Lindenberg-Medaille

Auszeichnung für besondere Verdienste im Bereich der philatelistischen Forschung, gestiftet 1905 From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Lindenberg-Medaille ist eine Auszeichnung für außergewöhnliche Leistungen auf dem Gebiet der philatelistischen Forschung beziehungsweise Literatur.[1] Sie ist eine der weltweit bedeutendsten Preise auf diesem Gebiet. Manchmal wird sie sogar als „Nobelpreis der Philatelisten“ bezeichnet.[2]

Der „Berliner Philatelisten-Klub“ benannte die Medaille nach dessen ehemaligen Vorsitzenden Carl Lindenberg und stiftete sie ab 1905 zu seinen Ehren. Den ursprünglichen Prägestempel fertigte der herzoglich-sächsischen Hofmedailleur Max von Kawaczynski an.[3][4] Wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs gaben Castle, Evans, Bacon[5][6] und auch Hanciau ihre Medaillen zurück. Zwischen 1906 und 1943 verlieh sie der Klub an 30 Philatelisten.[1]

Revers der Medaille war der Zweck der Ehrung in Großbuchstaben angegeben: „Für Hervorragende Dienste auf dem Gebiet der Philatelie“ und als Stifter der „Berliner Philatelisten Club eV“. Rund um das abgebildete Stadtwappen Berlins, ein Bär mit heraldischer Mauerkrone, wie es von 1883 bis 1920 verwendet wurde, stand ein Ehrenkranz. Darüber befand sich das heraldische Symbol für Klugheit und Weisheit, die Eule. Sie saß auf einem aufgeschlagenen Buch (Katalog oder Album). Da Ganze war geschmückt mit Zweigen einer Eiche, wohl als Sinnbild für Beständigkeit der Briefmarken-Sammelnden. Das Datum „16.1.1888“ im Medaillenbild verwies auf die Gründung des „Berliner Philatelisten-Klub“ durch den Richter Carl Lindenberg (Avers). Unterhalb des Wortes „VERLIEHEN“ ließ der Künstler Raum für eine Ergänzung und gravierte zusätzlich am Medaillenrand seinen eigenen Vor- und Zunamen in Schreibschrift sehr klein ein.

Der Prägestempel wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, dadurch vergab der Verein diese Ehrung für eine längere Zeit nicht mehr.

Seit 1981 wird die Auszeichnung vom „Berliner Philatelisten-Klub“ erneut verliehen. Den neuen Prägestempel ließ der Klub mit Hilfe der Originalmedaille von Dr. Emilio Diena nachmachen.[5]

Preisträger

Weitere Informationen Jahr, Preisträger ...
Jahr Preisträger Land/Zuordnung
1906 Emilio Diena Italien
1906 Jacques Legrand Frankreich
1906 Edward Denny Bacon England
1906 Theodor Haas Deutschland
1907 Louis Hanciau Belgien
1908 Edward Benjamin Evans England
1909 Hans Kropf Österreich-Ungarn
1909 Marcellus Purnell Castle[7] England
1910 Pierre Mahé Frankreich
1911 Franz Kalckhoff Deutschland
1912 Axel Baron de Reuterskiold Schweden/Schweiz
1913 Victor Suppantschitsch Österreich-Ungarn
1914 José Marcó del Pont Argentinien
1920 Arthur Ernst Glasewald Deutschland
1923 Paul Ohrt Deutschland
1924 Hugo Griebert Großbritannien
1925 Herbert Munk Deutschland
1926 Charles Lathrop Pack USA
1928 Hugo Krötzsch Deutschland
1930 Jean-Baptiste Robert Niederlande
1931 Walter Dorning Beckton England
1932 Carroll Chase USA
1933 Siegfried Ascher Deutschland
1934 Thomas William Hall Großbritannien
1935 Carl Schmidt Deutschland
1936 Eugen Derocco Jugoslawien
1937 Tracey Woodward Großbritannien
1938 August Dietz USA
1939 Erich Stenger Deutschland
1943 Nils Strandell Schweden
1981 John Robert Boker, Junior USA
1981 Carlrichard Brühl Deutschland
1981 León Dubus Frankreich
1981 Soichi Ichida Japan
1981 Robson Lowe Großbritannien
1981 Eduard Peschl Deutschland
1982 Herbert J. Bloch USA
1982 Hans Grobe Deutschland
1983 Ronald A. G. Lee Großbritannien
1983 Joseph Schatzkès Frankreich
1984 Enzo Diena Italien
1985 Horst Aisslinger Deutschland
1986 Hermann Branz Deutschland
1987 Bernard A. Hennig Deutschland
1988 Horst G. Dietrich Deutschland
1988 John B. Marriott Großbritannien
1988 Arthur Salm Deutschland
1993 Hans Hunziker Schweiz
1999 Wolfgang Diesner Deutschland
1999 Edgar Kuphal Deutschland
2003 Jane Moubray[8] Großbritannien
2003 Fritz Heimbüchler[8] Deutschland
2003 Rolf-Dieter Jaretzky[8] Deutschland
2007 Heinz Jaeger[9] Deutschland
2007 Wolfgang C. Hellrigl[9][10] Österreich
2007 Peter Koegel[9] Deutschland
2008 James Van der Linden[11] Belgien
2008 Paolo Vollmeier[12] Schweiz
2009 Renate und Christian Springer[12] Deutschland
2010 Friedrich Nölke[12] Deutschland
2011 Patrick Pearson[13] Großbritannien
2012 Wolfgang Maassen Deutschland
2013 Robert P. Odenweller[13] USA
2013 Kees Adema[13] Niederlande
2015 Arnim Knapp[14] Deutschland
2016 Leo de Clercq[14] Belgien
2017 Wolfgang Bauer[14] Deutschland
2018 Karlfried Krauß[14] Deutschland
2018 Karl-Albert Louis[14] Deutschland
2019 Cheryl Ganz[15] USA
2020 Hans-Joachim Holz[15] Deutschland
2021 Tomas Bjäringer[15] Schweden
2022 Andreas Hahn[15] Deutschland
2023 Patrick Maselis[15] Belgien
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Literatur

  • Carlrichard Brühl: Geschichte der Philatelie. Band 2, Olms, Hildesheim 1985, ISBN 3-487-07618-7, Seite 1127 ff
  • Neue Stiftung der Lindenberg-Medaille. In: Sammlerdienst Nr. 16/1980, S. 1132
  • Die Lindenberg-Medaille: Werden und Vergehen der höchsten deutschen philatelistischen Auszeichnung. In: Die Lupe (Sammler-Lupe), 3. Jahrgang, Nr. 33/34, 2. Oktoberausgabe 1948

Einzelnachweise, Anmerkungen

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