Kyndryl
IT-Unternehmen
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Kyndryl ist ein Unternehmen im Bereich der IT-Infrastruktur, das im September 2021 aus der Abspaltung eines großen Teils der bisherigen IBM (frühere Managed Infrastructure Services) entstand.[1][2]
| Kyndryl | |
|---|---|
| Rechtsform | Börsennotiertes Unternehmen |
| ISIN | US50155Q1004 |
| Gründung | 2021-11-03 |
| Sitz | One Vanderbilt |
| Mitarbeiterzahl | 87.708 (2023) |
| Umsatz | 16,05 Mrd. USD (2024) |
| Branche | IT-Dienstleistungen |
| Website | www.Kyndryl.com |
| Stand: Mai 2024 | |
Firmenprofil
Es umfasst die Beratung und den Betrieb von IT-Infrastruktur wie Cloud-Umgebungen, Rechenzentren, Netzwerken, Großrechner und Endnutzer-Geräten sowie von Anwendungen, Daten-Umgebungen und KI für über 4000 Kunden in über 175 Ländern[3] mit ca. 15 Milliarden Dollar Jahresumsatz.[4]
Kyndryl verfügt über 70.000 Mitarbeiter und bedient 75 der Fortune-100-Unternehmen.[5] Insgesamt zählen rund 4600 existierende Kunden zum Kundenstamm.[6] Das Unternehmen erhielt von der IBM ein Gesamtportfolio von über 3000 Patenten.
Sitz des Unternehmens ist New York City im Bundesstaat New York. Als Führungsgremium sind u. a. folgende Personen benannt[7]:
- Chief Executive Officer: Martin Schroeter
- Group President: Elly Keinan
- Chief Technology Officer: Antoine Shagoury
- Chief Financial Officer: David Wyshner
Maßgebliche Beteiligungen an Kyndryl halten The Vanguard Group (11,2 %), FMR, LLC (10,8 %), BlackRock, Inc. (10%), Neuberger Berman Group LLC (5,4 %) und Fidelity Investments.[8]
Der Name Kyndryl soll laut Ankündigung Assoziationen von „echter Partnerschaft und Wachstum“ wecken.[9] Das Kunstwort ist eine moderne Adaption von zwei Wörtern, die für die Identität und Mission des neuen Unternehmens von zentraler Bedeutung sind. „Kyn“ leitet sich vom Wort „kinship“ (Verwandtschaft) ab und verweist auf die Überzeugung, dass die Beziehungen zu den Menschen – Mitarbeitern, Kunden und Partnern – im Mittelpunkt der Strategie stehen und dass dauerhafte Beziehungen aufgebaut und gepflegt werden müssen. „Dryl“ kommt von „tendril“ (Ranke) und erinnert an neues Wachstum und die Idee, dass das Unternehmen – zusammen mit Kunden und Partnern – immer daran arbeitet, den menschlichen Fortschritt voranzutreiben.[10][11]
Kyndryl Deutschland wird von Kai Grunwitz als President Kyndryl Germany verantwortet.[12]
Kyndryl ALPS (Schweiz und Österreich) wird von Maria Kirschner als Vice President & General Manager verantwortet.
Da der IT-Dienstleister Solvinity, der für den Staat der Niederlande die DigiD-App entwickelte, von der Kyndryl-Tochter in den Niederlanden übernommen wird, gelangen sensible Daten aller Staatsbürger und über jedes Unternehmen an den neuen Besitzer. Diese Daten könnten eigenverwertet oder verkauft werden. DigiD verwaltet Bankdaten, Gesundheitsportale, medizinische Unterlagen, Versicherungsdaten, Sozialleistungen, Renteninformationen, Wohnen, Führerschein- und Fahrzeugregistrierung, Kinder- und Familienleistungen, Wahlen, Bildung, Strafregister, Unternehmensregistrierungen und Beschäftigungsdienste.[13]
Entwicklungen im Jahr 2026
Im Februar 2026 geriet Kyndryl aufgrund schwächer als erwarteter Quartalsergebnisse sowie interner Umstrukturierungen stark unter Druck. Das Unternehmen veröffentlichte am 9. Februar 2026 seine Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 und meldete einen Umsatz von 3,9 Mrd. US‑Dollar, was einem Anstieg von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, jedoch unter den Erwartungen blieb. Das bereinigte EBITDA betrug 696 Mio. US‑Dollar, leicht unter dem Vorjahreswert, während der bereinigte Vorsteuergewinn auf 168 Mio. US‑Dollar stieg. Kyndryl Consult verzeichnete dabei ein zweistelliges Umsatzwachstum und machte rund ein Viertel der Gesamterlöse aus. Zudem stieg der hyperscaler‑bezogene Umsatz um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr.[14]
Trotz dieser operativen Fortschritte brach die Aktie am 9. Februar 2026 zeitweise um über 50 Prozent ein. Auslöser hierfür waren neben den verfehlten Prognosen eine Reihe von Führungswechseln sowie die Ankündigung, dass der Quartalsbericht aufgrund festgestellter Schwächen in den internen Kontrollen verspätet eingereicht werde. Der bisherige Finanzvorstand David Wyshner und weitere Führungskräfte verließen das Unternehmen, während Harsh Chugh als Interim‑CFO benannt wurde. Gleichzeitig prüft die US‑Börsenaufsicht SEC im Zuge freiwilliger Dokumentenanforderungen Aspekte der Finanzberichterstattung und des Cash‑Managements.[15]
Kritik
Im Jahr 2024 geriet der Konzern in die Kritik, nachdem er sämtliche Tarifverträge kündigte, wovon drei Firmen und rund 700 Beschäftigte in Deutschland betroffen sind.[16]
Die Solvinity-Übernahme durch Kyndryl Netherlands rief in Europa Bedenken bezüglich der digitalen Souveränität hervor.[17]
