KrimDok
bibliographische Nachweisdatenbank für kriminologisch relevante Literatur und Informationen
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KrimDok ist eine bibliographische Nachweisdatenbank für kriminologisch relevante Literatur und Informationen. Sie wird vom Institut für Kriminologie der Universität Tübingen in Kooperation mit der dortigen Universitätsbibliothek erstellt und bildet das Kernprodukt des Fachinformationsdienst (FID) Kriminologie. Seit Dezember 2025 informiert der KrimBlog regelmäßig über Neuigkeiten um KrimDok, den FID Kriminologie und die Kriminologie im Allgemeinen[1].
Geschichte
KrimDok ging aus der bereits 1963 gegründeten sogenannten „Heidelberger Dokumentation der deutschsprachigen kriminologischen Literatur“ hervor, die seit ihren Anfängen in einer Kooperation aus den kriminologischen Einrichtungen der Universitäten Heidelberg und Tübingen aufgebaut wurde und seit den 1980er Jahren in Tübingen angesiedelt war. KrimDok entstand 1990 als elektronischer Nachfolger dieses Dokumentationssystems zunächst als CD-ROM- und ab 1999 als Online-Datenbank.[2]
Bis 2013 bildete KrimDok insbesondere die Sammlung an kriminologischer Literatur in Tübingen ab: Neben dem Bestand des Instituts für Kriminologie mit seiner Präsenzbibliothek umfasste dies auch die Spezialliteratur des Sammelschwerpunkts bzw. des Sondersammelgebiets (SSG) Kriminologie an der Universitätsbibliothek Tübingen. Mit der Transformation zum Fachinformationsdienst (FID) Kriminologie und der damit verbundenen Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) werden seit 2014 die kriminologischen Monographien, unabhängig von ihrer Verfügbarkeit in Tübingen, möglichst umfassend in KrimDok nachgewiesen. KrimDok beinhaltet demnach, neben einem zunehmenden Angebot an Open-Access-Volltexten, Nachweise zu dem großen Tübinger Präsenzbestand, welcher vor Ort eingesehen oder per Fernleihe bestellt werden kann.[3]
Inhalt
Neben der vom FID Kriminologie aufgebauten Spezialbibliothek für Kriminologie mit aktuell mehr als 150 000 Monographien und rund 200 Zeitschriftenabonnements[4] finden sich in KrimDok bestandsunabhängige Nachweise sowie kriminologisch relevante Werke aus den Bezugswissenschaften Soziologie, Psychologie, Sozialpädagogik und Rechtswissenschaft. Die Datenbank setzt sich somit aus verschiedenen Literatur- bzw. Informationsbeständen zusammen. Zudem werden die kriminologisch relevanten Aufsätze aus rund 200 Zeitschriftentiteln in KrimDok nachgewiesen und – wo nicht bereits vorhanden – mittels Schlagworten inhaltlich erschlossen. Ergänzend finden sich kriminologisch relevante Statistiken, Forschungsdatennachweise und Datenbanken sowie auch so genannte graue Literatur (etwa Berichte von Ministerien oder NGOs). Der Anteil an Nachweisen zu Open-Access-Literatur bzw. -Informationen liegt derzeit bei 13 %. Insgesamt finden sich gegenwärtig rund 388 000 Nachweise (Stand März 2026).[5] Fachrelevante Informationen, etwa zu Stellenausschreibungen und Konferenzen, finden sich auf der KrimDok-Startseite unter „Mitteilungen und Termine“.
Zu den Kernthemen der in KrimDok enthaltenen Literaturnachweise zählen:[6]
- Kriminalität und Kriminalisierung,
- Kriminalpolitik,
- Kriminalprävention,
- Kriminalprognose und Behandlungsprognose,
- Täterpersönlichkeit, Täterkategorien und Tätergruppen,
- Viktimologische Fragen der Kriminologie,
- Strafverfolgung und Diversion bzw. informeller Sanktionierung,
- Strafen und Maßregeln sowie Strafvollstreckung,
- Strafvollzug, Jugendstrafvollzug und Maßregelvollzug,
- Täterüberwachung und Täterbehandlung in Freiheit,
- Alternativen zur klassischen Strafjustiz (Transitional Justice, Restorative Justice, Täter-Opfer-Ausgleich etc.).
Im Vergleich zu KrimLit, der zuvorderst deutschsprachig ausgerichteten bibliographischen Nachweisdatenbank der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden, weist KrimDok zusätzlich in erheblichem Umfang kriminologisch relevante Literatur aus dem Ausland (insbesondere aus dem englisch- und spanischsprachigen Raum) nach.[7]
Kooperationen
KrimDok kooperiert mit zahlreichen nationalen und internationalen kriminologischen Fachgesellschaften und Institutionen. Unter diesen befinden sich etwa die Kriminologische Gesellschaft, die Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie, der Deutsche Präventionstag und das International Institute for the Sociology of Law in Oñati.[8]
Die Weiterentwicklung der KrimDok wird von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet. Durch das breite Spektrum an vertretenen Fächern bildet der Beirat die Interdisziplinarität des Faches Kriminologie gut ab und gewährleistet so eine kontinuierliche Anbindung an die Fachcommunity.[9]