La Chaussaire

ehemalige französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

La Chaussaire ([la ʃoˈsɛʁ] ) ist eine Ortschaft und ehemalige französische Gemeinde mit 746 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Maine-et-Loire in der Region Pays de la Loire. Sie gehörte zum Arrondissement Cholet. Die Einwohner werden Chaussairois und Chaussairoises genannt.

Schnelle Fakten
La Chaussaire
La Chaussaire (Frankreich)
La Chaussaire (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Pays de la Loire
Département Maine-et-Loire
Arrondissement Cholet
Gemeinde Montrevault-sur-Èvre
Koordinaten 47° 12′ N,  9′ W
Postleitzahl 49600
Ehemaliger INSEE-Code 49085
Eingemeindung 15. Dezember 2015
Status Commune déléguée

Ehemaliges Bürgermeisteramt (Mairie)
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Der Erlass des Präfekten vom 5. Oktober 2015 legte mit Wirkung zum 15. Dezember 2015 die Eingliederung von La Chaussaire als Commune déléguée zusammen mit den früheren Gemeinden Montrevault, Chaudron-en-Mauges, La Boissière-sur-Èvre, La Salle-et-Chapelle-Aubry, Le Fief-Sauvin, Le Fuilet, Le Puiset-Doré, Saint-Pierre-Montlimart. Saint-Quentin-en-Mauges und Saint-Rémy-en-Mauges zur Commune nouvelle Montrevault-sur-Èvre fest.[1]

Geografie

Karte von La Chaussaire

La Chaussaire liegt etwa 54 Kilometer südwestlich von Angers, etwa 26 Kilometer nordwestlich von Cholet und etwa 31 Kilometer östlich von Nantes an der Grenze zum benachbarten Département Loire-Atlantique. Der Ort befindet sich in der Région naturelle der Mauges, Teil der historischen Provinz des Anjou.

Der Ort befindet sich im Einzugsgebiet der Loire und wird vom Ruisseau de Verret entwässert, der ihn im Osten begrenzt, ferner vom Ruisseau du Lac Roger, vom zeitweise trockenfallenden Ruisseau de la Hardière, der ihn in Nordosten begrenzt, sowie von weiteren kleineren Fließgewässern.

Das Ortsgebiet zeigt eine hügelige Landschaft an den südöstlichen Ausläufern des Armorikanischen Massivs mit einer maximalen Erhebung von 106 m im Norden. Das Ortszentrum liegt auf etwa 90 m, der niedrigste Punkt wird mit 52 m Höhe beim Austritt des Ruisseau de Verret aus dem Ortsgebiet gemessen.

Umgeben wird La Chaussaire von drei Nachbargemeinden und einer Commune déléguée von Montrevault-sur-Èvre:

Le Puiset-Doré (Montrevault-sur-Èvre)
La Remaudière (Loire-Atlantique) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
La Regrippière (Loire-Atlantique) Beaupréau-en-Mauges

Etymologie und Geschichte

Der Ortsname könnte auf die Römerstraße von Poitiers nach Nantes anspielen (französisch chaussure, deutsch Schuh), die das Ortsgebiet einst durchquerte. Der lateinische Name für Römerstraße lautet via calceata im Sinne von „mit Steinen beschuhte Straße“. Frühere Formen des Ortsnamens waren: Calcearia (1120), Chauceiaria (1149), La Chausserre (1654).[2]

Auf dem Ortsgebiet sind 22 Äxte aus poliertem Stein als Zeugen der Urgeschichte gefunden worden.

Der Name der Pfarrgemeinde erschien erstmals 1120, als Bischof Renaud de Martigné die Eremiten unter seinem Schutz stellte, die sich im Weiler Le Lac-Roger niedergelassen hatten (Lacu Rogerii quae est in parrochia de Calcearia). Die Gründung der Pfarrgemeinde muss demnach bereits vor dem 12. Jahrhundert erfolgt sein. Die Pfarrkirche wurde von Ulger an das Kapitel von Saint-Maurice durch sein Testament gestiftet. Es gilt als sicher, dass das Gebiet seit langer Zeit besiedelt war und dass ehemalige Schmieden und Eisenerzminen in Betrieb waren. Die Pfarrkirche Notre-Dame wurde 1438 vollständig neu errichtet.

Die Lehnsherrschaft, die vor dem 15. Jahrhundert gebildet wurde, war von der Grafschaft Montrevault abhängig. Sie besaß nur eine mittlere Gerichtsbarkeit, aber dem Seigneur gehörte das Feste Haus Les Roches im Ortszentrum. Das Lehen gehörte im 16. Jahrhundert der Familie Pantin de la Hamelinière und seit dem 18. Jahrhundert der Familie Béritault, die in Boisgirault im heutigen Beaupréau-en-Mauges residierten. Ein Teil des Ortgebiets gehörte zum Priorat von La Regrippière.

Im 18. Jahrhundert gehörte die Pfarrgemeinde zum Bistum Angers, zum Archidiakonat Outre-Loire, zum Dekanat der Mauges, zur Élection, zur Subdelegation und Bailliage von Angers sowie zum Einzugsgebiet der Gabelle von Saint-Florent-le-Vieil. Die Gemeindeverwaltung befürwortete die neuen Ideen, die die Französischen Revolution hervorbrachte.

Während der Französischen Revolution verwüsteten Höllenkolonnen, die vom Nationalkonvent angeordneten Maßnahmen zur Niederschlagung des Aufstands in der Vendée umsetzten, das Dorf und ermordeten 40 Personen am 14. Februar 1794.[3]

Bevölkerungsentwicklung

La Chaussaire: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
818
1800
 
903
1806
 
811
1821
 
897
1831
 
892
1836
 
934
1841
 
920
1846
 
904
1851
 
867
1856
 
923
1861
 
950
1866
 
1.012
1872
 
1.058
1876
 
1.054
1881
 
1.044
1886
 
1.044
1891
 
842
1896
 
775
1901
 
720
1906
 
692
1911
 
688
1921
 
603
1926
 
599
1931
 
564
1936
 
570
1946
 
583
1954
 
605
1962
 
623
1968
 
614
1975
 
595
1982
 
606
1990
 
644
1999
 
610
2006
 
693
2013
 
803
2020
 
810
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[4] INSEE ab 2006[5][6][7]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Notre-Dame, 1895 im neogotischen Stil neu gebaut.

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes de Maine-et-Loire. Flohic Editions, Band 2, Paris 2001, ISBN 2-84234-117-1, S. 865–866.
  • Le Patrimoine des Communes de Maine-et-Loire. Flohic Editions, Band 2, Paris 2001, ISBN 2-84234-117-1, S. 859–861.
  • Pierre-Louis Augereau: Les secrets des noms de communes et lieux-dits du Maine-et-Loire. Cheminements, 2004, ISBN 2-84478-338-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Célestin Port: Dictionnaire historique, géographique et biographique de Maine-et-Loire. Band 1. Paris / Angers 1965 (französisch, online aus:Archives départementales de Maine-et-Loire).

Einzelnachweise

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