Les Farges
französische Gemeinde
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Les Farges (Aussprache [le ˈfaʁʒ], okzitanisch Las Farjas) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 311 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de la Vallée de l’Homme. Die Bewohner werden Fargiens und Fargiennes genannt.
| Les Farges Las Farjas | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Vallée de l’Homme | |
| Gemeindeverband | Vallée de l’Homme | |
| Koordinaten | 45° 7′ N, 1° 11′ O | |
| Höhe | 71–267 m | |
| Fläche | 8,14 km² | |
| Einwohner | 311 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 38 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24290 | |
| INSEE-Code | 24175 | |
| Website | les-farges-en-perigord-noir.fr | |
Les Farges – Ortszentrum mit Kapelle | ||
Geografie

Les Farges liegt etwa 38 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux, etwa 28 Kilometer westsüdwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 25 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda in der Landschaft des Périgord noir, im gleichnamigen touristisch benannten Landesteil. Das Zentrum der Gemeinde befindet sich im Dorf Les Luziers, das Bürgermeisteramt etwa 150 Meter östlich. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Vézère, die es im Süden auf etwa 500 Meter Länge begrenzt.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Les Farges liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine bewaldete Hügellandschaft auf. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 267 m Höhe im Nordwesten. Der tiefste Punkt befindet sich im Süden mit 71 m Höhe beim Austritt der Vézère aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum im Dorf Les Luziers liegt auf etwa 243 m Höhe.
Rund 46 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen genutzt, rund 35 % sind bewaldet, rund 19 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]
Les Farges wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:
| La Bachellerie | Le Lardin-Saint-Lazare | |
| Condat-sur-Vézère | ||
| Aubas |
Natürliche und technologische Risiken

Natürliche Risiken manifestieren sich in der Gemeinde Les Farges neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Radonemanationen.
Les Farges ist der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, ist nur ein relativ kleines Gebiet im Nordwesten von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde La Coquille der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.
Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf zweier Erdgasleitungen auf dem Gemeindegebiet. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.[4]
Die Gemeinde liegt außerdem flussabwärts des Staudamms Monceaux la Virolle, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter) im Département Corrèze, die seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegen. Dieser findet Anwendung bei diesen Staudämmen der Klasse A und mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch eines dieser Bauwerke entstünde.[5]
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes Les Farges erschien erst im 18. Jahrhundert (1732) als Les Farges ou Cheylard, doch die Kirche des Weilers Le Cheylard oberhalb der Vézère wurde in Teilen bereits im 11. Jahrhundert errichtet. Der Name Les Forges führt zum Plural des nordokzitanischen fardza (okzitanisch farga). Farga setzt das lateinische fabrica (deutsch Schmiedewerkstatt) fort. Dieses Wort kommt selbst von faber (deutsch Schmied).[6]
Die alte Straße von Périgueux nach Brive durchquerte die heutige Gemeinde vom Chemin royal nördlich von Le Cheylard, umging den Ort südlich und führte weiter nordöstlich durch dem Lieu-dit Les Grands Choses bis ins Tal des Flüsschen Cern. Der Ort scheint schon lange besiedelt gewesen zu sein: Im 19. Jahrhundert wurden dort antike Keramikfunde gemacht.
Das ursprüngliche Pfarrzentrum befand sich in Le Cheylard, wo heute die Ruinen der Kirche Saint-Bartholomäus und die ehemalige Adelsresidenz von Le Cheylard zu finden sind. Die Kirche war der Hauptort der Pfarrgemeinde, bevor diese an ihren heutigen Standort in Les Farges verlegt wurde. Laut Bernard Fournioux wurde die der Heiligen Maria geweihte Pfarrei zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert gegründet. Diese Datierung lässt sich durch die Verwendung von Opus spicatum im unteren Bereich der Seitenwände des Altarraums bestätigen. Diese Mauerwerksart findet sich auch in anderen Kirchen der Epoche. Die vermutlich in dieser Zeit erbaute Ecclesia de Chalard ist in einem Kirchenregister aus dem 13. Jahrhundert als Teil der Erzpriesterschaft von Sarlat belegt.
Die Pfarrei wird im Mittelalter urkundlich erwähnt, 1383 als „lo Chalar“ und 1402 als „del Cheylard“. Ihr Gebiet umfasste damals mehrere bedeutende Höfe („mas“) und „bordaria“, was auf eine bereits etablierte Entwicklung hindeutet. Sie war damals eine der vierzehn Pfarreien, die die Kastellanei Montignac bildeten. Doch wie andere umliegende Pfarreien (Fanlac, Aubas, Montignac) dürfte auch Le Cheylard im Hundertjährigen Krieges schwer getroffen worden sein. Aus einem Bericht von 1502, verfasst von Beamten Alain d’Albrets, Vizegraf von Limoges und Graf von Périgord, über den Zustand seiner Vizegrafschaft und Grafschaft, ist zu entnehmen, dass die Gemeinde zu jener Zeit etwa 100 Einwohner zählte und kein Adliger dort mehr lebte. Die Situation verbesserte sich im folgenden Jahrhundert deutlich, insbesondere zum Vorteil von Les Farges. Das Dorf profitierte von seiner Lage an der Hauptstraße nach Périgueux, über Vialot und Auriac – der späteren Route royale – und entwickelte sich zu einem florierenden kleinen Marktflecken.
Ende des 16. Jahrhunderts verzichtete der König von Navarra, der spätere Heinrich IV., Vizegraf von Limoges und Graf von Périgord sowie Kastellan von Montignac auf seine Herrschaftsrechte über die Pfarreien Aubas und Le Cheylard zunächst 1578 an François de Féletz, den Seigneur des Orts, und dann (nach einem Rückkauf 1581) 1600 an Jean de Ferrières, den Seigneur von Sauvebœuf, für 2800 Écus. Le Cheylard blieb bis zur Französischen Revolution unter der Herrschaft der Herren von Sauvebœuf. In der Folge verlagerte sich der Kern der Pfarrei Le Cheylard naturgemäß in den heutigen Hauptort, zunächst informell, dann Anfang des 18. Jahrhunderts offiziell unter dem entscheidenden Einfluss von François de Rupin, Doktor der Theologie und Pfarrer des Dorfes. Zu diesem Anlass wurde die neu erbaute Kapelle in Les Farges zur Pfarrkirche erhoben. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts umgebaut.[7][8]
Bevölkerungsentwicklung
| Les Farges: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 183 | |||
| 1800 | 179 | |||
| 1806 | 192 | |||
| 1821 | 288 | |||
| 1831 | 308 | |||
| 1836 | 316 | |||
| 1841 | 323 | |||
| 1846 | 360 | |||
| 1851 | 358 | |||
| 1856 | 345 | |||
| 1861 | 353 | |||
| 1866 | 355 | |||
| 1872 | 359 | |||
| 1876 | 364 | |||
| 1881 | 355 | |||
| 1886 | 301 | |||
| 1891 | 259 | |||
| 1896 | 214 | |||
| 1901 | 223 | |||
| 1906 | 208 | |||
| 1911 | 206 | |||
| 1921 | 174 | |||
| 1926 | 155 | |||
| 1931 | 147 | |||
| 1936 | 147 | |||
| 1946 | 149 | |||
| 1954 | 152 | |||
| 1962 | 151 | |||
| 1968 | 151 | |||
| 1975 | 159 | |||
| 1982 | 180 | |||
| 1990 | 228 | |||
| 1999 | 262 | |||
| 2006 | 314 | |||
| 2013 | 324 | |||
| 2020 | 310 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[9] INSEE ab 2006[10][11][12] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Einige Gassen im Ortszentrum sind gesäumt von Häusern aus Bruchstein.
- Die kleine Kapelle im Ortszentrum stammt aus dem 18. Jahrhundert.
- Von der Kirche im aufgegebenen Weiler Le Cheylard erhalten geblieben sind lediglich ein Teilstück des Portalvorbaus, einige Abschnitte der Kirchenschiffwände, die Überreste eines Chors mit Kreuzgratgewölbe und die der rechteckigen Außenmauer. Der von einem Halbkreisbogen getragene Glockenturm mit seinen zwei Schallöffnungen hat die Zeit jedoch besser überstanden.[13]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 152 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Les Farges erwerbstätig, entsprechend 78,5 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (77,0 %) kleiner war als bei den Frauen (80,0 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 13 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (17). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 10,9 % (2016) auf 8,5 % (2022). Insbesondere sank die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen von 45,5 % auf 12,5 %.[14]
Branchen und Betriebe
19 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Les Farges wirtschaftlich aktiv:[14]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 19 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 4 | 21,1 % |
| Baugewerbe | 3 | 15,8 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 5 | 26,3 % |
| Finanzen und Versicherungen | 2 | 10,5 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 2 | 10,5 % |
| Andere Dienstleistungen | 3 | 15,8 % |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[15] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde stieg von 5 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 8 im Jahr 2000, sank auf 6 im Jahr 2010 und auf 2 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 60 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 120 Hektar im Jahre 1988 auf 34 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb sank von 24 Hektar auf 16,9 Hektar.[16][17][18]
Verkehr
Die zur Departementsstraße D 704 herabgestufte ehemalige Route nationale 704, die von Limoges über Le Lardin-Saint-Lazare im Norden kommend nach Sarlat-la-Canéda über Aubas im Süden führt, durchquert den Süden der Gemeinde auf etwa 600 Meter Länge. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden Les Luziers mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.
Die Bahnstrecke Coutras–Tulle verläuft entlang der nördlichen Gemeindegrenze ohne Haltepunkt auf diesem Abschnitt.
Persönlichkeiten
- Benoît Carcenat (* 1978), französischer Koch, geboren in Les Farges
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
- Les Farges, Geschichte – Foto + Kurzinfos (französisch) ( vom 2. April 2015 im Internet Archive)
- Les Farges, Kirchenruine von Cheylard – Foto + Kurzinfos (französisch) ( vom 4. März 2016 im Internet Archive)
- Les Farges, Kirchenruine von Cheylard – Foto + Kurzinfos (französisch) ( vom 16. Juni 2021 im Internet Archive)
