LGBT-Konservatismus

Konservatismus innerhalb der LGBT-Bewegung From Wikipedia, the free encyclopedia

LGBT-Konservatismus ist ein Begriff, der Ideen des Konservatismus im intellektuellen, sozialen und politischen Sinne innerhalb der LGBT-Bewegung umfasst.

Merkmale

Auf kulturellem Gebiet fühlen sich LGBT-Konservative traditionalistischen Vorstellungen wie der Treue zur Nation, der Sorge um die Familie und anderen Tugenden, die von konservativen Kräften in den Vordergrund gestellt werden, verbunden.[1]

Auf politisch-ökonomischem Gebiet treten sie für die Durchsetzung ihrer Bürgerrechte und die Angleichung staatlicher Garantien und Leistungen für Angehörige der LGBT-Bevölkerung an die anderer (d. h. heterosexueller) Personengruppen ein, insbesondere im Steuer-, Ehe- und Familienrecht. Hierbei berufen sie sich mitunter auf die von der LGBT-Bevölkerung geleisteten Steuerzahlungen und die hohe Kaufkraft einiger sozioökonomischer Segmente dieses Bevölkerungsteils.[2]

In geistlicher Hinsicht beteiligen sich LGBT-Konservative aktiv am Gemeindeleben religiöser Gruppen, die das Toleranzprinzip vertreten und Lebensweisen der LGBT-Bevölkerung anerkennen und einbeziehen, etwa in protestantischen und altkatholischen Kirchengemeinden,[3] die gleichgeschlechtliche Paare segnen oder trauen, und Gemeinden des liberalen Judentums.[4] In bestimmten Ländern äußert der konservative Diskurs über LGBT-Rechte eine kritische Haltung gegenüber dem Islam und argumentiert, dass die politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in von Muslimen überwiegend bevölkerten Ländern durch diskriminierende Handlungen und Einstellungen die Lebensrealitäten von LGBT-Personen maßgeblich beeinflussen.[5][6]

Sie distanzieren sich von dem Begriff „schwuler Lebensstil“, der von Konservativen oft missbraucht wird, um die Rechte sexueller Minderheiten einzuschränken, und verallgemeinernd behauptet, „alle Homosexuelle“ wiesen das gleiche Verhalten auf.[7]

LGBT-Konservative vertreten eine Sexualmoral, die sich gegen Promiskuität und Konkubinat richtet, und unterstützen die Rechtsfiguren der eingetragenen Lebenspartnerschaft und der gleichgeschlechtlichen Ehe. Dabei orientieren sie sich am monogamen Modell einer dauerhaften affektiven Bindung zweier Menschen.[8] Dieses Prinzip ist für die Unterstützung von LGBT-Anliegen durch sogenannte Straight-Allies aus dem sozialkonservativen Bevölkerungssegment förderlich.[9]

Parteipolitisches Engagement

Deutschsprachige Länder

Die Gruppe Lesben und Schwule in der Union (LSU) beim CSD Berlin 2022
  • Die LSU (Lesben und Schwule in der Union) sind eine CDU/CSU-nahe Gruppierung von Personen aus der LGBT-Bevölkerung, die im traditionellen konservativen Parteienspektrum der Bundesrepublik Deutschland engagiert sind.[10]
  • 2016 gab es Medienberichte über eine Gruppierung namens „Bundesinteressengemeinschaft (BIG) Homosexuelle der AfD“, die sich für Sozialkonservatismus und liberale Wirtschaftspolitik einsetzt.[11] 2017 berichtete Norbert Blech auf Queer.de über die neu entstandene weit rechte Abspaltung „Schwul-Lesbische Plattform“,[12] über die dann Helke Ellersiek im Freitag vom 8. Mai 2019 berichtete.[13] Anschließend wurde es still um die Homosexuellen in der AfD. Unabhängig von diesen Organisationen innerhalb der AfD ist noch bekannt, dass die extrem rechte Parteivorsitzende Alice Weidel in einer lesbischen Beziehung lebt.[14]

Sonstige Länder

Ein Mitglied der konservativen US-amerikanischen politischen Organisation „Gays for Trump“

Siehe auch

Einzelnachweise

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