Leiperzell
Gemeindeteil der Stadt Feuchtwangen
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Leiperzell ist ein Gemeindeteil der Stadt Feuchtwangen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).[2] Leiperzell liegt in der Gemarkung Banzenweiler.[3]
Leiperzell Stadt Feuchtwangen | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 12′ N, 10° 19′ O |
| Höhe: | 451 m ü. NHN |
| Einwohner: | 20 (25. Mai 1987)[1] |
| Postleitzahl: | 91555 |
| Vorwahl: | 09852 |
Geografie
Der Weiler liegt am linken Ufer der Sulzach. Der Ort ist von Grünland mit vereinzelten Baumbestand und Ackerland umgeben. Etwas weiter östlich am Fuß einer bewaldeten Erhebung gibt es Heideland. 0,75 km südöstlich liegt das Heiligenholz. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Oberdallersbach (1,8 km nördlich) bzw. zur Bundesstraße 25 (0,5 km westlich). Ein Wirtschaftsweg führt nach Poppenweiler (1 km südlich).[4]
Geschichte
Leiperzell wurde wie alle übrigen „-zell“-Orte (Aichenzell, Seiderzell, Bergnerzell und Rammerzell) vom Kloster Feuchtwangen angelegt und durch das Kloster verwaltet. Da dieses 1197 in ein Säkularkanonikerstift umgewandelt worden ist, muss die Gründung von Leiperzell vor 1197 erfolgt sein. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort am 9. August 1257 als „Livprerchscelle“.[5]
Leiperzell lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Feuchtwangen. Im Jahr 1732 gab es fünf Anwesen (zwei Höfe, ein Halbhof, ein Gütlein, eine Mühle) und eine öde Kapelle. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft übte das Stadtvogteiamt Feuchtwangen aus.[6] Gegen Ende des Alten Reiches gab es noch zwei weitere Anwesen, die Fremdherren unterstanden.[7][8] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jh.) wurde Leiperzell dem Steuerdistrikt Tauberschallbach und der Ruralgemeinde Banzenweiler zugeordnet. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Leiperzell am 1. Juli 1971 nach Feuchtwangen eingemeindet.[9]
Ehemalige Baudenkmäler
- Haus Nr. 4 mit Fachwerkgiebel. Am Türsturz bezeichnet „18 GMSt 08“. Von dem über das Haus vorgezogenen Kellergeschoss geht ein Fluchtgang in nicht bestimmbarer Richtung aus.[10]
- Altsitz (zu Haus Nr. 6): Kleines Wohnstallgebäude mit verzahnten Eckquadern, Fachwerkgiebel und Satteldach. An einem Eckquader an der Nordostecke eingehauenes Monogramm „IGH“, Jahreszahl „1786“, Hauszeichen, Blumenornament. Gefährdeter Bauzustand.[10]
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannis (Feuchtwangen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ulrich und Afra (Feuchtwangen) gepfarrt.[20]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Leiperzell. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 319 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Leyperzell. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 351 (Digitalisat).
- Hans Karlmann Ramisch: Landkreis Feuchtwangen (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 21). Deutscher Kunstverlag, München 1964, DNB 453909426, S. 88.
- Anton Steichele (Hrsg.): Das Bisthum Augsburg historisch und statistisch beschrieben. Band 3. Schmiedsche Verlagsbuchhandlung, Augsburg 1872, OCLC 935210351, S. 375–376 (Digitalisat).
Weblinks
- Leiperzell. In: geschichte-feuchtwangen.de. Abgerufen am 31. Juli 2023.
- Leiperzell in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 23. November 2021.
- Leiperzell in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 18. September 2019.
- Leiperzell im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 31. März 2025.