Leonard Whiting

britischer Film- und Theaterschauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Leonard Whiting (* 30. Juni 1950 in London, England) ist ein britischer Film- und Theaterschauspieler.

Leben und Karriere

Leonard Whiting wuchs als ältestes von drei Kindern von Arthur Leonard Whiting, einem Fabrikanten von Ausstellungsmöbeln, und seiner Frau Peggy Joyce O’Sullivan in Hampstead auf. Er hat zwei jüngere Schwestern, Linda und Anne. Whiting besuchte die St. Richard of Chichester School in Camden und nahm 1962, mit 12 Jahren, erstmals bei einem Casting teil. Hier wurde ein Agent auf ihn aufmerksam, der ihn unter Vertrag nahm, und ihn für die Rolle des Artful Dodger in Lionel Barts Musical Oliver! verpflichtete. Insgesamt 18 Monate sollte Whiting in London auf der Bühne stehen, ehe er 13 weitere Monate mit William Congreves Love for Love auf Tournee ging, und so auch in Moskau und Berlin Halt machte. 1965 machte Whiting sein Debüt im Fernsehen mit einer Rolle als Page in der Fernsehserie A Poor Gentleman.

1968 wurde der damals 18-jährige Whiting quasi über Nacht sehr bekannt: In Franco Zeffirellis Shakespeare-Verfilmung Romeo und Julia verkörperte er die männliche Titelrolle des Romeo. Hierfür wurde er 1969 mit dem Golden Globe in der Kategorie Bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. Einige Kritiker verglichen ihn damals mit einem jungen Laurence Olivier. Er hatte in der Folge noch einige größere Filmrollen, so 1969 in einem Film über die Jugend von Giacomo Casanova und 1972 in der deutsch-französisch-italienisch produzierten Historiendrama Wie bitte werde ich ein Held? nach einem Roman von Alexander Lernet-Holenia. In dem Liebesfilm Say Hello to Yesterday verkörperte er 1971 den Liebhaber einer deutlich älteren Hausfrau, gespielt von Jean Simmons. Insgesamt konnte er aber nicht an seinen ersten Erfolg anknüpfen. Zudem war er unzufrieden mit der Festlegung auf die romantisch angelegten Rollen, die er nach Romeo und Julia angeboten bekam, und lehnte einige Angebote ab.[1]

In den folgenden Jahrzehnten arbeitete Whiting als Theaterschauspieler, zudem schrieb er (jedoch weitestgehend unpubliziert gebliebene) Romane und Theaterstücke.[1] 1976 sang er das Lied The Raven auf Tales of Mystery and Imagination, dem Debütalbum von The Alan Parsons Project. Ab 1990 sprach er in der Zeichentrickserie Der Traumstein die Figur des Urpgor. 2015 übernahm er neben der Julia-Darstellerin Olivia Hussey in dem Film Social Suicide, einer modernen Verarbeitung des Romeo und Julia-Themas, erstmals seit Jahrzehnten wieder eine Filmrolle. Anfang 2023 verklagten er und Olivia Hussey das Filmstudio Paramount Pictures um mehr als 500 Millionen US-Dollar, weil sie 1968 in Romeo und Julia in einer Nacktszene auftreten mussten, als sie noch Teenager waren. Im Mai 2023 wurde die Klage abgewiesen.[2][3]

Leonard Whiting heiratete 1971 Cathee Dahmen, die Ehe wurde 1977 geschieden. Seine zweite, ebenfalls geschiedene Ehe führte er von 1995 bis 2011 mit Lynn Presser. Aus seiner ersten Ehe hat er eine Tochter, eine zweite kommt aus einer Verbindung mit Valerie Tobin.

Filmografie

  • 1965: The Legend of Young Dick Turpin (1966 ausgestrahlt als Fernsehversion in zwei Folgen von Walt Disneys bunte Welt)
  • 1965: A Poor Gentleman (Fernsehserie, 2 Folgen)
  • 1965: Laughter from the Whitehall (Fernsehserie, Folge 1x09)
  • 1968: Romeo und Julia (Romeo and Juliet)
  • 1969: Der Untergang des Sonnenreiches (The Royal Hunt of the Sun)
  • 1969: Kindheit, Berufung und erste Erlebnisse des Venezianers Giacomo Casanova (Infanzia, vocazione e prime esperienze di Giacomo Casanova, veneziano)
  • 1971: Say Hello to Yesterday
  • 1972: Wie bitte werde ich ein Held? (À la guerre comme à la guerre)
  • 1973: Love Story (Fernsehserie, Folge 10x13)
  • 1973: Frankenstein, wie er wirklich war (Frankenstein: The True Story, Fernsehfilm)
  • 1973: Smike! (Fernsehfilm)
  • 1975: Rachel’s Man
  • 1990–1995: Der Traumstein (The Dreamstone, Fernsehserie, 16 Folgen, Stimme von Urpgor)
  • 2015: Social Suicide

Einzelnachweise

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