Lehenthal

Gemeindeteil der großen Kreisstadt Kulmbuch From Wikipedia, the free encyclopedia

Lehenthal (oberfränkisch: Liea-dol oder Liena-dol[2]) ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Lehenthal hat eine Fläche von 11,418 km². Sie ist in 1237 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 9230,71 m² haben.[4] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Baumgarten, Gemlenz, Grafendobrach, Neufang und Ramscheid.[5]

Schnelle Fakten Große Kreisstadt Kulmbach ...
Lehenthal
Große Kreisstadt Kulmbach
Koordinaten: 50° 9′ N, 11° 27′ O
Höhe: 424 m ü. NHN
Einwohner: 260 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1976
Postleitzahl: 95326
Vorwahl: 09221
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Geografie

Das Pfarrdorf befindet sich auf einem Höhenrücken des Obermainischen Hügellandes, das durch eine Talsenke des Lehenthaler Bachs leicht eingeschnitten ist. Dieser fließt mit dem Ortolfsgraben zum Madelsbach zusammen, der ein linker Zufluss der Dobrach ist. Im Südwesten befindet sich der Ziegelhüttener Forst, ansonsten ist der Ort weitestgehend von Acker- und Grünland umgeben. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Grafendobrach zur Kreisstraße KU 9 (1,8 km nordwestlich) bzw. zur Bundesstraße 85 bei Höferänger (2,9 km südwestlich), eine weitere führt nach Baumgarten (0,9 km südöstlich). Ein Anliegerweg führt nach Gemlenz (1,1 km südwestlich).[6]

Geschichte

Der Ort wurde 1398 als „Lyhental“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Form „Lehental“ wurde 1411 erstmals bezeugt. Das Grundwort ist lîe (ahd. für Lehm, Schlamm). Dem Ortsnamen liegt also die Flurbezeichnung schlammiges Tal zugrunde.[7]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Lehenthal 16 bewohnte Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Dieses hatte zugleich die Dorf- und Gemeindeherrschaft. Grundherren waren das Kastenamt Kulmbach (1 Schmiede, 2 Gütlein, 1 Wohnhaus), der Markgräfliche Lehenhof Bayreuth (1 Halbhof, 1 Viertelhof, 1 unbebauter Viertelhof), das Stiftskastenamt Himmelkron (1 Mahlmühle, 1 Hof, 4 Halbhöfe, 2 Tropfhäuser), das Klosteramt Kulmbach (1 Schafhof), die Pfarrei Lehenthal (1 Söldengut). Außerdem gab es eine Kirche, ein Pfarrhaus und ein Schulhaus.[8]

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1811 der Steuerdistrikt Lehenthal gebildet, zu dem Baumgarten, Gemlenz, Grafendobrach, Neufang und Ramscheid gehörten. 1812 wurde die Ruralgemeinde Lehenthal gebildet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach (1919 in Finanzamt Kulmbach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden einige Anwesen bis 1848 Patrimonialgerichten, die an die Stelle der ehemaligen Rittergüter traten. Ab 1862 gehörte Lehenthal zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kulmbach (1879 in das Amtsgericht Kulmbach umgewandelt).[9] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 11,526 km².[10]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Lehenthal am 1. Januar 1976 nach Kulmbach eingegliedert.[11][12]

Baudenkmäler

In der Bayerischen Denkmalliste sind 4 Baudenkmäler aufgeführt:

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Lehenthal

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181818401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 332501523557584606610637625639609609575586587575557529479782704656515495
Häuser[13] 7691919991949298
Quelle [9][14][14][14][15][16][17][18][19][20][21][14][22][14][23][14][24][14][14][14][25][14][10][26]
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Ort Lehenthal

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001809001818001861001871001885001900001925001950001961001970001987
Einwohner 131102177190192199185229202181260
Häuser[13] 23333332323772
Quelle [27][9][15][17][20][22][24][25][10][26][1]
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Religion

Lehenthal ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz einer Pfarrei.[8]

Literatur

Fußnoten

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