La Feuillade

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

La Feuillade (Aussprache [la fœˈjad], okzitanisch La Fuelhada) ist eine französische Gemeinde mit 820 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Feuilladais und Feuilladaises oder Feuilladois und Feuilladoises genannt.

Schnelle Fakten
La Feuillade
La Feuillade (Frankreich)
La Feuillade (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Terrasson-Lavilledieu
Gemeindeverband Terrassonnais Haut Périgord Noir
Koordinaten 45° 7′ N,  24′ O
Höhe 89–322 m
Fläche 3,97 km²
Einwohner 820 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 207 Einw./km²
Postleitzahl 24210
INSEE-Code
Website www.la-feuillade.com

Blick auf La Feuillade
Schließen

Geografie

Die Couze zwischen Larche und La Feuillade
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

La Feuillade liegt etwa 54 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux, etwa 12 Kilometer westsüdwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 29 Kilometer nordnordöstlich von Sarlat-la-Canéda im Osten des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Corrèze. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Vézère, die es im Norden begrenzt, von der Couze, die es im Osten begrenzt, vom Flüsschen Monteil, das es im Nordwesten begrenzt, sowie von zwei kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. La Feuillade liegt im äußersten nordöstlichen Abschnitt, der den letzten Ausläufer des Zentralmassivs bildet, und aus kristallinen Gesteinen besteht, die im Paläozoikum, vor dem Karbon, entstanden sind.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum datieren, sowie Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum und dem Paläozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine baumarme Hügellandschaft auf, deren Erhebungen graduell nach Südwesten hin auf über 300 m ansteigen. Der topografisch höchste Punkt mit 322 m Höhe ist im äußersten Südwesten an der Grenze zur Nachbargemeinde Les Coteaux Périgourdins zu finden, der tiefste Punkt mit 89 m im Norden beim Austritt der Vézère aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt erhöht auf etwa 151 m Höhe.

Rund 67 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend als Grünland genutzt, rund 29 % entfallen auf bebaute Flächen, rund 4 % sind bewaldet.[2]

La Feuillade wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:

Pazayac Saint-Pantaléon-de-Larche (Corrèze)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Les Coteaux Périgourdins Larche (Corrèze)

Natürliche und technologische Risiken

Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für La Feuillade

Naturrisiken manifestieren sich in La Feuillade neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1983, 1993, 1996, 1999, 2001 und 2010 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugenden Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

La Feuillade ist einer starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, ist das nördliche Gemeindegebiet oberhalb des Vézère-Tals von einer mittleren Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 2018, 2019 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.

In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde La Feuillade der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.[3]

Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Monceaux la Virolle im Département Corrèze, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter), das seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesem Staudamm der Klasse A mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch dieses Bauwerks entstünde.[4]

Etymologie und Geschichte

Die romanische Kirche wurde vor der erstmaligen Erwähnung des Namens des Dorfes im 13. Jahrhundert in der Schreibweise La Folhada errichtet. In der Folge ist der Ortsname als Foliata im Jahre 1365 belegt, danach französisiert in seiner aktuellen Form Er steht für das okzitanische folhada, fulhada (deutsch Laubdach, Schatten der Bäume, Laubhütte). Das Wort ist abgeleitet von fuèlha, fuolha, das das spätlateinische folia, Femininum Plural von folium (deutsch Laub) im klassischen Latein fortführt.[5]

Die menschliche Besiedlung von La Feuillade begann in der gallorömischen Zeit, wie Funde antiker Münzen bei Ausgrabungen der Straße Périgueux-Brive belegen.[6]

Tatsächlich durchquerte eine wichtige Römerstraße, die die Stadt Vesunna (das heutige Périgueux) mit der Auvergne verband, das Gebiet von La Feuillade bei einem Lieu-dit namens Colombier, oberhalb des Dorfes Les Buges.

Im Mittelalter und unter dem Ancien Régime gehörte die Pfarrgemeinde zur Kastellanei Larche, die den Seigneurs von Turenne gehörte. Diese verkauften sie 1442 an den Grafen von Périgord, Jean de Bretagne. Dieser war Lehnsherr der acht Pfarreien der Kastellanei: Larche, Saint-Pantaléon, Ferrières, Terrasson, La Feuillade, Pazayac, Grèzes und La Dornac. Der Abt von Terrasson besaß zudem Ländereien innerhalb der Pfarrei La Feuillade. Im Jahr 1365 zählte die Pfarrei nur neun Familien und war damit zusammen mit der Pfarrei Grèzes die kleinste Pfarrei in der Kastellanei.

In der Neuzeit geriet La Feuillade immer wieder in den Strudel der Geschichte. Während der Rebellion der Croquants in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts suchten einflussreiche Familien aus dem Périgord, die die Croquants unterstützten, Hilfe bei verschiedenen Pfarreien, darunter auch La Feuillade. In den 1650er Jahren wütete die Fronde der Fürsten in der Umgebung von Terrasson. Der Pfarrer von La Feuillade berichtete im Januar 1653, dass viele Menschen in der Pfarrei Zuflucht vor den Kriegen suchten. Das 18. Jahrhundert war La Feuillade wie im übrigen Frankreich und von einer Reihe klimatischer und sozialer Katastrophen geprägt. Die Winter 1709 und 1766 waren außergewöhnlich streng, und der Pfarrer vermerkte 1766 im Kirchenbuch: „Jahr des langen Winters; er war wahrlich sehr streng; es war fast so kalt wie 1709, aber die Kälte hielt länger an, der Schnee blieb mindestens zweieinhalb Monate liegen, in denen es durchgehend fror, die Vézère war über anderthalb Monate zugefroren, und mindestens einen Monat lang konnte man sie überqueren.“

Diese strengen Winter führten zu furchtbaren Hungersnöten. Da es an Brot mangelte und die Bevölkerung in fast ständiger Armut lebte und von Steuern belastet war, verfasste sie auf Geheiß Ludwigs XVI. ihre Cahiers de Doléances, die sie der Generalständeversammlung im Mai 1789 vorlegen wollte. Dort wurde aufgeführt, dass die Hälfte des Gemeindelandes aufgrund seiner schlechten Qualität brachlag. Die andere Hälfte war von mittelmäßiger Qualität, mit Niederwald bedeckt, dem es an Unterholz mangelte, und gehörte den Grundherren der Gemeinde. Die Einwohner waren aufgrund der Entfernung zu den Städten und der unpassierbaren Straßen, die dorthin führten, vom Handel abgeschnitten. Die Einwohner von La Feuillade forderten Gleichheit vor dem Gesetz und eine ihrem Besitz entsprechende Besteuerung. Mit Ausbruch der Revolution wurden zur Auffüllung der Staatskasse viele Nationalgüter verkauft. In La Feuillade wurden das Gut Guinassou, das den Dames de la Foi von Sarlat gehörte, sowie das Pfarrhaus an Einwohner der Gemeinde verkauft.

1832 wurde auf Antrag des Gemeinderats ein Vorschlag zur Fusion der Gemeinde mit der von Larche eingebracht. Der Präfekt der Dordogne sprach sich dagegen aus und argumentierte, die Gemeinde sei finanziell solide aufgestellt, ihre Gebäude würden ordnungsgemäß instand gehalten und sie verfüge dank der Flüsse Vézère und Couze über Brunnen und einen Springbrunnen mit reichlich sauberem Wasser sowie über natürliche Waschhäuser und Tränken. Letztendlich stimmten die Einwohner selbst gegen das Projekt.

La Feuillade gewann im Laufe der Jahrhunderte stetig an Bedeutung und erreichte 1800 242 und 1901 270 Einwohner. Besonders seit den 1960er Jahren ist das Bevölkerungswachstum bemerkenswert. Die Einwohnerzahl stieg von 328 im Jahr 1968 auf 710 im Jahr 1999. Dieses Wachstum resultierte aus den von der Gemeinde im 20. Jahrhundert durchgeführten Bauprojekten, insbesondere der Errichtung von Wohnsiedlungen und eines Gewerbegebiets.[7]

La Feuillade war am 22. Juni 1944 Schauplatz einer schweren Schlacht zwischen deutschen Wehrmachtssoldaten und den Maquis-Kämpfern der Jean-Bart-Kompanie der Armée secrète, in der die Kompanie nahezu vollständig aufgerieben wurde. Nach der Schlacht spaltete sie sich in zwei Gruppen: die Roland-Gruppe (unter der Führung von Roland Clee) und die Paul-Henri-Gruppe (unter der Führung von Henri Merle und Paul Labadie).[8]

Bevölkerungsentwicklung

La Feuillade: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
138
1800
 
217
1806
 
242
1821
 
234
1831
 
266
1836
 
253
1841
 
261
1846
 
274
1851
 
304
1856
 
290
1861
 
315
1866
 
321
1872
 
300
1876
 
300
1881
 
269
1886
 
302
1891
 
292
1896
 
294
1901
 
270
1906
 
280
1911
 
308
1921
 
266
1926
 
290
1931
 
284
1936
 
279
1946
 
266
1954
 
287
1962
 
277
1968
 
328
1975
 
417
1982
 
519
1990
 
568
1999
 
710
2006
 
727
2013
 
742
2020
 
789
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[9] INSEE ab 2006[10][11][12]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Notre-Dame-de-la-Nativité, errichtet im Laufe des 12. Jahrhunderts, umgestaltet im 15. Jahrhundert

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[13]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 399 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in La Feuillade erwerbstätig, entsprechend 78,7 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (80,1 %) höher war als bei den Frauen (77,3 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 31 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (31). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 10,8 % (2016) auf 7,8 % (2022).[14]

Branchen und Betriebe

53 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in La Feuillade wirtschaftlich aktiv:[14]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt53
Fertigung, Bergbau und andere Industrien917,0 %
Baugewerbe815,1 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1426,4 %
Information und Kommunikation11,9 %
Finanzen und Versicherungen47,5 %
Immobilien35,7 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten917,0 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln47,5 %
Andere Dienstleistungen11,9 %
Schließen

Landwirtschaft

La Feuillade liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Walnussöls des Périgord.[15]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht zur Fleischerzeugung.[16] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 18 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 12 im Jahr 2000, auf 8 im Jahr 2010 und im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 55,6 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 287 Hektar im Jahre 1988 auf 341 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 15,9 Hektar auf 42,7 Hektar.[17][18][19]

Verkehr

Die zur Departementsstraße D 6089 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 89 von Lyon nach Bordeaux durchquert das nördliche Gemeindegebiet. Die D 60 zweigt hier von dieser ab und durchquert das gesamte Gemeindegebiet über Les Coteaux Périgourdins in Richtung Sarlat-la-Canéda. Die D 19 zweigt im Norden wiederum von der D 60 ab und verläuft über Saint-Cernin-de-Larche in Richtung Chartrier-Ferrière.

Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden La Feuillade mit Brive-la-Gaillarde, Nadaillac und Saint-Léon-sur-Vézère über Terrasson-Lavilledieu.[20]

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: La Feuillade (Dordogne) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI