Lars Lindeman
finnischer Politiker
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Lars Sebastian „Basse“ Lindeman (* 23. März 1920 in Wiborg; † 14. September 2006 in Lahti, Päijät-Häme) war ein finnischer Diplomat und Politiker der Sozialdemokratischen Partei, der unter anderem zwischen 1958 und 1976 Mitglied des Parlaments sowie von 1966 bis 1968 im Kabinett Paasio I Minister im Landwirtschaftsministerium war. Er fungierte zudem zwischen 1976 und 1984 als Botschafter in Norwegen und zugleich von 1976 und 1982 als Botschafter in Island sowie zwischen 1984 und 1985 als Botschafter in Portugal.

Leben
Der Finnlandschwede Lars Lindeman wurde in Wiborg (heute amtlich Wyborg in Russland) geboren und schloss nach dem Besuch der Grundschule 1937 die Tierhaltungsschule (Kreatursskötarskola) sowie 1945 die Landwirtschaftsschule (Jordbruksskola) ab und war daraufhin zwischen 1945 und 1947 landwirtschaftlicher Berater und Inspektor sowie von 1947 bis 1955 Ombudsmann der finnlandschwedischen Gewerkschaft Finlands svenska arbetarförbund.
Zugleich war er zwischen 1949 und 1972 Redakteur der schwedischsprachigen Parteizeitung Arbetarbladet – Svenska Demokraten, von 1949 bis 1958 Vertreter der schwedischen Sektion der Bildungsgewerkschaft TSL-ABF (Työväen Sivistysliitto/Arbetarnas bildningsförbund) sowie zwischen 1956 und 1960 Sekretär von Finlands svenska arbetarförbund.
Am 22. Juli 1958 wurde er für die Sozialdemokratische Partei Finnlands SDP (Finlands Socialdemokratiska Parti) erstmals Mitglied des Parlaments (Riksdagen) und vertrat in diesem bis zu seinem Mandatsverzicht am 31. Juli 1976 den Wahlkreis Nyland, woraufhin Matti Louekoski[1] als „Nachrücker“ neuer Abgeordneter wurde.
Lindeman, der 1961 ein Fulbright-Stipendium erhielt und auch zweiter Herausgeber von Svenska Demokraten wurde, war vom 27. Mai 1966 bis zum 21. März 1968 Minister im Landwirtschaftsministerium im Kabinett Paasio I und damit Stellvertreter von Minister Nestori Kaasalainen.[2][3] Als Nachfolger von Gunnar Henriksson war er zudem von 1968 bis zu seiner Ablösung durch Kaj Laxen 1970 Chefredakteur der Parteizeitung Svenska Demokraten, zwischen 1971 und 1976 Sozialdirektor des Kraftfahrzeugherstellers Oy Scan-Auto AB, einer Tochter von Saab-Scania, sowie ferner von 1972 bis 1976 Redakteur der schwedischsprachigen Parteizeitung Arbetarbladet.
Zum Ende seiner Parlamentszugehörigkeit war er zwischen dem 22. Januar 1972 und dem 31. Januar 1977 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. 1976 wurde er als Nachfolger von Olavi Munkki[4] Botschafter in Norwegen und verblieb auf diesem diplomatischen Posten in Oslo bis zu seiner Ablösung durch Henrik Blomstedt 1984. Zugleich war er als Nachfolger von Olavi Munkki zwischen 1976 und 1982 auch als Botschafter in Island akkreditiert, ehe am 1. Oktober 1982 Martin Isaksson den nunmehr eigenständigen Posten als Botschafter in Reykjavík übernahm. Er selbst wiederum löste 1984 Pentti Talvitie als Botschafter in Portugal ab und bekleidete dieses Amt bis 1985, woraufhin Pekka Malinen neuer Botschafter in Lissabon wurde.
Weblinks
- Lars Lindeman. Finnisches Parlament, abgerufen am 14. April 2026 (finnisch).
- Lars Lindeman. Finnische Regierung, abgerufen am 14. April 2026 (englisch).
- Lindeman, Lars. Kansallisbiografia, abgerufen am 14. April 2026 (englisch).
- Lindeman, Lars. In: Uppslagsverket Finland Aktualisierte Onlineversion des 2003–2007 beim Verlag Schildts erschienenen Lexikons. Svenska folkskolans vänner, 20. Juni 2023, abgerufen am 14. April 2026 (schwedisch, CC-BY-CA 4.0).