Kupfer(II)-citrat

organische Kupferverbindung, Algizid, Klärungsmittel für Wein From Wikipedia, the free encyclopedia

Kupfer(II)-citrat ist das Kupfersalz der Citronensäure.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur des Kupfer(II)-citrats
Allgemeines
Name Kupfer(II)-citrat
Andere Namen
  • Cupri citras
  • Kupzit
Summenformel C12H10Cu3O14
Kurzbeschreibung

hellblauer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer (Listennummer) 641-381-9
ECHA-InfoCard 100.169.194
PubChem 61514
ChemSpider 4953985
Wikidata Q1291820
Eigenschaften
Molare Masse 568,84 g·mol−1 (wasserfrei)
Aggregatzustand

fest

Löslichkeit

schwer löslich in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302315318335
P: ?
Toxikologische Daten

1580 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[4]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Beschreibung

Kupfer(II)-citrat ist ein kristalliner geruchloser Feststoff, mit einer für Kupferverbindungen charakteristischen blauen Farbe. Es ist in Wasser schwer löslich.[2]

Herstellung

Kupfer(II)-citrat lässt sich beispielsweise durch Reaktion von Kupfer(II)-hydroxid (Cu(OH)2) mit Citronensäure herstellen:

Alternativ kann man Kupfer(II)-citrat auch durch die elektrochemische Umsetzung von mit Wasser verdünnter Citronensäure und Kupfer gewinnen. Oder als eine Reaktion zwischen einem löslichen Kupfer(II)-Salz und Trinatriumcitrat[5]:

[Cu(H2O)6]2+ + 2Hcit3− → [Cu(H3cit)(H2cit)] + 3OH + 3H2O

und anschließendes Erhitzen der hergestellten blaugrünen Lösung unter dem Siedepunkt des Wassers[6]:

2[Cu(H3cit)(H2cit)] → Cu2(cit)•2H2O + 3H3cit + H+

Verwendung

Wasserfreies Kupfer(II)-citrat

Kupfer(II)-citrat wird in der Önologie zur Behandlung des WeinfehlersBöckser“ – ein Geruchs- und Aromafehler – verwendet. Kupfercitrat wird dabei als granuliertes „Kupzit“ (mit 5 % Gehalt an Kupfercitrat) dem Wein zugegeben. Dies führt allerdings dazu, dass dann freie, geschmacklich völlig unzulängliche, Kupferionen im Wein verbleiben. Diese müssen daher nach der Böckser-Behandlung mit Kaliumhexacyanidoferrat(II) abgefangen werden, welches die freien Kupferionen weitgehend in eine unlösliche und somit vom Wein abfiltrierbare Form überführt.[7]

Daneben wird Kupfercitrat noch als Algizid in Schwimmbädern, als Antiseptikum, in Metallbearbeitungsölen[1] sowie schon seit 1849 als Pigment[8] verwendet. In geringem Umfang wird das Citrat zur Holzkonservierung eingesetzt.[9] Auch in Nahrungsergänzungsmitteln ist es für das Spurenelement Kupfer als Komponente enthalten.

Sicherheitshinweise

Bei Hamstern zeigte Kupfer(II)-citrat nach einer Gabe an trächtige Tiere eine fruchtschädigende Wirkung, vorwiegend Missbildungen des cardiovaskulären Systems.[10][11] Die akute letale Dosis bei Ratten beträgt bei oraler Aufnahme 1.580 mg·kg−1.[4]

Literatur

  • A. J. Davison, R. T. Hamilton: Stimulation of cytochrome c oxidation by a copper citrate complex. In: Arch. Biochem. Biophys. Band 126, 1968, S. 228–231; PMID 5671065.
  • Abdelaziz Madinzia, Mohammed El Amanea, Hamid Atmani: Synthesis, characterisation and electrochemical properties of the copper citrate complexes. In: Annales de Chimie Science des Materiaux. Band 25, 2000, S. 179–185; doi:10.1016/S0151-9107(00)88893-5.
  • F. J. Di Carlo: Syndromes of cardiovascular malformations induced by copper citrate in hamsters. In: Teratology. Band 21, 1980, S. 89–101. PMID 7385058.

Einzelnachweise

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