Lohe
(Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen)
Holste
(Samtgemeinde HambergenLandkreis Osterholz)

Axstedt
(Samtgemeinde Hambergen – Landkreis Osterholz)

(Quelle:[2])

Geschichte

Bokel gehört zu den ältesten Siedlungen dieser Geest und wurde urkundlich erstmals im Jahre 1110 als „Bockla“ (Buchenwald) erwähnt.[3] Jahrhundertelang bildeten ein Teil der Hauptstraße sowie der Bock- und der Mühlenstraße das eigentliche Dorf. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–48) erfolgte die Besiedlung des Brinks. Das Dorf entwickelte sich langsam von 38 Feuerstellen im Jahre 1718 bis auf 50 Feuerstellen im Jahre 1791. Die Bewohner trieben fast alle Ackerbau und Viehzucht und waren überwiegend gegenüber den damaligen Grundherren (Stotel, Wersebe, Kloster Lilienthal) abgabenpflichtig. Die Gemeinschaftsteilungen und Lastenablösungen fanden erst ab 1818 statt. 1894 gehörte Bokel zum Kreis Geestemünde, Amtsgericht Hagen, Post Bokel; 1927 kam die Zugehörigkeit zum Finanzamt Wesermünde-Land.

Mit der Entstehung der Moorkolonien Kransmoor (um 1830)[4][5] und Langenfelde (um 1880) sowie der Eröffnung der Eisenbahnlinie Bremen-Geestemünde (1862) mit der Station Stubben veränderte sich die Gemeinde in mancher Hinsicht:

  • Die Einwohnerzahl stieg bis zum Jahre 1900 auf 1073.
  • Handwerker und Gewerbetreibende ließen sich in größerer Zahl nieder.
  • Molkerei (1904), Post (1907) und Bahn boten neue Arbeitsplätze.
  • Die Hauptstraße (Landesstraße 134) wurde 1851 gepflastert, 1892/93 erneuert und 1928 verbreitert. In den Jahren 1988 und 1989 wurde sie grundlegend erneuert, beidseitig mit Rad- und Fußweg versehen und mit einer Regenwasserleitung ausgestattet.

Nach dem Ersten Weltkrieg und besonders deutlich nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Einwohnerzahl der Gemeinde durch die Eingliederung der Vertriebenen (hauptsächlich aus Westpreußen und Bessarabien) und Evakuierten beträchtlich erhöht.[6]

Im Herbst des Jahres 1944 mussten in Bokel 220 Personen untergebracht werden, die vornehmlich in Bremerhaven nach Bombenangriffen ihre Wohnungen verloren hatten. Durch das Deutsche Wohnungshilfswerk sollten in ländlichen Gemeinden Behelfsheime geschaffen werden. In Bokel sollten zehn davon gebaut werden.[7]

„Bis Kriegsende wurden fünf dieser Behelfsheime fertig und bezogen: zwei auf dem Bätjerplatz (…), zwei auf dem Hof Seebeck und eins in der Seebeckstraße (…). Die restlichen in Langenfelde (…), Kransmoor (…) und auf dem Lehdeberg (…) vorgesehenen Bauten wurden, da die Materialbeschaffung sehr schwierig war, nicht fertig gestellt.“

Gemeinde Bokel – Arbeitskreis: Buch: Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 115.

Nach 1945 entstand durch Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen sowie verbliebenen Evakuierten mit der Siedlung Lehdeberg ein neuer Ortsteil.

Eingemeindungen

Der Versuch in den 1960er Jahren, Bokel und die Nachbargemeinde Stubben zu einer politischen Gemeinde zusammenzuschließen, scheiterte. Damit wurde möglicherweise die Chance vertan, bei der Verwaltungsreform um 1970 Sitz der Samtgemeinde zu werden. 1971 wurde Bokel eine der neun Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Beverstedt.

Seit dem 1. November 2011 ist Bokel eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Beverstedt.[8][9]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohnerQuelle
18850877[10]
19101206[11]
19251285[10]
19331392
19391370
19502182[12]
19562063
19612031[13]
19702179
19732184[14]
JahrEinwohnerQuelle
19752180 ¹[15]
19802273 ¹[16]
19852362 ¹
19902237 ¹
19952496 ¹
20002635 ¹
20052612 ¹
20102511 ¹
201624360[17]
202123910[1]
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¹ jeweils zum 31. Dezember

Politik

Gemeinderat und Bürgermeister

Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Bokel vom Beverstedter Gemeinderat vertreten.

Ortsvorsteher

Der Ortsvorsteher von Bokel ist Stefan Somnitz (SPD).[1] Die Amtszeit läuft von 2021 bis 2026.

Wappen

Der Entwurf des Kommunalwappens von Bokel stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.[18]

Wappen von Bokel
Wappen von Bokel
Blasonierung: „In Grün eine bewurzelte silberne Buche mit vier Ästen, deren Stamm mit einer goldenen Sense in Querstellung belegt ist.“[18]
Wappenbegründung: Die Buche erinnert an die Deutung des schon 1105 als Bochla urkundlich erwähnten Ortsnamens als Buchengehölz. Die vier Äste weisen auf die vier Ortsteile Haßbüttel, Seebeck, Kransmoor und Langenfelde hin. Die Sense ist ein Sinnbild der Landwirtschaft, des Haupterwerbszweiges der Gemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Denkmäler

In Bokel steht ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten aus dem Ersten[19] und Zweiten Weltkrieg.[20][21]

Naturdenkmale

  • Eine Eiche (Verordnungsdatum 2. Oktober 1995)

Persönlichkeiten

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

  • Volker Lüdke (* 1929), Politiker (SPD), Ehrenbürgermeister, war 39 Jahre lang Bürgermeister von Bokel[22]
  • Daniela Behrens (* 1968), Politikerin (SPD) und niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, war bis zur Auflösung der Gemeinde 2011 Ratsfrau in Bokel[23]

Sagen und Legenden

  • Een Trauersfall[27]
  • Ökelnaam[27]
  • Spektokel met den Liekenwogen[27]
  • De Knech Jan[27]
  • Sängerfest in Oldenbüttel[27]
  • Sülbern Hochtied[27]
  • De Verwandtschaft[27]
  • Een Virus in’n Bus[27]
  • De Slinghals[27]
  • Son’n neet Ding[27]

Literatur

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 4 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB]).
  • Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010.

Einzelnachweise

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