Lehrförderung

Entwicklung der (Hochschul-)Lehre in Programmen oder Projekten From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Lehrförderung im deutschsprachigen Raum beschreibt insbesondere die staatlich geförderte Entwicklung der (Hochschul-)Lehre in Programmen oder Projekten an staatlich-anerkannten Bildungseinrichtungen. Darüber hinaus loben viele Hochschulen und hochschulnahe Einrichtungen weitere Fördermöglichkeiten zur Entwicklung der Lehre aus. Ziel ist es, in einem wettbewerblichen Verfahren nach wissenschaftlichen Standards die zu fördernden innovativen Lehrkonzepte auszuwählen und somit Lehrende in ihrer pädagogischen und didaktischen Arbeit zu unterstützen.

Neben der Forschungsförderung adressiert die Lehrförderung eine weitere zentrale Aufgabe der akademischen Tätigkeit an Hochschulen. Die Förderung der Lehre umfasst dabei nicht nur die Erprobung neuer Lehrkonzepte, sondern ebenso den Transfer erfolgreicher Konzepte und deren Anwendung in neuen Kontexten.[1]

Lehrförderung in Deutschland

Das bisher größte staatliche Förderprogramm für die Hochschullehre in Deutschland wurde 2011 in Form des Qualitätspakt Lehre aufgesetzt. Bis 2020 wurden in zwei Förderphasen mehr als zwei Milliarden Euro für die Lehrförderung verausgabt. Zur Verstetigung der Fördermöglichkeiten im Hochschulkontext wurde 2019 von Bund und Ländern die gemeinsame Förderung über eine neu zu gründende Institution ausgeschrieben. Im Jahr 2020 wurde die Stiftung Innovation in der Hochschullehre gegründet, welche mit einem jährlichen Budget von 150 Millionen Euro in mehreren Förderlinien innovative Lehrkonzepte fördert.[2] Die Institutionalisierung der staatlichen Förderung im Rahmen der Gründung der Stiftung verfolgte dabei mehrere Ziele: durch die Förderungen sollen Impulse für qualitätsorientierte Lehre gegeben, Innovation und Qualitätsverbesserung in der Lehre ermöglicht und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Lehre erhöht werden.[3]

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat in der Vergangenheit in Kooperation mit einzelnen Länderministerien außerdem die „Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre“ vergeben. Die letzte Förderrunde wurde 2022 in Kooperationen mit dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft sowie der Baden-Württemberg Stiftung vergeben.[4] Gefördert wurden generell Junior- oder Senior-Fellowships oder aber Tandems.

Über Lehrpreise werden, meist von den Ministerien der Länder, eigene Förderungen und Auszeichnungen zur Lehrentwicklung ausgeschrieben. Der wohl renommierteste Lehrpreis ist der Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft.[5] Im Gegensatz zur klassischen Lehrförderung werden mit Lehrpreisen zumeist zurückliegende Leistungen ausgezeichnet. Länderspezifische Förderungen erfolgen in der Regel aus sogenannten Zweitmitteln. Erfolgt die Finanzierung aus öffentlichen oder privaten externen Quellen, also nicht aus der Grundfinanzierung durch Bund und Länder, spricht man im Allgemeinen von Drittmitteln, die durch die Hochschulen eingeworben werden. Eine indirektere Förderung der Lehre soll auch durch den „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken (ZVSL)“[6] von Bund und Ländern erfolgen. Auf Grundlage einer gemeinsamen Verpflichtungserklärung werden von 2021 bis 2027 zusätzliche jährliche Mittel insbesondere zum „Ausbau unbefristeter Beschäftigungsverhältnisse des mit Studium und Lehre befassten Personals an den Hochschulen unterstützt“.[7]

Neben der direkten finanziellen Förderungen zeigen neuere Untersuchungen einen großen Einfluss der Qualifikation und Motivation von Hochschullehrenden sowie insbesondere ein „professioneller Umgang mit ihnen seitens der Hochschule (als organisationale Fähigkeit)“ als Erfolgsfaktoren für die Förderung und Entwicklung 'guter Lehre'.[8] Die Lehrenden werden außerdem vielerorts von hochschuldidaktischen Institutionen unterstützt und durch deren Angebote gefördert. Deren Angebote tragen zur Entwicklung innovativer und erfolgreicher Lehr-Lern-Projekte bei, können diese jedoch meist nicht in eine breitenwirksame Verbesserung der Lehrkultur überführen.[9] Diesen Transfer adressieren unter anderem Multiplikatorenprogramme von Lehrenden sowie die staatlichen und länderspezifischen Förderprogramme.

Siehe auch

Portal: Hochschullehre – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Hochschullehre

Einzelnachweise

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