Lernstick

Debian-Derivat auf USB-Stick für Bildungseinrichtungen From Wikipedia, the free encyclopedia

Lernstick, auch Lernstick Linux ist eine GNU/Linux-Distribution, die auf Debian basiert und deren Hauptanwendungsbereich im Live-Betrieb liegt: Lernstick wird als Betriebssystem häufig direkt von USB-Sticks gestartet, bringt eine Vielzahl vorinstallierter Anwendungen für den Bildungseinsatz mit und ermöglicht Systemanpassungen und persönliche Daten darauf persistent zu speichern.

Schnelle Fakten
Lernstick
Logo von Lernstick
Lernstick 12 (basierend auf „Bookworm“) mit GNOME und weiteren Fenstermanagern
Entwickler Das Lernstick Team
Lizenz(en) GPLv3 und hauptsächlich DFSG-konforme Lizenzen
Akt. Version
Kernel Linux und ehemals FreeBSD
Abstammung GNU/Linux
Debian GNU/Linux
Lernstick EDU/EXAM
Architektur(en) x86-64, ARM EABI in Vorbereitung
Installations­medium USB-Speicherstick, Rechnernetz
Sprache(n) mehrsprachig
www.lernstick.ch
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Lernstick EDU und Lernstick EXAM heißen die beiden quelloffenen Softwares, welche von der Berner Fachhochschule herausgegeben werden.

Lernstick EXAM wird als abgesicherte Prüfungsumgebung zumeist im deutschsprachigen Raum für Offline- und Onlineprüfungen an Volksschulen, Hochschulen und Berufsschulen eingesetzt.

Besonderheiten der Distribution

Lernstick basiert auf Debian-Live und kann von Speichermedien als ISO-Abbild oder mit beschreibbaren OverlayFS per UEFI-Secure Boot oder BIOS-Kompatibilitäts-Modus gestartet werden. Anwendungssoftware wird durch aktualisierte Backports und Flatpak zur Verfügung gestellt.[1][2]

  • angepasster Linux-Kernel zur Unterstützung von Surface-Geräten und Intel-Macs
  • mobile Persistenz: optional mit Verschlüsselung, Btrfs-Dateisystem mit Snapshots
  • Speichermedienverwaltung zum Duplizieren, Aktualisieren oder Zurücksetzen des Systems
  • nur EXAM: integrierte Backup-Funktionen und Internet-/Netzwerkfilter
  • Offline-Funktionen:

Geschichte

2009 wurde Lernstick von Ronny Standtke entwickelt und durch die Fachstelle imedias der Fachhochschule Nordwestschweiz herausgegeben.[3] Aus dem Bedürfnis als Dozent praxisnahen Informatikunterricht durchführen zu können, entstand die Idee – ähnlich der ab 2000 erschienenen CD-basierten Knoppix-Distribution – eine mobile und persönliche Lern- und Arbeitsumgebung einzusetzen, welche auf den Laptops der Studierenden unabhängig des vorinstallierten Betriebssystems funktioniert.

Ab 2011 wurde die Distribution um eine abgesicherte Prüfungsumgebung durch Auftrag der Neuen Kantonsschule Aarau erweitert, da die bereits eingesetzten Lernsticks zukünftig ebenfalls für Deutschprüfungen am Computer verwendet werden sollten.

2013 ging die bis dahin parallel existierende, schulische Linux-Distribution „LinuxAdvanced“ in Lernstick auf.[4]

2018 wechselte das Projekt an die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit der Universität Bern. Seit 2021 ist Lernstick an der Berner Fachhochschule beheimatet.

Ab 2021 wurde Remote Attestation in Lernstick EXAM implementiert, so dass Manipulationen des Live-Systems detektierbar sind.[5] Ebenfalls wurde innerhalb des Swissuniversities-PgB-8-Projekts „E-Assessment & Distance Testing“ in Zusammenarbeit mit der FHNW die Onlineprüfungsplattform CAMPLA entwickelt. Diese kann Lernstick-Systeme je nach Prüfungssituation und verfügbarer Hilfsmittel unterschiedlich konfigurieren. So können beispielsweise für praxisorientierte Prüfungen auch Remote-Desktopverbindungen zu Windowssystemen hergestellt werden, die proprietäre Anwendungen zur Verfügung stellen.[6]

Einzelnachweise

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