Lanthanhexaborid

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Lanthanhexaborid (LaB6) ist eine anorganische Verbindung aus Bor und Lanthan und gehört zu den Boriden.

Schnelle Fakten Kristallstruktur, Allgemeines ...
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Lanthanhexaborid
_ La3+ 0 _ B
Allgemeines
Name Lanthanhexaborid
Verhältnisformel LaB6
Kurzbeschreibung

violettes geruchloses Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12008-21-8
EG-Nummer 234-531-6
ECHA-InfoCard 100.031.379
PubChem 133108840
ChemSpider 21241507
Wikidata Q410318
Eigenschaften
Molare Masse 203,78 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

4,71 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

2210 °C[1]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Lanthanhexaborid kann durch Reaktion von Lanthanoxid mit Natriumborhydrid bei 1200 °C, Lanthanchlorid mit Natriumborhydrid und Magnesium bei 400 °C oder Lanthannitrat mit Bor und einem Brennstoff gewonnen werden.[3][4][5]

Eigenschaften

Lanthanhexaborid ist ein feuerfestes keramisches Material mit einem Schmelzpunkt von 2210 °C. Es ist geruchlos und zeigt eine violette Färbung. Es ist unlöslich in Wasser und Salzsäure.[1]

Lanthanhexaborid besitzt eine kubische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Pm3m (Raumgruppen-Nr. 221)Vorlage:Raumgruppe/221. Seine Struktur ist seit 1930 bekannt.[6][7]

Verwendung

Lanthanhexaborid-Kathode

Das Material ist vakuumstabil und zeichnet sich durch eine extrem niedrige Elektronenaustrittsarbeit von nur 2,7 eV aus.[8][9] Eingesetzt wird es daher unter anderem in der Plasmatechnik und als Elektronenquelle (Glühkathode) in einigen Elektronenmikroskopen.[10]

Boride wie auch das Lanthanhexaborid können in Form feinster Partikel in geringen Konzentrationen als Laserabsorber einem transparenten Polymer zugemischt werden, ohne dessen sichtbare optische Eigenschaften nennenswert zu ändern. Es wird eine Absorption von Laserstrahlung der Wellenlänge 1064 nm des häufig eingesetzten Nd:YAG-Lasers erreicht. Das kann nach[11] zur Lasermarkierung oder zum Laserschweißen solcher Materialien genutzt werden.

Des Weiteren findet Lanthanhexaborid aufgrund seiner günstigen Reflexlagen Anwendung als Standardsubstanz für quantitative Röntgendiffraktometrie Messungen (XRD)[12].

Literatur

  • T. Lundström: Structure, defects and properties of some refractory borides. In: Pure Appl. Chem. Band 57, Nr. 10, 1985, S. 1383–1390 (iupac.org [PDF; 188 kB] Kristallstruktur und Farbänderungen von Lanthanhexaborid).

Einzelnachweise

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