Lapanthus

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Lapanthus ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Bromelioideae innerhalb Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Die beiden Arten der Gattung kommen ausschließlich im südlichen Teil der Serra do Espinhaço im südöstlichen brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais vor.[1]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Lapanthus

Lapanthus duartei, Herbarbeleg

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Bromelioideae
Gattung: Lapanthus
Wissenschaftlicher Name
Lapanthus
Louzada & Versieux
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Beschreibung

Herbarbeleg von Lapanthus duartei

Vegetative Merkmale

Lapanthus-Arten wachsen als immergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen[1] und sind schwach xerophytisch. Die Lapanthus-Arten sind relativ klein. Die unauffälligen Rhizome sind mit Blattscheiden bedeckt.[1] Die vegetative Vermehrung erfolgt durch Kindel.

Die Laubblätter sitzen an einer gestauchten Hauptachse in einer grundständigen Rosette und sind in Blattscheide sowie -spreite gegliedert. Die grünen, kahlen Blattscheiden sind eiförmig mit gesägten Rand.[1] Die etwas lederigen, derben, parallelnervigen, bogenförmigen Blattspreiten sind mehr oder weniger schmal dreieckig mit spitzem, zugespitztem oder stachelspitzigem oberen Ende und durch einen gesägten Blattrand leicht bewehrt.[1]

Generative Merkmale

Im endständigen, sitzenden, zusammengesetzten oder pseudoeinfachen, ährigen Blütenstand sind die Blüten jeweils zuzweit angeordnet.[1] Die laubblattähnlichen Tragblätter sind während der Anthese grün bis rötlich-grün.[1] Die Deckblätter weiß-durchscheinend, dreieckig und kahl bis spärlich mit Saugschuppen bedeckt.[1]

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Es ist kein Blütenbecher vorhanden. Die Kelchblätter sind nur etwa ein Drittel so lang wie die gesamte Blüte. Die unscheinbaren Kelchblätter sind weiß-durchscheinend und elliptisch bis dreieckig.[1] Die drei bis zu ihrer Basis freien, je nach Art weißen oder gelb-orangefarbenen Kronblätter sind spatelförmig, etwas zurückgekrümmt, mit stumpfem oberen Ende und bewimperten Rand. Jedes Kronblatt besitzt an seiner Basis zwei lanzettliche Schüppchen (Ligulae), die auf fast ihrer gesamten Länge mit den Kronblättern verwachsen sind.[1] Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden. Die freien Staubfäden sind fadenförmig. Die Staubbeutel sind linealisch.[1] Die Pollenkörner sind monocolpat mit netzartiger Exine.[1] Drei Fruchtblätter sind zu einem dreikammerigen, unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Die Samenanlagen weisen eine subapicale, axiläre Planzentation auf.[1] Der dreirippige Griffel[1] endet in einer dreilappigen Narbe.

Die Blütenformel lautet .

Es werden Beeren gebildet. Die Samen sind gerillt und behaart.[1]

Abgrenzung der Arten

Lapanthus duartei unterscheidet sich von Lapanthus itambensis die Merkmale Deckblätter (grün vs. rot), Kronblätter (weiß vs. orangefarben-gelb), Form des Blütenstands (zusammengesetzt vs. pseudo-einfach) und die Kelchblätter (kleiner sowie verwachsen vs. größer sowie frei).

Systematik und Verbreitung

Taxonomie

Die Gattung Lapanthus wurde 2010 durch Rafael B. Louzada und Leonardo M. Versieux in Lapanthus (Bromeliaceae, Bromelioideae): A New Genus from the Southern Espinhaço Range, Brazil. in Systematic Botany, Volume 35, Issue 3, S. 497–503 aufgestellt.[2][3][4] Der botanische Gattungsname Lapanthus ehrt die Brasilianische Botanikerin Maria das Graças Lapa Wanderley, die am Instituto de Botânica, São Paulo tätig ist.[1] Typusart ist Cryptanthus duartei L.B.Sm. als Ursprung für Lapanthus duartei (L.B.Sm.) Louzada & Versieux. Die wenigen Arten mussten ausgegliedert werden damit es monophyletische Gattungen gibt.[1]

Äußere Systematik und Abgrenzungen zwischen den nah verwandten Gattungen

Die Gattungen Lapanthus, Forzzaea, Orthophytum, Rokautskyia, Sincoraea und Cryptanthus gehören zum Cryptanthoid-Komplex in der Unterfamilie Bromelioideae innerhalb der Familie Bromeliaceae.[5] Bei dieser Verwandtschaftsgruppe gibt es noch laufend Änderungen.[5][3]

Lapanthus-Arten haben morphologische Ähnlichkeiten sowie mit Arten aus der Gattung Cryptanthus s. str. als auch Orthophytum s. str. Aber die Lapanthus-Arten unterscheiden sich von der Arten der beiden anderen Gattung durch die Merkmalskombinationen Ränder der Kronblätter sind bewimpert, lanzettliche Schüppchen an den Kronblättern, freie Staubblätter und den molekulargenetischen Merkmalen. Bei Arten aus der Gattung Cryptanthus sowie Orthophytum sind die Ränder der Kronblätter glatt und die Staubfäden des inneren Staubblattkreises sind meist mit den Kronblättern verwachsen. Nur bei Lapanthus-Arten sind die beiden lanzettliche Schüppchen fast komplett mit den Kronblättern verwachsen. Bei Orthophytum-Arten sind die Schüppchen an den Kronblättern kapuzen- oder sackförmig. Cryptanthus-Arten gibt es keine Schüppchen an den Kronblättern. Bei Arten aus den Gattungen Lapanthus sowie Orthophytum sind die meiotischen sowie mitotischen Chromosomenzahlen n = 25 und 2n = 50, 100, 150. Aber bei der Gattung Cryptanthus sind die meiotischen sowie mitotischen Chromosomenzahlen n = 17 und 2 n = 34, 36, 54 durch autapomorphische Eigenschaften bei Cryptanthus.[1]

Arten und ihre Verbreitung

Ihre Areale liegen nur im südlichen Teil der Serra do Espinhaço im südöstlichen brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Es sind terrestrisch lebende Arten.

In die neue Gattung Lapanthus Louzada & Versieux wurden 2010 zwei Arten gestellt:[1][3]
  • Lapanthus duartei (L.B.Sm.) Louzada & Versieux (Syn.: Cryptanthus duartei L.B.Sm., Orthophytum supthutii E.Gross & Barthlott):[1] Sie gedeiht terrestrisch auf feuchten Quarzitfelsaufschlüssen nahe von halbimmergrünen Wäldern in Höhenlagen von etwa 650 Metern.[3]
  • Lapanthus itambensis (Versieux & Leme) Louzada & Versieux (Syn.: Orthophytum itambense Versieux & Leme): Es gibt nur wenige Aufsammlungen.[1] Sie gedeiht terrestrisch auf feuchten Quarzitfelsaufschlüssen nahe von Wasserfällen sowie Galeriewäldern in Höhenlagen von 700 bis 900 Metern.[3]
  • Lapanthus vidaliorum (O.B.C.Ribeiro & C.C.Paula) Louzada & Wand.[6] 2010 als Orthophytum vidaliorum O.Ribeiro & C.C.Paula erstbeschrieben, wurde 2017 zu Hoplocryptanthus vidaliorum (O.B.C.Ribeiro & C.C.Paula) Leme, S.Heller & Zizka.[5][3]

Quellen

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