Laurdan

Fluoreszenzfarbstoff From Wikipedia, the free encyclopedia

Laurdan ist ein Fluoreszenzfarbstoff, der zur Untersuchung von Lipid Rafts in Zellmembranen verwendet wird.[2][3]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Laurdan
Allgemeines
Name Laurdan
Andere Namen
  • 1-(6-(Dimethylamino)-2-naphthalyl)-1-dodecanon
  • 6-Dodecanoyl-N,N-dimethyl-2-naphthylamin
Summenformel C24H35NO
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 74515-25-6
PubChem 104983
ChemSpider 94733
Wikidata Q15426238
Eigenschaften
Molare Masse 353,54 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

88 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Eigenschaften

Laurdan wird zur Färbung von Cholesterol-haltigen Bereichen der Zellmembranen (lipid rafts) eingesetzt.[4][5][6][7] Laurdan besitzt einen solvatochromen Effekt und ändert nach dem Anteil an Wassermolekülen in seiner Umgebung seine Farbe.[8][9]

Geometrie des Laurdan

Laurdan besteht aus einem Laurinsäureanteil mit einem Naphthalen verestert. Aufgrund einer teilweisen Ladungstrennung zwischen der 2-Dimethylamin- und der 6-Carbonylgruppe besitzt die Naphthalengruppe ein Übergangsdipolmoment, welches bei Anregung zunimmt und die Neuordnung der Moleküle des umgebenden Lösungsmittels verursacht. Dadurch entsteht die Fluoreszenz. Die Neuordnung des umgebenden Lösungsmittels benötigt Energie, die aus dem angeregten Zustand des Fluoreszenzfarbstoffs bezogen wird und sich bei wässrigen (polaren) Lösungsmitteln in einer Rotverschiebung des Emissionsspektrums äußert, bei apolaren Lösungsmitteln dagegen in einer Blauverschiebung. Laurdan besitzt in der Zellmembran ein Emissionsmaximum von 440 nm in der Gelphase und 490 nm in der flüssigen Phase. Diese Spektralverschiebung erfolgt durch die Relaxation, je nach Orientierung des Laurdans und der Neuordnung der umgebenden Lösungsmittelmoleküle.[10]

Anwendungen

CHO-Zellen mit Laurdan gefärbt

Laurdan kann an Zellen in Zellkultur angewendet werden. Durch die Einlagerung des Laurdan in Bereiche der Zellmembran kann auf deren Zusammensetzung rückgeschlossen werden.[11][12][13]

Geschichte

Laurdan wurde erstmals 1979 von Gregorio Weber synthetisiert.[14] Seine Dissertation mit dem Titel „Fluorescence of Riboflavin, Diaphorase and Related Substances“ war einer der Anfänge der Fluoreszenzspektroskopie von Biomolekülen.[14] Laurdan stellte eine Alternative zu Farbstoff-markierten Lipiden dar, welche oftmals unspezifische Wechselwirkungen des Farbstoffs mit der Zellmembran aufwiesen.[15] Laurdan wurde ursprünglich als Dipolrelaxationsfarbstoff für Zellmembranen entworfen.[16][17]

Commons: Laurdan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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