Kunstdenkmal

Bauwerk, Plastik o. Ä. von künstlerischem und historischem Wert From Wikipedia, the free encyclopedia

Kunstdenkmal ist eine Bezeichnung für Bau- und Kunstwerke „von künstlerischem und historischem Wert“.[1] In der Gegenwart wird häufig auch der umfassendere Begriff des Kulturdenkmals verwendet, der außerdem Bodendenkmale, technische Denkmale und weitere historische Objekte umfasst.

Begriffsgeschichte

Der Begriff des Kunstdenkmals wurde im 19. Jahrhundert als allgemeine Bezeichnung für besondere historische Bau- und Kunstwerke benutzt. Seit 1826 wurden erste regionale Inventare erstellt, ab 1870 dann nach hohen bau- und kunstwissenschaftlichen Standards für fast alle Territorien des Deutschen Reiches, sowie in der Schweiz und Österreich.[2]

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden sich private Altertumsvereine zusammen, die sich das Ziel der „Aufsuchung, Erhaltung, Erläuterung und Abbildung historisch oder künstlerisch wichtiger Denkmäler der vaterländischen Vorzeit“ gaben, wie der 1825 im Königreich Sachsen gegründete Königlich sächsische Verein zur Erforschung und Erhaltung vaterländischer Alterthümer.[3]

Die beauftragten Inventare der Bau- und Kunstdenkmäler (bspw. Richard Steche und Cornelius Gurlitt: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 41 Bde., Meinhold, Dresden 1882–1923.) trennten zwischen den bewahrenswerten Bauwerken (Baudenkmale wie schlichte Kirchen, Herrenhäuser, Winzerhäuser etc.) und den bewahrenswerten Kunstschätzen und künstlerischen Denkmalen (Kunstdenkmale wie reich ornamentierte Kirchen mit Innenausstattungen, reichhaltig verzierte Schlösser, Statuen und Reiterdenkmäler).

1900 beauftragte der erste Tag für Denkmalpflege den Kunsthistoriker Georg Dehio mit der Aufgabe, als Schnellinventarisation ein deutschlandweites Handbuch aller schützenswerten Denkmale zu erstellen, das Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler.[4]

Der Begriff des Kunstdenkmals hat sich bis in die Gegenwart in den Titeln einiger neuerer Inventarbände erhalten, ansonsten wird häufiger der umfassendere Begriff des Kulturdenkmals verwendet, der auch archäologische Bodendenkmale und technische Denkmale umfasst.

Wikisource: Kunstdenkmäler – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

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