Libera Università Internazionale degli Studi Sociali
Universität in Italien
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Die LUISS (Libera Università Internazionale degli Studi Sociali Guido Carli; deutsch: Freie Internationale Universität für Soziale Studien) ist eine mit dem italienischen Arbeitgeberverband Confindustria verbundene freie Privatuniversität für Sozialwissenschaften in Rom mit über 9000 Studenten. Im Bereich Wirtschaft konkurriert sie mit der Universität Luigi Bocconi in Mailand.[3] Der Hauptcampus liegt nordöstlich des Stadtzentrums in Parioli.
Gründung, Angebot, Renommee

Die Hochschule wurde 1946 als erste private Universität Italiens nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, zunächst als katholische Hochschule unter dem Namen Istituto di Studi Superiori Pro Deo von den römisch-katholischen Geistlichen Félix Andrew Morlion, einem belgischen Dominikanerpater, und Monsignore Antonio de Angelis, und hieß seit 1948 Università Internazionale degli Studi Sociali „Pro Deo“. Die seit 1968 kolportierten Verbindungen der Gründer zu US-amerikanischen Geheimdiensten und verschiedene Skandale führten zur Aufgabe der kirchlichen Identität Anfang der 1970er Jahre. Seit ihrer Umformung in eine laizistische Privatuniversität im Jahr 1974 unter der Leitung von Umberto Agnelli und weiteren Industriellen ist die Hochschule eng mit dem italienischen Arbeitgeberverband Confindustria verbunden. Von 1978 bis 1993 war der Ökonom und Politiker Guido Carli Präsident der Universität, von 2004 bis 2010 der Manager und Unternehmer Luca Cordero di Montezemolo.[4]
Die LUISS hat neben einer Undergraduate School und einer Graduate School sieben Departments aus den Bereichen Wirtschaft, Recht und Politik sowie die LUISS Business School, die LUISS School of Law, die LUISS School of Government und die Massimo Baldini School of Journalism.[5]
Für die Bachelor-Studiengänge fallen rund 8.400 € und für die Master-Studiengänge bis zu 12.000 € jährliche Studiengebühr an. Die Universität ist bestrebt, weltweit herausragende Talente zu rekrutieren; Aufnahmetests finden im Frühjahr und Herbst statt.
Neben dem Hauptstandort in der viale Romania (Trieste) gibt es sechs Standorte. Viele Gebäude sind in historischen Palästen und Villen untergebracht, u.a. in der Villa Blanc. Einlass in das Universitätsgelände ist nur mit Studentenausweis möglich.
Die LUISS betreibt unter anderem Auslandspatenschaften mit der Stanford University, der Fordham University, dem King’s College London, der European Business School, der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Universität Amsterdam, der HEC Lausanne und der University of British Columbia[6]
Verbundene Personen und Alumni
- Giuliano Amato (* 1938), italienischer Jurist und Politiker, 1992–1993 und 2000–2001 Ministerratspräsident (PSI, parteilos), 2013–2022 Richter am Verfassungsgerichtshof
- Rosy Bindi (* 1951), italienische Politikerin, 1996–2000 Gesundheitsministerin (Kabinett Prodi I, Kabinett D’Alema I), 2009–2013 Präsidentin der Partito Democratico
- Fabio Caressa (* 1967), italienischer Journalist und Sportreporter
- Giuseppe Conte (* 1964), italienischer Jurist und Politiker, 2018–2021 Ministerratspräsident (parteilos, M5S)
- Fulvio Conti (* 1947), italienischer Manager, 2005–2014 CEO von ENEL
- Jared Diamond (* 1937), US-amerikanischer Evolutionsbiologe und Geograph[7]
- Augusto Fantozzi (1940–2019), italienischer Jurist und Politiker, 1995–1996 Finanzminister (Kabinett Dini)
- Pasquale Ferrara (* 1958), italienischer Diplomat, Generalsekretär des Europäischen Hochschulinstituts[8]
- Jean-Paul Fitoussi (1942–2022), französischer Ökonom, Co-Leiter der Stiglitz-Sen-Fitoussi-Kommission
- Giovanni Maria Flick (* 1940), italienischer Jurist und Politiker, 1996–1998 Justizminister (Kabinett Prodi), 2000–2009 Richter am Verfassungsgerichtshof
- Giovanni Floris (* 1967), italienischer Journalist und TV-Moderator
- Maximo Ibarra (* 1968), italienischer Manager, 2016–2017 CEO von Wind Tre[9]
- Marc Jaeger (* 1954), luxemburgischer Jurist, seit 1996 Richter und 2007–2019 Präsident des Gerichts der Europäischen Union[10]
- Luca Maestri (* 1963), italienischer Manager, seit 2014 CFO von Apple
- Antonio Martino (1942–2022), italienischer Ökonom und Politiker, 1994–1995 Außenminister (Kabinett Berlusconi I), 2001–2006 Verteidigungsminister (Kabinett Berlusconi II, Kabinett Berlusconi III)
- Carlo Messina (* 1962), italienischer Manager, seit 2013 CEO von Intesa Sanpaolo
- Enzo Moavero Milanesi (* 1954), italienischer Jurist und Politiker, 2018–2019 Außenminister (Kabinett Conte I)[11]
- Massimo Moratti (* 1945), italienischer Unternehmer, seit 2018 Präsident von Saras, 1995–2013 Präsident von Inter Mailand
- Vivien Ann Schmidt (* 1949), US-amerikanische Politikwissenschaftlerin[12]
Weblinks
- Offizielle Internetpräsenz der Libera Università Internazionale degli Studi Sociali (italienisch, englisch)