Lampaden

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Lampaden ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell an.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Lampaden
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lampaden hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 39′ N,  42′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Saarburg-Kell
Höhe: 420 m ü. NHN
Fläche: 8,13 km²
Einwohner: 558 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54316
Vorwahl: 06588
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 072
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Schlossberg 6
54439 Saarburg
Website: lampaden.de
Ortsbürgermeister: Klaus-Jürgen Treinen (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Lampaden im Landkreis Trier-Saarburg
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Geographie

Ortsteile sind die Weiler Obersehr, Niedersehr und Geisemerich. Zu Lampaden gehören zudem die Wohnplätze Buchenhof, Hubertushof, Kredenfelderhaus, Lampadenermühle, Lindenhof, Schiffbrunnenhof und Wernerhof.[2]

Geschichte

Überreste einer keltischen Fliehburg[3] und Schutt aus römischer Zeit legen eine Besiedlung des Ortes seit vor- bzw. frühgeschichtlicher Zeit nahe.[4] Der fränkische König Zwentibold vermachte das Gebiet um 900 der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier.[5]

Bei Lampaden standen im Zweiten Weltkrieg die einzigen zwei V3, die gegen ein Ziel eingesetzt wurden: Von hier aus wurde von Dezember 1944 bis Januar 1945 die Stadt Luxemburg beschossen. Die Geschütze waren an der Ruwer, entlang eines heutigen Forstwirtschaftswegs installiert. Schwere Kämpfe im Ausklang des Weltkrieges am benachbarten Dreikopf kosteten hier unzähligen Soldaten das Leben.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Lampaden, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
1815270
1835305
1871385
1905442
1939504
1950503
1961512
JahrEinwohner
1970530
1987522
1997536
2005532
2011575
2017566
2024558[1]
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Politik

Gemeinderat

Der Ortsgemeinderat in Lampaden besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, CDU ...
WahlCDUWGM mWG2 2WG3 3Gesamt
202443512 Sitze[7]
2023 *326112 Sitze[8]
201955212 Sitze[9]
201454312 Sitze[10]
2009per Mehrheitswahl12 Sitze
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m 
WGM: Wählergruppe Marx (Bürgerliste)
2 
WG2: Wahl 2024 – Wählergruppe Ginsberg (Team für Lampaden), 2023 – Wählergruppe Kröpelin, 2019 – Wählergruppe Kemnitz, 2014 – FL Mergens
3 
WG3: Wahl 2023 – Wählergruppe Herudey
* 
Am 26. Februar 2023 fand eine Neuwahl des Gemeinderates statt, da durch Rücktritte von Ratsmitgliedern und Mandatsverzicht aller potenziellen Nachrücker die gesetzlich vorgeschriebene Mindestanzahl an Ratsmitgliedern nicht mehr erreicht werden konnte.[11]

Ortsbürgermeister

Klaus-Jürgen Treinen (CDU) wurde am 30. September 2024 Ortsbürgermeister von Lampaden.[12] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 63,5 % gegen den Amtsinhaber durchgesetzt.[13]

Treinens Vorgänger Martin Marx hatte das Amt seit Juli 2014 inne,[14][15] zuvor Ewald Hermesdorf (CDU) seit 1994.[16]

Wappen

Wappen von Lampaden
Wappen von Lampaden
Blasonierung: „Unter silbernem Schildhaupt, darin ein rotes Balkenkreuz, in Schwarz ein goldener Abtstab und eine goldene Axt gekreuzt, belegt mit einer silbernen Ölleuchtenkanne.“[17]

Das Wappen wurde von Karl Heinz Brust entworfen und am 10. Februar 1983 genehmigt. Das Schildhaupt referenziert auf die ehemalige Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Trier. Der Abtstab und die Axt sind an Motive in einem alten Siegel angelehnt, das bis dato von der Abtei S. Matthias in Trier geführt wird. Die Ölleuchtenkanne („Lampe“) verweist redend auf den Ortsnamen „Lampaden“. Sie steht sinnbildlich für die ehemalige Abgabe von Lampenöl zum Unterhalt der Kirchenleuchten.

Gemeindepartnerschaft

Seit 1985 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Cocheren in Frankreich.

Sehenswürdigkeiten

Ortsmitte Lampaden mit St. Quintin und Gemeindehaus

Die in den 1950er Jahren errichtete katholische Pfarrkirche St. Quintin geht auf eine 1148 genannte romanische Vorgängerkirche zurück, von der im westlichen Bereich Teile erhalten sind.[18]

Während einer Straßenerweiterung von 2007 bis 2008 wurde der Dorfplatz mit einem Dorfbrunnen ausgestattet.


Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Lampaden

Verkehr und Infrastruktur

Es besteht eine Busverbindung der Linie 207 von Trier nach Losheim am See mit je vier bis fünf Fahrten pro Richtung. Der Bus benutzt dabei größtenteils die etwa fünf Kilometer entfernte Bundesstraße 268.

Der ehemalige Bahnhof Lampaden an der stillgelegten Ruwertalbahn lag auf der Gemarkung von Schillingen in der Nähe der Burg Heid. Auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft heute der Ruwer-Hochwald-Radweg.

Im Ortszentrum befindet sich die Landbäckerei Jakobs, die auch einen kleinen Lebensmittelladen betreibt. Die Bäckerei dient auch der Nahversorgung vieler umliegender Gemeinden und verfügt über einen lokalen Lieferservice.

Persönlichkeiten

  • In Lampaden lebte der Schriftsteller und Journalist Hans Muth (1944–2022), der unter seinem Pseudonym Hannes Wildecker auch Kriminalromane, unter anderem in der Reihe „Tatort Hunsrück“ schrieb.[19]
  • Die SPD-Politikerin und Unternehmerin Verena Hubertz (* 1987), die seit 2025 Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist, wuchs unter anderem in Lampaden auf.[20]
Commons: Lampaden – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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