Lahnwaberl
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Das Lahnwaberl ist eine Gestalt aus der Sagenwelt der heutigen Süd- und Weststeiermark.[1]
Etymologie
Der Name Lahnwaberl setzt sich zusammen aus „Lahn“ (a. d. mhd. lēne = Gießbach), dem Namen eines lokalen Bachlaufs, und der Diminutivform „Weib“ = „waberl“.
Auftreten in Sagen
Das Lahnwaberl wird als weiblicher Wassergeist in Frauengestalt beschrieben. Einst soll es einmal eine Zauberin und Schlossherrin gewesen sein. Ihr Schloss jedoch versank im angrenzenden sumpfigen Fluss, der Lahn (ein Nebenbach Kainach), weshalb sich das Gespenst auch heute noch in jener Gegend aufhalten soll. Oft zeigt es sich als schemenhafte Erscheinung wie z.b. als Irrlicht, doch viele Überlieferungen beschreiben eine junge Frau mit langen, goldenen Haaren. Ein schlichtes, cremefarbenes Kleid umhüllt ihre Gestalt, gehalten von einem grünen Gürtel, an dem alte Schlüssel baumeln. Je dunkler die Nacht ist, desto schöner und verführerischer wirkt das Lahnwaberl. Doch mit dem Näherkommen des Tages verändert sich ihr Anblick: Ihr Glanz schwindet, das Haar verliert seinen Schimmer, und die Gestalt wird alt, grau und gebrechlich.
Ihre boshafte Wesensart ist Teil vieler Sagen.
- So soll das Lahnwaberl des Öfteren in der Nähe von Sümpfen oder bei Stegen in Erscheinung treten, um Passanten den Weg zu versperren und ihnen anschließend einen Blumenstrauß anbieten, um daran zu riechen. Jedoch verwandelt sich dieser in Dornen, sobald man der Aufforderung nachkommt, wodurch sich der Betroffene an der Nase verletzt
- Auch Leichenzügen, die auf ihrem Weg zur Kirche einen Steg über einen Sumpf überqueren wollen, stellt sich das Lahnwaberl in den Weg und zwingt sie so zu langen Umwegen.
- Das Lahnwaberl soll für Kinder eine große Gefahr darstellen. Es lockt badende Kinder zu sich ins Wasser, um sie anschließend solange unter Wasser zu halten, bis sie ertrunken sind. Besonders ungetaufte Kinder ziehen das Lahnwaberl an. Diese versucht das Lahnwaberl ebenso bei Stegen an Sümpfen von den Eltern weg an sich zu reißen, wobei die daraus entstehenden Gerangel teilweise zum Tod des Säuglings geführt haben sollen. Gelingt es dem Lahnwaberl sich des Säuglings zu ermächtigen, so verschwindet es mit ihm in den Tiefen des Wassers.