Leewelle

natürliches Wetterphänomen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die stets in Gruppen auftretenden Leewellen [ˈleːˌvɛlən] sind Schwerewellen in der Luftströmung auf der dem Wind abgewandten Seite (Lee) von Bergen. Sie treten oft zusammen mit einem Luftwirbel auf, der als Leewalze, Rotor oder Wirbelwalze bezeichnet wird. Diese Winde werden auch Gebirgswellen genannt.[1]

Leewellen hinter dem Mount Duval, Australien
Leewellen: 4 langgestreckte Wolken quer zur Windrichtung hinter einem Bergrücken, Fulda 2019

Erkennungsmerkmale

Lenticulariswolke Moazagotl

Sowohl die Leewellen als auch der Rotor, dessen Wirbelachse horizontal liegt, werden oft von charakteristischen ortsfesten Wolkenbildungen begleitet:

Staubewölkung an der Luvseite des Berges ist zwar häufig zu beobachten, im Gegensatz zu den beiden vorgenannten Wolkenformen aber kein zuverlässiger Hinweis auf Leewellen.

Bedeutung für die Luftfahrt

Lenticulariswolken als visueller Indikator für Wellenlage (hier aus dem Segelflugzeug in den Pyrenäen)

Die Teile der Welle, die Aufwinde darstellen, sind eine Möglichkeit für Segelflugzeuge, an Höhe zu gewinnen. Für andere Luftfahrzeuge wie Ballone, Hängegleiter und Gleitschirme bedeuten Leewellen eher eine Gefahr. Insbesondere die Rotoren der Leewellen stellen schwere Turbulenzen dar und sind somit auch für Verkehrsflugzeuge gefährlich, siehe BOAC-Flug 911. Weitere Erklärungen von unmittelbaren Auswirkungen auf die Luftfahrt erfolgten auf dem Extremwetterkongress 2011 in Hamburg.[2] 3sat berichtete darüber im Wissenschaftsmagazin Nano (Sendung) im Zuge der Leewellenerkundung des Mountain Wave Project in Tibet.[3]

Beim Durchfliegen von Leewellen (insbesondere im Bereich der Leewalze) mit einem Luftfahrzeug können die Insassen Leewellen als Luftloch wahrnehmen.

Entstehungsgebiete

Leewellen entstehen typischerweise in Gebieten, in denen häufig kräftige Winde quer zu Gebirgsketten auftreten, wie z. B. in Nord- und vor allem Südamerika (Anden). Deshalb wurden bereits auch in Argentinien dazu spezielle Test- und Messflüge erfolgreich durchgeführt.[4]

Siehe auch

Literatur

  • A. Dörnbrack, R. Heise, J. Küttner: Wellen und Rotoren. In: promet. Band 32(1-2), 2006, S. 1824 (pa.op.dlr.de [PDF; 540 kB]).
  • R. Heise, D. Etling: Schwerewellen und Rotoren. In: promet. Band 39 (1-2), 2014, S. 3644 ([nbn-resolving.de/urn:nbn:de:101:1-2017012510492 DWD-PROMET Archiv] [PDF; 44,0 MB]).
  • WMO: OSTIV Weather Forecasting for Soaring Flight. In: WMO - No. 1038. Technical Note 203, 2009, S. 082 ( [PDF]).

Einzelnachweise

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