Kulturweit

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kulturweit ist ein deutscher kulturpolitischer Freiwilligendienst. Er ist Teil der Deutschen UNESCO-Kommission. Die Freiwilligen arbeiten in einer Institution der Deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, wie beispielsweise Goethe-Instituten oder einer Deutschen Auslandschule mit.[1] Leiterin ist Anna Veigel.[2]

Das Auswärtige Amt gab am 6. März 2026 in einer Pressemitteilung bekannt, dass die Förderung von kulturweit ab 2027 eingestellt wird.[3][4] Als Protestmaßnahme dagegen formierte sich die Kampagne #aktionrettetkulturweit, die mit einer Onlinepetition auf der Plattform WeAct Bundesaußenminister Johann Wadephul auffordert, die Streichung zurückzunehmen und eine langfristige Finanzierung des internationalen Freiwilligen Programms „kulturweit“ zu garantieren.[5]

Geschichte

Der Freiwilligendienst wurde 2009 gegründet.

Zielgruppe

kulturweit hat seit einer Gründung 6.500 Menschen junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren, deren Lebensmittelpunkt in Deutschland liegt, für sechs oder zwölf Monate in Länder in Afrika, Asien, Lateinamerika, Nahen Osten, Mittel-, Südost- und Osteuropas entsendet.

Das später eingerichtete Programm kulturweit incoming richtet sich an junge Frauen überwiegend aus arabischen und afrikanischen Staaten, die damit eine dreimonatige Hospitation an Kultur- und Bildungseinrichtungen in Deutschland machen können.[6]

Einsatzfelder

Freiwillige engagieren sich hauptsächlich in Einrichtungen der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Partner des Freiwilligendienstes sind der Deutsche Akademische Austauschdienst, das Deutsche Archäologische Institut, das Goethe-Institut, die Deutsche Welle Akademie sowie der Pädagogische Austauschdienst in Kooperation mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen. Zudem gehören zahlreiche UNESCO-Nationalkommissionen weltweit zu den Partnern des Dienstes.[7]

Typische Aufgaben der kulturweit-Freiwilligen sind die pädagogische Mitarbeit in deutschen Auslandsschulen, insbesondere die Durchführung von Unterrichtsassistenzen, Betreuungstätigkeiten bei den Nachmittagsangeboten der Schulen und die Organisation und Durchführung von Projektwochen. Beim Deutschen Akademischen Austauschdienst, dem Goethe-Institut sowie den UNESCO-Nationalkommissionen werden die Freiwilligen oftmals in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Projekt- und Kulturmanagement und Sprachvermittlung eingesetzt. In den Länderabteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts können die Freiwilligen bei der Aufbereitung und Präsentation archäologischer Facharchive und in der Öffentlichkeitsarbeit aktiv werden.

Organisatorischer Rahmen

Personen, die einen kulturweit-Freiwilligendienst ableisten, erhalten monatlich 200 Euro für Unterkunft und Verpflegung und 150 Euro Taschengeld. Außerdem werden die Reisekosten bezuschusst. Selbst tragen müssen die Freiwilligen die Anreisekosten zu den Vor- und Nachbereitungsseminaren in Deutschland und alle weiteren Kosten im Gastland, die die genannte Unterstützung übersteigen. Die Deutsche UNESCO-Kommission als Trägerorganisation schließt für alle Freiwilligen eine Auslandskranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung ab. Außerdem werden die Sozialversicherungsbeiträge übernommen. Der Freiwilligendienst mit kulturweit gilt als Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes.

Auszeichnungen

2014 wurde kulturweit als eine von 22 zertifizierten Entsendeorganisationen von Quifd – der Agentur für Qualität in Freiwilligendiensten zum dritten Mal mit dem Quifd-Qualitätssiegel ausgezeichnet.[8]

Kritik

kulturweit ist der am stärksten staatlich finanzierte und durch eine regierungskonforme Umsetzung gekennzeichnete Freiwilligendienst.

Ehemalige Teilnehmende, Teamende und in der Entwicklungspolitik Tätige kritisieren, dass kulturweit Teil der auswärtige Bildungs- und Kulturpolitik ist und zur Wahrung deutscher wirtschaftlicher und machtpolitischer Interessen weltweit dient.[9] Das Programm arbeitet fast ausschließlich mit staatlichen deutschen Partnerorganisationen zusammen.

Sinn und Wirkung des Dienstes von kulturweit und anderen Freiwilligendiensten in den besuchte Projekten werden von professionellen Mitarbeitern im entwicklungspolitischen Bereich immer wieder in Frage gestellt. Nach Auffassung der Diplomaten des auftraggebenden Auswärtigen Amtes, bringen Freiwilligendienste „eine Menge Spaß“ und helfen „die fremde wie auch die eigene Kultur kritisch zu hinterfragen“.[10]

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Einzelnachweise

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