La Chapelle-Naude
französische Gemeinde
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La Chapelle-Naude [] ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum gleichnamigen Kanton Louhans. Der Ort hat 500 Einwohner (Stand 1. Januar 2023)[1], diese werden Chapellats, resp. Chapellates genannt[2].
| La Chapelle-Naude | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Bourgogne-Franche-Comté | |
| Département (Nr.) | Saône-et-Loire (71) | |
| Arrondissement | Louhans | |
| Kanton | Louhans | |
| Gemeindeverband | Bresse Louhannaise Intercom’ | |
| Koordinaten | 46° 36′ N, 5° 12′ O | |
| Höhe | 177–205 m | |
| Fläche | 19,06 km² | |
| Einwohner | 500 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 26 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 71500 | |
| INSEE-Code | 71092 | |
Geografie


La Chapelle-Naude liegt knapp fünf Kilometer südwestlich des Kantonshauptortes Louhans und wird von der Departementsstraße D 12[3] (Louhans–Romenay) durchzogen.
Große Teile der Gemeindegrenzen bilden Gewässer: im Nordosten der Solnan[4], im Südosten und Norden die Sâne-Morte[5], im Südwesten der Ruisseau de Corgeat[6] und im Nordwesten der Étang Tétra mit seinem Bief. In der Gemeinde befinden sich drei Étangs und größere Waldgebiete, vorwiegend nordwestlich der D12.
Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: la Chaigne, les Chambeaux, Chantizy, Charnay, les Chavanettes, Chêne-Larron, la Citadelle, Corgeat, les Desbois, les Devants, les Drillons, le Foittey, les Grands-Bois, la Grange-Rouge, la Maison-Neuve, la Mare-au-Coq, les Moissonniers, Molle-Rippe, Montbrillant, Moulin-de-la-Chapelle, le Paloux, la Perdricière, la Planche, la Planche-Colot, la Poupette, Promby, les Quatre-Hutteaux, les Quatre-Huttots-de-Charnay, le Rousset, Sane, la Sevèvre, les Tremblets, la Triboullière, la Tuilerie, le Vauvret, le Vernay, la Vigne, la Ville-aux-Davids[7].
Klima
Das Klima in La Chapelle-Naude ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,3 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,5 °C, der kälteste der Januar mit 3,6 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1042 mm, dabei ist der November mit 119 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 62 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2826 Sonnenstunden gezählt.
| La Chapelle-Naude | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für La Chapelle-Naude
Quelle: climate-data.org Daten 1991 – 2021 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Toponymie
Der Ort taucht erstmals um 1225 als Capella Audan auf, denkbar ist, dass dieses Gotteshaus Audoenus geweiht war. Durch Lauteinschub ergab sich schon im 14. Jahrhundert Capella Nauda, was letztlich zum heutigen Ortsnamen führte.
Als Folge der Revolution und der damit verbundenen Säkularisierung wurde die Gemeinde umbenannt und trug während einiger Zeit den Namen Sâne-la-Morte[8].
Geschichte
Die alte Römerstraße Louhans–Romenay verlief östlich der heutigen Siedlung. Eine erste Kirche bestand schon im 13. Jahrhundert, Chor und der achteckige Glockenturm aus Ziegelsteinen, gehen vermutlich auf diesen ersten Bau zurück. Die Kirche wurde im 14. und 15. Jahrhundert umgebaut, Erneuerungen und Ergänzungen erfolgten im 19. und 20. Jahrhundert. Die Kirche war von 2003 bis 2012 für die Öffentlichkeit geschlossen wegen Bauschäden, die sich aufgrund der Trockenheit in 2003 ergaben. Die Kirche ist Mariä Himmelfahrt gewidmet. Promby gehörte zur Herrschaft Sainte-Croix, Corgeat zu Montpont und weitere Teile zu Chardenoux. 1856 bestanden noch drei Mühlen, 1988 noch 33 Landwirtschaftsbetriebe.
Die Herren von la Chapelle-Naude
Die Kirche von Chapelle-Naude wurde gegründet durch die Mönche von Châtel, zusammen mit den Kirchen und Kapellen von Sainte-Croix, Frontenaud und Varennes. Die Mönche waren damit beschäftigt, Land zu roden und urbar zu machen.
1289 kam es zum Gebietsabtausch zwischen Herzog Robert II. und Amé (Amadeus) V., Graf von Savoyen. Dadurch gehörte die Kastellanei von Cuisery mit den zugehörigen Orten endgültig zum Herzogtum Burgund.
Nach dem Gebietsabtausch im Jahr 1289 wurden die Burgunderherzöge zusehends überheblich. Sie ließen die Mönche plagen und quälen, beraubten sie und zerstörten ihre Gebäude. Die Benediktiner klagten beim Parlement de Paris und machten einen Schaden von über 25.000 Livres geltend. Herzog Hugues V. lehnte aber die Zuständigkeit des Gerichtes ab, das 1308 den Herzog zu Schadensersatz verpflichtete. Die Mönche vermochten sich allerdings nicht gegen die Macht der Herzöge durchzusetzen.
Die Herzöge von Burgund ließen die Kastellanei von Cuisery weiter bestehen, sie umfasste insbesondere das westliche Gemeindegebiet von la Chapelle-Naude. Die Herren waren die Kastellane und erst spät begannen sich Einzellehen herauszubilden.
Das östliche Gebiet von la Chapelle-Naude gehörte zum Teil zur Baronie von Montpont-en-Bresse, zum Teil zu Sainte-Croix und zum Dritten zur Herrschaft Chardenoux.
Im Gemeindegebiet befanden sich drei Lehen, nämlich:
- Promby (etwa 1,5 Kilometer östlich des Bourg von Chapelle-Naude) gehörte zur Herrschaft Sainte-Croix. Das Lehen gehörte Claude Elysée Badoux, dessen Vater und Großvater Trésorier de France waren. Im 18. Jahrhundert gehörte Promby einem Pierre Arnoux.
- Corgeat (etwa 4,5 Kilometer südwestlich des Bourg von Chapelle-Naude) gehörte zur Baronie Montpont-en-Bresse.
- ein namentlich nicht bekanntes Lehen gehörte zu Chardenoux in der Gemeinde Bruailles.
Bevölkerung

| La Chapelle-Naude: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 731 | |||
| 1800 | 745 | |||
| 1806 | 705 | |||
| 1821 | 730 | |||
| 1831 | 763 | |||
| 1836 | 738 | |||
| 1841 | 794 | |||
| 1846 | 813 | |||
| 1851 | 795 | |||
| 1856 | 795 | |||
| 1861 | 770 | |||
| 1866 | 800 | |||
| 1872 | 794 | |||
| 1876 | 817 | |||
| 1881 | 776 | |||
| 1886 | 748 | |||
| 1891 | 768 | |||
| 1896 | 809 | |||
| 1901 | 728 | |||
| 1906 | 746 | |||
| 1911 | 748 | |||
| 1921 | 639 | |||
| 1926 | 655 | |||
| 1931 | 636 | |||
| 1936 | 628 | |||
| 1946 | 579 | |||
| 1954 | 548 | |||
| 1962 | 477 | |||
| 1968 | 441 | |||
| 1975 | 372 | |||
| 1982 | 339 | |||
| 1990 | 418 | |||
| 1999 | 437 | |||
| 2009 | 509 | |||
| 2014 | 566 | |||
| 2020 | 498 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 2006,[9] ab 2009 INSEE[10] Anmerkung(en): • Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz • Höchste Einwohnerzahl 1876 mit 817, tiefste Einwohnerzahl 1982 mit 339 (41,5 % vom Maximum) | ||||
| Bevölkerungsstruktur | Anzahl Einwohner | männlich | weiblich | davon Ausländer | Anteil % |
|---|---|---|---|---|---|
| 491 | 250 | 241 | 7 | 1,4 |
| Männer | Alterstufe | Frauen |
|---|---|---|
6 |
2 | |
28 |
29 | |
60 |
61 | |
41 |
47 | |
41 |
35 | |
27 |
27 | |
46 |
40 |
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen weist einen leichten Überhang zugunsten der Männer auf, die 51 % der Bevölkerung ausmachen, wobei 44 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre sind. Demgegenüber sind 38 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter.
| Wohnstruktur | Anzahl Wohneinheiten | davon Häuser | Wohnungen |
|---|---|---|---|
| 275 | 264 | 11 | |
| davon Hauptwohnsitz | 224 | ||
| Zweit- oder Ferienwohnsitz | 31 | ||
| vakant | 20 |
Wirtschaft und Infrastruktur
Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen
In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen:
| Branche | Anzahl Betriebe |
|---|---|
| Industrie und verarbeitendes Gewerbe | 3 |
| Baugewerbe | 6 |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 5 |
| Information und Kommunikation | |
| Finanz- und Versicherungsdienstleistungen | |
| Grundstücks- und Wohnungswesen | 1 |
| Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen | |
| Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen | 4 |
| Sonstige Dienstleistungen | 1 |
| Land- und Forstwirtschaftsbetriebe[13] | 12 |
In der Gemeinde befinden sich eine Bäckerei, ein Schönheitssalon, zwei Schreinerei-/Zimmereibetriebe und ein Installateurgeschäft. Ferner befinden sich im Ort zwei Gîtes und eine Bibliothek. Für die Güter des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner weitgehend in Louhans[14].
Geschützte Produkte in der Gemeinde
Als AOC-Produkte sind in La Chapelle-Naude Volaille de Bresse[15][16][17] und Dinde de Bresse[18], ferner Crème et beurre de Bresse[19][20] zugelassen.
Bildungseinrichtungen
In der Gemeinde besteht eine École primaire[21] (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon[22] untersteht und von 45 Schülern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[23].
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Mariä-Himmelfahrtskirche (Chor und Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert)[24]
- La Grange Rouge an der Route du Vauvret Zentrum für kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung. Zwei Gebäude in bressanischer Architektur aus dem 17. Jahrhundert mit Obstgarten, Weiden, Fluss und Gemüsegarten. Eines der Gebäude dient als Unterkunft für Gruppen und es finden kulturelle Anlässe statt.[25]
Literatur
- Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, google.fr [abgerufen am 3. Februar 2026]).
- Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Les temps anciens et le Moyen Âge. Band 1. Imprimerie Auguste Romand, Louhans (französisch, google.com [abgerufen am 3. Februar 2026]).
- Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Les temps modernes jusqu’à 1789. Band 2. Imprimerie Auguste Romand, Louhans (französisch, google.com [abgerufen am 3. Februar 2026]).
- Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, bnf.fr [abgerufen am 3. Februar 2026]).
Weblinks
- La Chapelle-Naude. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 7. Februar 2026 (französisch).
- La Chapelle-Naudee. Présentation de la commune. Ministère de la Culture, 2008, abgerufen am 7. Februar 2026 (französisch).
- La Chapelle-Naude. in der POP Plateforme ouverte du patrimoine. Ministère de la Culture, abgerufen am 7. Februar 2026 (französisch).
- La Chapelle-Naude. in Patrimoine en Bourgogne-Franche-Comté. Direction Culture, Sport et Jeunesse (keine Daten bei Abruf), abgerufen am 7. Februar 2026 (französisch).
Siehe auch
- Geschichte der Bresse
- Römerstraßen in der Bresse
- Bresse, Geografie, Geomorphologie, Wirtschaft
- Bresse bourguignonne, Beschreibung der Bresse als Naturlandschaft
