Leewelle
natürliches Wetterphänomen
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Die stets in Gruppen auftretenden Leewellen [] sind Schwerewellen in der Luftströmung auf der dem Wind abgewandten Seite (Lee) von Bergen. Sie treten oft zusammen mit einem Luftwirbel auf, der als Leewalze, Rotor oder Wirbelwalze bezeichnet wird. Diese Winde werden auch Gebirgswellen genannt.[1]


Erkennungsmerkmale

Sowohl die Leewellen als auch der Rotor, dessen Wirbelachse horizontal liegt, werden oft von charakteristischen ortsfesten Wolkenbildungen begleitet:
- linsenförmige lenticularis (auch „Föhnfisch“ oder „Moazagotl“ genannt) im Scheitelpunkt der Welle
- cumulus im aufsteigenden Teil des Rotors (seltener)
Staubewölkung an der Luvseite des Berges ist zwar häufig zu beobachten, im Gegensatz zu den beiden vorgenannten Wolkenformen aber kein zuverlässiger Hinweis auf Leewellen.
Bedeutung für die Luftfahrt

Die Teile der Welle, die Aufwinde darstellen, sind eine Möglichkeit für Segelflugzeuge, an Höhe zu gewinnen. Für andere Luftfahrzeuge wie Ballone, Hängegleiter und Gleitschirme bedeuten Leewellen eher eine Gefahr. Insbesondere die Rotoren der Leewellen stellen schwere Turbulenzen dar und sind somit auch für Verkehrsflugzeuge gefährlich, siehe BOAC-Flug 911. Weitere Erklärungen von unmittelbaren Auswirkungen auf die Luftfahrt erfolgten auf dem Extremwetterkongress 2011 in Hamburg.[2] 3sat berichtete darüber im Wissenschaftsmagazin Nano (Sendung) im Zuge der Leewellenerkundung des Mountain Wave Project in Tibet.[3]
Beim Durchfliegen von Leewellen (insbesondere im Bereich der Leewalze) mit einem Luftfahrzeug können die Insassen Leewellen als Luftloch wahrnehmen.
Entstehungsgebiete
Siehe auch
Literatur
- A. Dörnbrack, R. Heise, J. Küttner: Wellen und Rotoren. In: promet. Band 32(1-2), 2006, S. 18–24 (pa.op.dlr.de [PDF; 540 kB]).
- R. Heise, D. Etling: Schwerewellen und Rotoren. In: promet. Band 39 (1-2), 2014, S. 36–44 ([nbn-resolving.de/urn:nbn:de:101:1-2017012510492 DWD-PROMET Archiv] [PDF; 44,0 MB]).