Kupfer(II)-citrat
organische Kupferverbindung, Algizid, Klärungsmittel für Wein
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Kupfer(II)-citrat ist das Kupfersalz der Citronensäure.
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
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| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Kupfer(II)-citrat | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C12H10Cu3O14 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
hellblauer Feststoff[1] | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 568,84 g·mol−1 (wasserfrei) | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
schwer löslich in Wasser[2] | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten | |||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Beschreibung
Herstellung
Kupfer(II)-citrat lässt sich beispielsweise durch Reaktion von Kupfer(II)-hydroxid (Cu(OH)2) mit Citronensäure herstellen:
Alternativ kann man Kupfer(II)-citrat auch durch die elektrochemische Umsetzung von mit Wasser verdünnter Citronensäure und Kupfer gewinnen. Oder als eine Reaktion zwischen einem löslichen Kupfer(II)-Salz und Trinatriumcitrat[5]:
- [Cu(H2O)6]2+ + 2Hcit3− → [Cu(H3cit)(H2cit)]− + 3OH− + 3H2O
und anschließendes Erhitzen der hergestellten blaugrünen Lösung unter dem Siedepunkt des Wassers[6]:
- 2[Cu(H3cit)(H2cit)]− → Cu2(cit)•2H2O + 3H3cit− + H+
Verwendung

Kupfer(II)-citrat wird in der Önologie zur Behandlung des Weinfehlers „Böckser“ – ein Geruchs- und Aromafehler – verwendet. Kupfercitrat wird dabei als granuliertes „Kupzit“ (mit 5 % Gehalt an Kupfercitrat) dem Wein zugegeben. Dies führt allerdings dazu, dass dann freie, geschmacklich völlig unzulängliche, Kupferionen im Wein verbleiben. Diese müssen daher nach der Böckser-Behandlung mit Kaliumhexacyanidoferrat(II) abgefangen werden, welches die freien Kupferionen weitgehend in eine unlösliche und somit vom Wein abfiltrierbare Form überführt.[7]
Daneben wird Kupfercitrat noch als Algizid in Schwimmbädern, als Antiseptikum, in Metallbearbeitungsölen[1] sowie schon seit 1849 als Pigment[8] verwendet. In geringem Umfang wird das Citrat zur Holzkonservierung eingesetzt.[9] Auch in Nahrungsergänzungsmitteln ist es für das Spurenelement Kupfer als Komponente enthalten.
Sicherheitshinweise
Bei Hamstern zeigte Kupfer(II)-citrat nach einer Gabe an trächtige Tiere eine fruchtschädigende Wirkung, vorwiegend Missbildungen des cardiovaskulären Systems.[10][11] Die akute letale Dosis bei Ratten beträgt bei oraler Aufnahme 1.580 mg·kg−1.[4]
Literatur
- A. J. Davison, R. T. Hamilton: Stimulation of cytochrome c oxidation by a copper citrate complex. In: Arch. Biochem. Biophys. Band 126, 1968, S. 228–231; PMID 5671065.
- Abdelaziz Madinzia, Mohammed El Amanea, Hamid Atmani: Synthesis, characterisation and electrochemical properties of the copper citrate complexes. In: Annales de Chimie Science des Materiaux. Band 25, 2000, S. 179–185; doi:10.1016/S0151-9107(00)88893-5.
- F. J. Di Carlo: Syndromes of cardiovascular malformations induced by copper citrate in hamsters. In: Teratology. Band 21, 1980, S. 89–101. PMID 7385058.