Liebenfels

Marktgemeinde im Bezirk St. Veit an der Glan, Kärnten From Wikipedia, the free encyclopedia

Liebenfels ist eine österreichische Marktgemeinde mit 3416 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk St. Veit an der Glan, dem historischen Zentralraum von Kärnten.

Schnelle Fakten Marktgemeinde, Wappen ...
Marktgemeinde
Liebenfels
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Liebenfels
Liebenfels (Österreich)
Liebenfels (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Kärnten Kärnten
Politischer Bezirk: St. Veit an der Glan
Kfz-Kennzeichen: SV
Hauptort: Liebenfels
Fläche: 58,84 km²
Koordinaten: 46° 44′ N, 14° 17′ O
Höhe: 491 m ü. A.
Einwohner: 3.416 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 58 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9556
Vorwahl: 04215
Gemeindekennziffer: 2 05 15
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptplatz 9
9556 Liebenfels
Website: liebenfels.at
Politik
Bürgermeister: Klaus Köchl (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(23 Mitglieder)
14
4
2
2
1
14 4 2 2 1 
Insgesamt 23 Sitze
  • SPÖ: 14
  • ÖVP: 4
  • FGL: 2
  • FPÖ: 2
  • Alternative für Liebenfels: 1
Hauptort Liebenfels, von Süden
Hauptort Liebenfels, von Süden
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Pflausach
Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt des Malteserordens in Pulst
Schloss Rosenbichl
Pfarrkirche Heiliger Martin in Sörg
Start des Vierbergelaufs in Sörg
Ortschaft Zweikirchen
Kirchlein in Wasai
Filialkirche in St. Leonhard
Abenteuer-Wasser-Wanderweg

Geographie

Liebenfels liegt sechs Kilometer westlich der Bezirkshauptstadt St. Veit an der Glan und direkt nördlich der Landeshauptstadt Klagenfurt. Das Gemeindegebiet umfasst vor allem die Hügel- und Mittelgebirgslandschaft der Wimitzer Berge. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf 1338 m (Schneebauerberg), der tiefste – an der Glan bei Liebenfels – auf 477 m ü. A.

Gemeindegliederung

Liebenfels besteht aus elf Katastralgemeinden: Freundsam, Glantschach, Gradenegg, Hardegg, Liebenfels, Liemberg, Pflausach, Rosenbichl, Rottschaft Feistritz, Sörg und Sörgerberg.

Das Gemeindegebiet umfasst 48 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[1]):

Nachbargemeinden

Steuerberg Frauenstein Frauenstein
St. Urban Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt St. Veit an der Glan
Glanegg Klagenfurt am Wörthersee Maria Saal

Zählsprengel

Die Statistik Austria unterteilt das Gemeindegebiet in drei Zählsprengel: Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Sörg, die erst 1973 in der Gemeinde Liebenfels aufging, bildet den Zählsprengel 002 Sörg.

Der Zählsprengel 000 Liebenfels-Süd umfasst die Siedlungen in der Ebene des Glantals und südlich davon, das heißt, die Ortschaften Bärndorf, Hardegg, Kraindorf, Lebmach (ohne Wrießnegger), Liebenfels, Lorberhof, Metschach, Moos, Radelsdorf, Rohnsdorf, St. Leonhard, Tschadam, Weitensfeld, Zmuln und Zweikirchen.

Der Zählsprengel 001 Liebenfels-Nord umfasst die Siedlungen in den Wimitzer Bergen nördlich des Glantalbodens (mit Ausnahme der ehemaligen Gemeinde Sörg), das heißt, die Ortschaften Gößeberg, Hoch-Liebenfels, Hohenstein, Kulm, Liemberg, Mailsberg, Miedling, Pulst, Puppitsch, Rosenbichl, Waggendorf (nur den südlichen Teil des Orts), Wasai, Woitsch, Zwattendorf sowie den zur Ortschaft Lebmach gehörenden Hof Wrießnegger.

Geschichte

Vor Gründung der Gemeinde

Die frühesten Funde aus dem heutigen Gemeindegebiet stammen aus der Jungsteinzeit (Neolithikum): ein Lochbeil bei Unter-Kulm, ein Serpentin-Steinbeil aus Reidenau und insbesondere Keramik in St. Leonhard, Feistritz, Beißendorf und Glantschach.

Auf dem Schlosshügel von Hohenstein befand sich in der Antike ein Heiligtum der Noreia.

Die Kirche in Glantschach wurde 958/991 erstmals urkundlich erwähnt, die Burg Liebenfels 1333. In der frühen Neuzeit war das Gebiet von Sensen- und Hammerwerken geprägt.

Im Zuge der Reformen 1849/50 entstanden auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Liebenfels die Gemeinden Hardegg, Liemberg, Glantschach und Feistritz. 1875 wurde die Gemeinde Glantschach aufgelöst: ein Teil ihres Gebiets wurde zur Gemeinde Sörg, der andere Teil kam an die Gemeinde Feistritz, die dabei in Pulst umbenannt wurde.

Gemeindegründung 1958

Zum 1. Jänner 1958 entstand die Gemeinde Liebenfels aus der Zusammenlegung der Gemeinden Hardegg, Liemberg und Pulst.

Neugründung 1973

Bei der Gemeindestrukturreform 1973 wurden die Gemeinden Liebenfels und Sörg zusammengelegt. Die dadurch neu entstandene Gemeinde erhielt wieder den Namen Liebenfels.

Bevölkerung

Staatsbürgerschaft, Religion

Liebenfels hatte nach der Volkszählung 2001 3.274 Einwohner, davon waren 96,3 % österreichische und 1,4 % deutsche Staatsbürger. 88,0 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen Kirche, zur evangelischen Kirche 4,5 % und zum Islam 1,2 %. 4,3 % waren ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung

Liebenfels: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
2.819
1880
 
2.683
1890
 
2.827
1900
 
2.672
1910
 
2.802
1923
 
2.691
1934
 
2.669
1939
 
2.502
1951
 
2.693
1961
 
2.725
1971
 
2.802
1981
 
3.045
1991
 
3.130
2001
 
3.273
2011
 
3.290
2021
 
3.400
2025
 
3.416
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Die Zunahme der Einwohnerzahl beruht seit 1981 auf einer stark positiven Geburtenbilanz, die die negative Wanderungsbilanz ausgleichen konnte.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In Liebenfels arbeitet einer der letzten Perchtenmaskenschnitzer Martin Weiß vulgo Mote. Für die Masken wird ausschließlich heimisches Zirbenholz von der Hochrindl verarbeitet. Bis zu 30 Stunden Arbeit stecken in einer einzelnen Maske, die zumeist für Gruppen gefertigt werden.[3][4] Mit dem Aufrechterhalten des Kunsthandwerkes wird die alpine Tradition des Perchtenlaufs lebendig gehalten.

Östlich der Burgruine Liebenfels befindet sich der Klettergarten Liebenfels mit 36 Routen im Schwierigkeitsbereich 3a bis 7b. Ein Niederseilgarten bietet zudem die Möglichkeit für zielorientiertes Teambuilding.[5]

Bauwerke

Aufgrund der Nähe zur alten Herzogsstadt St. Veit gibt es auf den Bergen etliche bemerkenswerte Bauwerke:

Naturdenkmäler

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich die Landschaftsschutzgebiete Haidensee-Hardegg (auch Gemeinde Glanegg, zusammen 240 ha, LGBl. 82/1970 und 60/1983) und Zmulner See (40 ha LGBl. 81/1970).

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Vierbergelauf: Alljährlich am sogenannten Dreinageltag, dem zweiten Freitag nach Ostern, findet dieser Flurumlauf über die vier heiligen Berge im Kärntner Zentralraum statt. Gut die Hälfte der Wegstrecke des Vierbergelaufs liegt auf Liebenfelser Gemeindegebiet, nämlich zwischen den Ortschaften Zweikirchen und Reidenau. Dabei nehmen Kreuzträger, Vorbeter und Fußvolk an dieser einzigartigen Wallfahrt teil. So wird zu Mittag als höchster der vier Berge, der Gößeberg, auch Veitsberg genannt, erklommen. Über Gradenegg und Sörg führt die Prozession nach Reidenau, von wo aus das Gemeindegebiet in Richtung Fachau und Lorenziberg verlassen wird.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

In den Jahren 1999 bis 2010 nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 174 auf 146 ab, rund sechzig Prozent davon sind Nebenerwerbsbetriebe. Im Produktionssektor sind etwas mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen im Baugewerbe beschäftigt, knapp vierzig Prozent mit der Herstellung von Waren. Der größte Arbeitgeber im Dienstleistungssektor sind die sozialen und öffentlichen Dienste. Jeweils fast ein Viertel der Beschäftigten arbeitet freiberuflich oder im Handel.[6][7][8]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2021[9] 2011 2001 2021[9] 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 98 146 174 145 119 103
Produktion 48 31 30 387 331 330
Dienstleistung 160 128 75 541 435 284
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Arbeitsmarkt, Pendeln

Von den 1489 Erwerbstätigen, die in Liebenfels wohnen, arbeiten 423 in der Gemeinde und 1066 pendeln aus. Dafür pendeln 462 Personen aus anderen Gemeinden zur Arbeit nach Liebenfels (Stand 2011).[10]

Fremdenverkehr

Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 12.000 im Jahr 2010 auf 15.000 im Jahr 2019. Mit 4400 beziehungsweise 5200 Übernachtungen sind der Juli und der August die mit Abstand stärksten Monate.[11]

Öffentliche Einrichtungen

Die Gemeinde verfügt über zwei Volksschulen, eine Musikschule, drei Kindergärten und drei Freiwillige Feuerwehren.[12]

Verkehr

Liebenfels wird durch die Ossiacher Straße (B 94) und die Landesstraßen L 68 und L 93a erschlossen. Der Bahnhof Liebenfels liegt an der Bahnstrecke Villach–Feldkirchen–St. Veit.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 23 Mitgliedern.

  • Nach der Gemeinderatswahl 2015 setzte er sich wie folgt zusammen: 13 SPÖ, 5 ÖVP, 3 FPÖ und 2 A-L (Alternative für Liebenfels).[13]
  • Nach der Gemeinderatswahl 2021 setzt er sich wie folgt zusammen: 14 SPÖ, 4 ÖVP, 2 FGL, 2 FPÖ und 1 A-L (Alternative für Liebenfels).[14]

Bürgermeister

Direkt gewählter Bürgermeister ist Klaus Köchl (SPÖ).[15]

Wappen

Das Wappen von Liebenfels zeigt die namensgebende Burg mit den beiden charakteristischen, durch Schießscharten bewehrten Bergfrieden. Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 30. Dezember 1966 verliehen (Neuverleihung 1973). Die Fahne ist Blau-Gelb-Grün mit eingearbeitetem Wappen.

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In blau auf grünem, schwarz gefasstem Berg eine goldene Burg mit zwei durch Schießscharten bewehrten Bergfrieden, die eine Zinnenmauer verbindet (Form der Burg Liebenfels).“[16]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Karl Kirchmayer (1853–1919), Gutsbesitzer und Politiker, Mitglied des Abgeordnetenhauses 1907–1911[17]
  • Ferdinand Kernmaier (1884–1941), Politiker, geboren in Glantschach
  • Maximilian Rutter (1897–1940), aus Glantschach, Wehrdienstverweigerer und Opfer des NS-Regimes
  • Lienhart (Leonhard) Rutter (1899–1944), aus Glantschach, Wehrdienstverweigerer und Opfer des NS-Regimes
  • Hermann Göschler (1915–1939), aus Freundsam, Wehrdienstverweigerer und Opfer des NS-Regimes
  • Walter Suppan (1927–2011), Politiker

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

  • Johann Zeno Goëss (1890–1974) wurde Ehrenbürger von Liebenfels
  • Antonia Gössinger (* 1958), Journalistin
  • Simerl Krapfenbäck (eigentlich Simon Kramer) (1785–1809), Räuber, Sozialrebell
  • Jennifer Kresitschnig (* 1976), Autorin („Unklar“, „Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Drachen. Lilly und Nikolas in Kärnten“, „Anne von Rien. Das große Turnier“)
  • Jakob Pistotnig (1945–2001), Unternehmer, Forstwirt und Politiker (FPÖ)

Literatur

  • Dietmar Klier u. a.: Gemeindechronik Liebenfels. 1998.
Commons: Liebenfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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