Levels (Lied)

Lied von Avicii From Wikipedia, the free encyclopedia

Levels ist ein Lied des schwedischen DJs Avicii. Es wurde am 28. Oktober 2011 über Universal Music als digitale Single veröffentlicht. In Deutschland erschien es am 31. Oktober 2011.[1] Das Lied wurde von Avicii und Ash Pournouri komponiert und produziert, während im Break ein Stimmsample des Liedes Something’s Got a Hold on Me von Etta James verwendet wird. Das Lied ist auf der japanischen CD-Version von Aviciis Debütalbum True enthalten. Levels wird von verschiedenen Kritikern nicht nur als bester Song von Avicii, sondern auch als einer der besten Songs des EDM-Genres aller Zeiten bezeichnet. Ausschlaggebend dafür wären sein großer Charterfolg und sein unverkennbarer Synthesizerriff.[2]

Veröffentlichung28. Oktober 2011
Länge5:37
3:19 (Radio Edit)
Autor(en)Tim Bergling, Ash Pournouri, Leroy Kirkland, Pearl Woods, Etta James
Schnelle Fakten Avicii, Veröffentlichung ...
Levels
Avicii
Veröffentlichung 28. Oktober 2011
Länge 5:37
3:19 (Radio Edit)
Genre(s) EDM
Autor(en) Tim Bergling, Ash Pournouri, Leroy Kirkland, Pearl Woods, Etta James
Album True (Japan Bonus Version)
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Hintergrund

Avicii experimentierte im Jahr 2010 mit einem Vocal-Sample des 1962 erschienenen Gospel-Liedes Something’s Got a Hold on Me von Etta James, das von Leroy Kirkland, Pearl Woods und Etta James geschrieben wurde. Das Sample basiert auf der Version, in der es beim Song Finally Moving von Pretty Lights im Jahr 2006 verwendet wurde. Am 11. Dezember 2010 spielte er in einem DJ-Mix, den er für eine Show des Radiosenders BBC Radio 1 produzierte eine instrumentale Demo-Version von Levels.[3] Später fusionierte er den Gesang mit der Endfassung des Instrumentals.[4]

Im März 2011 spielte Avicii Levels in voller Länge bei seinem Auftritt beim Ultra Music Festival, woraufhin es sich im Internet schnell verbreitete. Aviciis Manager Arash Pournouri, der auch an der Komposition beteiligt war, knüpfte einen Kontakt zu Universal Music, die den Song für die Veröffentlichung signierten.[5]

Nachdem das Lied am 28. September 2011 als Promo-Single über Island Records erschien,[6] wurde es einen Monat später, am 28. Oktober 2011 über Universal Music in mehreren europäischen Ländern sowie in den USA und Kanada als digitale Single veröffentlicht.[7] Am 31. Oktober 2011 erschien Levels digital und zwei Wochen später als CD-Single im deutschsprachigen Raum Europas.[8][9]

2013 erschien eine Gesangsversion auf Mandarin mit dem taiwanesischen Sänger Vanness Wu, einem Mitglied des Mandopop-Duos Kangta & Vanness sowie der Boygroup JVKV.[10] Am 5. Mai 2013 folgte in Südkorea eine Gesangsversion mit dem südkoreanischen K-Pop-Sänger Seulong, einem Mitglied der Boygroup 2AM.[11] In einem Interview mit Billboard erzählte der US-amerikanischen Pop-Musiker Mike Posner, dass er sechs Gesangsversion aufnahm, die jedoch verworfen wurden.[12]

Musikvideo

Das offizielle Musikvideo zum Lied wurde am 29. November 2011 auf YouTube veröffentlicht. Die Regie führte Petro. Der Videoclip beginnt mit einem schon am Anfang abwesend wirkenden Mann, der sich in einem Büro aufhält und sich mit einer Kollegin unterhält, als er plötzlich zu tanzen beginnt. Er kritzelt das Wort Avicii auf verschiedene Oberflächen und tanzt auf den Tischen, wobei ihn seine Kollegen missbilligend ansehen. Er wird von einem Polizisten durch einen Taser außer Gefecht gesetzt und fällt ins Koma. Er kommt in ein Krankenhaus und wird an ein Bett gefesselt. Als die Krankenpfleger eine Blüte anfassen, die ihm aus dem Mund wächst, werden sie angesteckt und beginnen ebenfalls unkontrolliert zu tanzen. Am Ende des Videos tanzen alle Ärzte und Krankenschwestern.[13]

Titelliste

Digitale Single

  1. Levels (Radio Edit) – 3:19
  2. Levels (Original Version) – 5:38
  3. Levels (Instrumental Radio Edit) – 3:19
  4. Levels (Instrumental Version) – 5:38

Remix EP

  1. Levels – 5:38
  2. Levels (Skrillex Remix) – 4:41
  3. Levels (Cazzette‘s NYC Mode Mix) – 5:54
  4. Levels" (Instrumental) – 5:38

CD-Single

  1. Levels (Radio Version) – 3:19
  2. Levels (Skrillex Remix) – 4:38
  3. Levels (Cazzette‘s NYC Mode Mix) – 5:55
  4. Levels (Instrumental) – 5:36
  5. Levels – 5:36

Rezeption

Kritik

Levels erhielt positive Kritiken. Future Music beschrieb Levels aufgrund seiner Komposition als interessant und sah darin ein Beispiel dafür, wie „ein simpler Teil komplex werden kann“.[14] Samantha McCallum vergab in Maxumi 5 Sterne an das Lied und lobt, dass die „fröhliche Elektronikhymne“ „uns auf die Beine“ bringe und „in eine euphorische Stimmungslage“ versetze.[15] David Jeffries von AllMusic erkennt in dem Lied ein „einfaches und effektives EDM-Monster“.[16] Anje Riberra nannte es in El Correo einen „sehr tanzbaren Song, der zum Dauergenießen einlädt“.[17] Kerri Mason erklärte im Billboard, dass die Single „Avicii vom DJ-Wunderkind zum ernstzunehmenden Künstler der elektronischen Musik“ erhebe.[18] MK News lobte Levels zwar die Kürze des Gesangs, bemängelte aber restliche Vorhersehbarkeit des Songs. In der Retrospektive erklärte Billboard Levels zu einem der größten Songs aller Zeiten und hob dabei Komposition, Synthesizerriff, Vocal-Sample und kulturellen Einfluss hervor.[19] Auch Vulture lobte diese Elemente.[20] Mixmag sagte voraus, dass Levels als Aviciis bester Song in Erinnerung bleiben würde.[21]

Levels war bei den schwedischen Grammis 2012 in der Kategorie „Best Electro/Dance“ nominiert und gewann in der Kategorie „Lied des Jahres“,[22] bevor es 2013 bei den Grammy Awards in der Kategorie „Best Dance Recording“ nominiert wurde.[23] Die Autoren David Rishty und Katie Bain kürten Levels in Billboard und im Hollywood Reporter zum besten Avicii-Song.[24][25] In Pitchfork, Gaffa und Dancing Astronaut wird der Song zu den den besten Songs der 2010er-Jahre gezählt.[26][27][28] Im Billboard wird Levels als 344. bester Popsong und im Rolling Stone als 52. besten Dance-Song aller Zeiten gelistet.[29][30]

Kommerzieller Erfolg

Levels wurde zu einem weltweiten Erfolg. Es erreichte in über 16 Ländern, darunter in Deutschland, Italien und Dänemark, Top-10-Platzierungen. Zudem wurde es Aviciis erster Nummer-eins-Hit seiner Heimat Schweden, ebenso wie in Ungarn, Schottland und der Slowakei. Ende November 2011 stieg es auch in den Vereinigten Staaten in die Charts ein. Während es in den Singlecharts bis auf Platz 60 vorrückte, hielt es sich eine Woche an der Spitze der Kategorie „Dance Club Songs“.[31] Auf der Streaming-Plattform Spotify verzeichnet Levels im Radio Edit über 720 Millionen Aufrufe, hinzu kommen 96 Millionen Streams in der Original Version.

Weitere Informationen ChartsChart­plat­zie­rungen, Höchst­platzie­rung ...
Chartplatzierungen
ChartsChart­plat­zie­rungen[32]Höchst­platzie­rungWo­chen
 Deutschland (GfK)6 (60 Wo.)60
 Österreich (Ö3)4 (50 Wo.)50
 Schweden (GLF)1 (123 Wo.)123
 Schweiz (IFPI)5 (47 Wo.)47
 Vereinigte Staaten (Billboard)60 (20 Wo.)20
 Vereinigtes Königreich (OCC)4 (50 Wo.)50
Jahrescharts
ChartsJahres­charts (2011)Platzie­rung
 Deutschland (GfK)[33]75
 Schweden (GLF)[34]21
ChartsJahres­charts (2012)Platzie­rung
 Deutschland (GfK)[35]23
 Österreich (Ö3)[36]23
 Schweden (GLF)[37]3
 Schweiz (IFPI)[38]19
 Vereinigtes Königreich (OCC)[39]59
ChartsJahres­charts (2013)Platzie­rung
 Schweden (GLF)[40]43
ChartsJahres­charts (2018)Platzie­rung
 Schweden (GLF)[41]54
Dekadencharts
ChartsJahres­charts (2010–2019)Platzie­rung
 Österreich (Ö3)[42]71
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Auszeichnungen für Musikverkäufe

Weitere Informationen Land/Region, Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe(Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­käu­fe) ...
Land/Region Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­käu­fe)
Ver­käu­fe
 Australien (ARIA)  Platin490.000
 Belgien (BRMA) Platin30.000
 Brasilien (PMB) Diamant250.000
 Dänemark (IFPI) Platin30.000
 Deutschland (BVMI)  Platin900.000
 Frankreich (SNEP)[43]57.900
 Italien (FIMI)  Platin60.000
 Kanada (MC) Gold40.000
 Neuseeland (RMNZ)  Platin120.000
 Niederlande (NVPI)  Platin80.000
 Norwegen (IFPI)  Platin50.000
 Österreich (IFPI) Platin30.000
 Portugal (AFP) Gold5.000
 Schweden (IFPI)  Platin320.000
 Schweiz (IFPI)  Platin60.000
 Spanien (Promusicae) Platin60.000
 Vereinigte Staaten (RIAA)  Platin3.000.000
 Vereinigtes Königreich (BPI)  Platin1.800.000
Insgesamt 2× Gold
45× Platin
1× Diamant
7.382.900
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Hauptartikel: Avicii/Auszeichnungen für Musikverkäufe

Vermächtnis

Bedeutung für die elektronische Musik

Levels wird als einer der ersten kommerziell erfolgreichen Songs im Zuge eines EDM-Booms Anfang der 2010er-Jahre beschrieben, der es der elektronischen Musik ermöglichte, in die Popmusik vorzudringen. Insbesondere in den USA fand elektronische Musik während der 2000er-Jahre wenig Beachtung, was sich erst mit der steigenden Beliebtheit von Musikfestivals und der Musik von Künstlern wie Avicii, Skrillex und Deadmau5 änderte.[44][45] Auch für Avicii selbst wurde Levels zur Erkennungsmelodie zum Durchbruchshit.[46] Billboard zählte Levels zu den prägendsten Songs der 2010er-Jahre und machte den Song dafür verantwortlich, dass Karrieren von EDM-Künstlern wie The Chainsmokers und Marshmello möglich wurden.[5] Laut DJ Mag ist Levels nach wie vor einer der erfolgreichsten Crossover-Hits der Dance-Musik und erweist sich bis heute als Hymne sowohl auf Festivalbühnen als auch im Mainstream-Radio.[47] Levels wurde im Mai 2020 von Tomorrowland zum größten Song der Festival-Geschichte gewählt und erreichte im September 2024 über eine Milliarde Streams auf Spotify.[48][49]

Auch in DJ- und Produzentenkreisen wurde Levels zum Zeitpunkt der Veröffentlichung als auch in der Retrospektive gelobt. 2011 beschrieb der US-amerikanische Produzent Joe Bermudez dass „Aviciis mitreißende Akkordfolgen die Clubbesucher sofort in einen euphorischen Zustand versetzen.“[50] Skrillex, der ursprünglich einen Remix zu dem Song beisteuerte sagte nach Aviciis Tod im Jahr 2018, dass sie zwar keine engen Freunde gewesen seien, „die Verbindung,“ die sie durch Levels gehabt hätten, seinen Tod aber umso trauriger mache.[51] Der russisch-deutsche DJ und Produzent Zedd bezeichnete Levels als den einen Song, den er selbst gerne produziert hätte, und „dass die geniale Einfachheit dieses Songs etwas Besonderes habe.“ Eine „unglaublich hymnische und kraftvolle Emotion,“ die er empfinde, wenn er ihn höre.[52]

Verwendung

Levels war im Pilotfilm der US-amerikanischen Action-Fernsehserie Arrow zu hören.[53] Auch verschiedene Sport-Clubs, darunter die USC Trojans griffen während ihrer Spiele auf den Song zurück.[54] 2012 stellte es die Hymne der Miss Universe 2012 Swimsuite Competition dar.[55] Im selben Jahr war es während des Super Bowls im Werbespot der Biermarke Bud Light Platinum zu hören.[56] Nach dem UEFA-Champions-League-Finale 2018 zwischen FC Liverpool und Real Madrid in Kiew wurde Levels in voller Länge gespielt. 2025 wurde es zur offiziellen Hymne der Eishockey-Weltmeisterschaft.[57]

Remixe und Coverversionen

Der US-amerikanischen Rapper Flo Rida nutzte Levels bereits vor dessen offizieller Veröffentlichung als Grundlage für den Song Good Feeling. Neben dem Vocal-Sample von Etta James’ Something’s Got a Hold on Me in der Version von Finally Moving von Pretty Lights, soll er auch andere Elemente von Levels aufgegriffen haben, weshalb Arash Pournouri und Avicii als Mitwirkende gekennzeichnet wurden. In den USA erschien Good Feeling bereits im August 2011, während es in Deutschland am 11. November 2011, somit knapp zwei Wochen nach Levels veröffentlicht wurde.[58]

Am 20. Dezember 2011 wurde eine offizielle Remix-EP veröffentlicht, die Remixe von Cazzette und Skrillex enthielt. Auf einer limitierten Vinyl waren zusätzlich Neuinterpretationen von Tom Rez, Clockwork und FTampa zu finden.[59]

Die deutsche DJane Housekat verwendete für ihr im Februar 2013 veröffentlichtes Lied All the Time die Hookline von Levels. Die Melodie wurde dabei rückwärts gespielt.[60] Avicii und Arash Pournouri wurden nicht als Autoren angegeben.

Ende 2015 produzierte der italienische DJ Ninni Angemi das Lied Secrets von Tiësto, KSHMR und Vassy im EDM-Stil verschiedener Jahre. Die 2012er Version basiert auf dem Stil von Levels und auch das Video dieser Version ist ein Zusammenschnitt des offiziellen Levels-Musik-Videos.[61]

Live-Aufführungen

Vor der Veröffentlichung der Single spielte Avicii Levels auf verschiedenen Festivals und in Clubs.[18] Bereits zu dieser Zeit erfuhr Levels eine hohe Popularität, was Avicii und seine Tourmanager Malik Adunni und Felix Alfonso als Anlass für eine Tour durch die USA nahmen.[62] Die Premiere von Levels mit dem finalen Etta-James-Gesangs-Sample fand im März 2011 beim Ultra Music Festival in Miami statt.[3][63] Avicii spielte Levels im selben Jahr unter anderem beim Electric Daisy Carnival im Juni und beim Tomorrowland im Juli. Nachdem Billboard Levels im selben Jahr als die „Dance-Hymne der Sommerfestivalsaison“ bezeichnete,[18] spekulierte Dancing Astronaut nach Aviciis Auftritt beim Bounce Festival und beim Stereosonic in Sydney dass der Song ein Klassiker werden würde.[64]

Levels blieb ein wiederkehrender Song bei Aviciis Live-Auftritten.[64] Im April 2012 eröffnete er sein Konzert beim Coachella-Festival mit Levels und präsentierte dabei erstmals Visuals,[65] die er später auf seiner Arena-Tournee mit dem Titel Le7els Tour einsetzte. Produktionsprobleme führten jedoch dazu, dass die Tournee von Mai auf Juni 2012 verschoben wurde und viele Konzerte abgesagt werden mussten.[66] Im August desselben Jahres eröffnete Avicii seinen Auftritt beim Lollapalooza mit Levels.[67] Beim Ultra Music Festival 2013 performte Avicii Levels vor der kontroversen Premiere von Wake Me Up.[68][69] Auch bei seinem letzter Auftritt im Ushuaïa Ibiza Beach Hotel spielte er das Lied, bevor er sich aus dem Tourleben zurückzog.[70] Nach seinem Tod im April 2018 fand im Dezember 2019 ein von seiner Familie organisiertes Tributkonzert mit zahlreichen Gaststars statt. Levels bildete den Abschluss des Konzerts und wurde mit Bildern des verstorbenen Tim Bergling untermalt.[71] Darüber hinaus spielten mehrere DJs Levels in ihren Live-Auftritten als Hommage an Avicii, darunter Tiësto beim Electric Daisy Carnival im Mai 2018 sowie Hardwell und Oliver Heldens beim Tomorrowland im Juli.[72][73]

Einzelnachweise

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