Leimea-Craic

Suco in Osttimor From Wikipedia, the free encyclopedia

Leimea-Craic (Laimeacraic, Leimea Kraik; deutsch „Unter-Leimea) ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Hatulia (Gemeinde Ermera).

Schnelle Fakten Daten ...
Leimea-Craic
Vermessungsarbeiten am Fluss Garai
Daten
Fläche 33,01 km²[1]
Einwohnerzahl 1.703 (2022)[2]
Chefe de Suco Patriciano de Araújo
(Wahl 2023)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Gunutur 433
Hatupae 531
Laquiama 322
Der Suco Leimea-Craic
Gunutur (Osttimor)
Gunutur (Osttimor)
Gunutur
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Geographie

Schnelle Fakten Orte, Position ...
Leimea-Craic
Orte Position[3] Höhe
Aidabamera  51′ 52″ S, 125° 19′ 5″ O 225 m
Alai  54′ 6″ S, 125° 19′ 49″ O 257 m
Boeana  51′ 20″ S, 125° 18′ 3″ O 184 m
Gunutur  51′ 57″ S, 125° 18′ 58″ O 217 m
Kutolau  52′ 51″ S, 125° 21′ 0″ O 757 m
Mocor  54′ 4″ S, 125° 19′ 39″ O 262 m
Railuli  53′ 4″ S, 125° 20′ 19″ O 589 m
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Leimea-Craic liegt im Süden des Verwaltungsamts Hatulia. Nördlich liegen die Sucos Samara, Coilate-Letelo und Leimea-Sarinbalo. Im Südosten grenzt Leimea-Craic an das Verwaltungsamt Atsabe mit seinen Sucos Leimea Leten (deu.: „Ober-Leten“) und Laubono und im Westen an das zur Gemeinde Bobonaro gehörende Verwaltungsamt Cailaco mit seinen Sucos Guenu Lai, Dau Udo, Atudara und Purugua. Die Grenze zu Bobonaro bildet der Fluss Marobo. In ihn münden der nördliche Grenzfluss Garai (Grai) und der südliche Grenzfluss Ladiban. In den Garai fließt der in Leimea-Craic entspringende Biaioni. Der Garai entsteht aus dem Zusammenfluss des aus dem Norden kommenden Aiboro und dem Meipu, der die Grenze zu Coilate-Letelo bildet. In den Meipu mündet wiederum der Ladibau, der Grenzfluss zu Leimea-Sarinbalo.[4][5] Jenseits der Flussebenen liegt das gebirgige Innere des Sucos. Im Zentrum befindet sich der Foho Lemealau (664 m, !491.1161435625.3313045Lage), westlich von ihm der Foho Tamuabe (550 m, !491.1135065625.3251065Lage). Der Gebirgszug schwenkt dann nach Nordwesten zum Foho Gnutur (502 m, !491.1185275625.3128245Lage) und dann weiter bis zum Unterlauf des Garai. Nach Osten verläuft der Höhenzug in einem kleinen Bogen zum Foho Bereubu (860 m, !491.1199575625.3436455Lage) und schließlich zum Kutolau (768 m, !491.1191795625.3508805Lage).[6]

Leimea-Craic hat eine Fläche von 33,01 km²[1] und teilt sich in die drei Aldeias Gunutur (Gnutur), Hatupae (Hatopai) und Laquiama (Lakiama).[4][7] Zwischen Biaioni, Garai und Marobo liegen im Nordwesten die Dörfer Boeana und Gunutur. Aidabamera, mit dem Sitz des Sucos und einem Hospital, liegt am Ostufer des Biaioni. Die zugehörige Grundschule befindet sich nördlich des Garai im Suco Coilate-Leotelo. Am Osthang des Foho Lemealau liegt das Dorf Railuli mit einer weiteren Grundschule und weiter östlich auf dem Kutolau das Dorf Kutolau. Im Süden befinden sich die beiden kleinen Dörfer Mocor (Motur) und Alai.[4][5]

Größere Straßen, die den Suco mit der Außenwelt verbinden fehlen, weswegen die Wahlurnen für die Parlamentswahlen in Osttimor 2007 mit Pferden und Trägern zum Wahllokal in der Grundschule gebracht und wieder abgeholt werden mussten.[8]

Einwohner

Im Suco leben 1.703 Einwohner (2022), davon sind 870 Männer und 833 Frauen. Im Suco gibt es 270 Haushalte.[2] Über 97 % der Einwohner geben Kemak als ihre Muttersprache an. Mehr als 2 % sprechen Tetum Prasa.[9]

Geschichte

In Hatupae befand sich der Hauptort des Reiches Leimea.[10] Leimea und Laclo gelten als Ursprung der Ethnie der Kemak.[11]

Im 17. Jahrhundert wurde Leimea als ein großes Reich beschrieben, das Wachs und Sandelholz produzierte.[10] Leimea beteiligte sich zumindest zeitweise an der Cailaco-Rebellion (1719–1769) gegen die portugiesische Kolonialmacht.[12.1] Danach unterstützten sie wieder die Portugiesen.[12.2]

Im Frühjahr 1867 erhob sich Leimea gegen die portugiesische Kolonialmacht. Gouverneur Francisco Teixeira da Silva (1865–1869) schlug den Widerstand in einem ungleichen Kampf nieder. In der 48 Stunden dauernden entscheidenden Schlacht mussten sich die Rebellen gegen eine an Feuerkraft überlegene Übermacht wehren. 15 Dörfer wurden eingenommen und niedergebrannt. Die Anzahl der Opfer unter den Timoresen ist nicht bekannt, die Portugiesen bezifferten ihre eigenen Verluste mit zwei Toten und acht Verwundeten. Das Territorium Leimeas wurde auf die benachbarten Reiche aufgeteilt.[12.3] Laut Carlos Filipe Ximenes Belo soll Leimea erst unter Gouverneur José Celestino da Silva (1894–1908) wegen seiner andauernden Beteiligung an Aufständen endgültig aufgeteilt worden sein.[10]

Im April 1999 wurden Armando Gomes und Calistro in Leimea-Craic von Milizionären der Darah Merah ermordet.[13.1]

2003 war der damalige Subdistrikt Hatulia Schauplatz von Überfällen und Scharmützeln, in denen die Organisation Colimau 2000 verwickelt war. Zentren waren Samara und Leimea-Craic. Die Colimau 2000 hat in Leimea-Craic eine breite Unterstützung durch die Bevölkerung.[14][15] Die Organisation kam im Jahr 2000 mit der Rückkehr von Flüchtlingen der Gewaltwelle von 1999 aus Westtimor in die Region. Viele Sympathien bei den Einwohnern Leimea-Craics gewann Colimau 2000, als sie einen katholischen Priester einluden, Land für eine zukünftige Kirche zu weihen.[15]

Politik

1952 und 1964 war ein Mann namens Manuel Chefe de Suco.[10.1]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Frederico Lemos Soares zum Chefe de Suco gewählt.[16] Bei den Wahlen 2009 gewann Baltazar dos Reis[17] und 2016 Mario Gonçalves.[18] Bei den Wahlen 2023 wurde Patriciano de Araújo gewählt.[19]

2023 wurden als Chefe de Aldeia gewählt: Duarte Exposto (Gunutur), Clementino dos Reis (Hatupae) und Esterlina Gonsalves (Laquiama).[19]

Commons: Leimea-Craic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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