Laura Laabs
deutsche Regisseurin
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Laura Laabs (* 25. April 1985 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Regisseurin und Schriftstellerin.

Leben
Laura Laabs ist freie Regisseurin und Autorin. Sie ist die Tochter von Daniela Dahn und Joochen Laabs, Enkeltochter von Karl-Heinz Gerstner sowie Urenkelin von Karl Ritter. Sie studierte Politik und Filmwissenschaft sowie anschließend Filmregie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Nach dem Diplom folgte dort ein Meisterschüler-Studium bei Andreas Kleinert.
In ihrem ersten Film Enkel der Geschichte porträtierte sie ihre jüdische Großmutter Sibylle Boden-Gerstner, Gründerin und Namensgeberin der Modezeitschrift Sibylle. Der Film lief unter anderem im internationalen Wettbewerb des Festivals Visions-du-Réel in Nyon und wurde dort mit dem Preis „Most Innovative Short Film“ ausgezeichnet.[1]
Darüber hinaus realisierte Laura Laabs mehrere Kurzfilme, Musikvideos und Werbefilme. Sie führte Regie bei dem Fernsehfilm Country Girls, produziert vom Hessischen Rundfunk (hr), der auch erfolgreich als Webserie bei Funk ausgewertet wurde, sowie bei der Fernsehserie Spotlight unter der Produktion der UFA. Sie ist als Hörspielregisseurin u. a. für den hr und den Südwestrundfunk tätig. Laabs arbeitet als Autorin an Drehbüchern, Stoffentwicklungen sowie eigenen Kurzgeschichten und veröffentlichte u. a. in der Anthologie Aufzeichnungen zu Frauen und Film. Sie gibt Seminare und Workshops in Kooperation mit der Komischen Oper Berlin sowie der Deutschen Kinemathek und ist Mitbegründerin des feministischen Filmkollektivs r.O.k.s. Laabs wurde für das Mentoring-Programm „Into the Wild“ ausgewählt und erhielt diverse Förderungen und Stipendien.
2025 kam ihr Spielfilm Rote Sterne überm Feld ins Kino, der von der Geschichte Deutschlands seit dem Zweiten Weltkrieg, vom GSG-9-Einsatz in Bad Kleinen und vom Scheitern und Weiterleben politischer Utopien handelt. Dabei bezieht er sich unter anderem auf die Thesen Über den Begriff der Geschichte von Walter Benjamin, die am Beginn rezitiert werden.[2] Statt eine durchgehende Handlung vorzuführen, orientiert er sich formal am offenen und assoziativen Stil von Benjamins Passagen-Werk.[3] Beim Filmfestival Max Ophüls Preis gewann der Film den Preis der Filmkritik für den besten Spielfilm. Aufgrund der zwei Minuten langen Mitwirkung des Rammstein-Sängers Till Lindemann, der selbst aus Bad Kleinen stammt, als Nebendarsteller versuchten Aktivisten, die Aufführung des Films beim Festival achtung berlin zu verhindern. Er wurde daraufhin mit einer Distanzierung von Lindemann gezeigt, dem sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten noch nicht bekannt waren.[4] Rote Sterne überm Feld gewann beim Preis der deutschen Filmkritik sowohl die Auszeichnung für das beste Szenenbild als auch für das beste Spielfilmdebüt 2025.[5]
Laabs wurde zur Lesung beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2025 eingeladen.[6] Ihr Romandebüt Adlergestell wurde im August 2025 bei Klett-Cotta/Tropen veröffentlicht.[7]
Laura Laabs lebt in Berlin und Bad Kleinen, wo sie aufwuchs.
Filmografie
- 2011: Wände (Kurzfilm)
- 2012: Enkel der Geschichte (Kurzfilm)
- 2013: Volksbühne (Kurzfilm)
- 2014: Melusine (Kurzfilm)
- 2016: Wegweiser (Kurzfilm) – Teil des Epsidodenfilms Research Refugees
- 2017: Country Girls (Fernsehfilm)
- 2018: Spotlight – Staffel 3 (nur Regie)
- 2019: Spotlight – Staffel 4 (nur Regie)
- 2025: Rote Sterne überm Feld
Hörspiele (Auswahl)
- 2021: Verschwundene Tage (Buch: Kristina Handke)
- 2021: Mutter und Söhne (Buch: Manuela Reichart und Simon Strauß)
- 2024: Mädchen, Frau etc. (13 Teile) (Buch: Bernardine Evaristo)
Publikationen
- Adlergestell, Roman, Klett-Cotta/Tropen, Stuttgart 2025, ISBN 978-3-608-50288-6.
Weblinks
- Literatur von und über Laura Laabs im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Laura Laabs bei IMDb