Lindsay Boynton

britischer Kunsthistoriker From Wikipedia, the free encyclopedia

Lindsay Oliver John Boynton (* 20. April 1934; † 12. Dezember 1995 in London) war ein britischer Kunsthistoriker.[1]

Leben

Lindsay Boynton verbrachte einen Großteil seiner jungen Jahre auf der Isle of Wight.[1] Mit einem Bryce Research Studentship in History-Stipendium erwarb er in den Jahren 1958–1959 einen Ph.D. der University of Oxford.[1][2]

Boynton arbeitete zwischen 1958 und 1966 zur Geschichte des Haus Tudor an der University of Leeds. 1966 wechselte Boynton als Lecturer an die University of London. Am Westfield College in London – heute Teil der Queen Mary University of London – trat er 1972 eine Stelle als Reader in Geschichte an, die er bis zu seinem Tod 1995 innehatte.[1] Ein Großteil seines wissenschaftlichen Nachlasses ist an der University of Southampton.[3][4]

Wirken

Lindsay Boyntons Hauptinteresse galt der Möbelgeschichte. Er half mit, sie als akademische Disziplin zu etablieren.[1][3] Ein wichtiger Beitrag war dabei die Furniture History Society, bei deren Gründung 1964 er einer der Initiatoren war.[1][5][6] In der 1965 erschienenen ersten Ausgabe deren Zeitschrift Furniture History veröffentlichte er mit The Bed-bug and the “Age of Elegance” über Bettwanzen seinen ersten von vielen Artikeln.[7] Boynton publizierte im Laufe der Jahre zu verschiedenen Möbelbauern und -designern wie Thomas Chippendale,[8][9] William Ince, John Mayhew und Thomas Sheraton.[1] Beginnend im Jahr 1967 widmete sich Boynton der Geschichte des Möbelherstellers Gillows of Lancaster and London, nachdem er das Archiv des Unternehmens in Großbritannien halten konnte.[1] Diese Arbeiten kulminierten in dem 1995 veröffentlichten Buch Gillow Furniture Designs 1760–1800.[10] Einen geplanten Band zur Geschichte des Unternehmens konnte er aufgrund seines frühen Todes nicht mehr vollenden.[3][1]

Auf dem Feld der Sozialgeschichte zeigte Bonyton die Bedeutung von Richard Worsley als bedeutenden Sammler von Gemälden und Antiquitäten auf.[1] Er warf anhand des Privatlebens und der Skandale um Richard Boyle, 3. Earl of Burlington ein neutrales Licht auf das Großbritannien zur Zeit des Regency.[1][11]

Lebenslang war Boynton an architektonischen Themen interessiert.[1][12]

Auszeichnungen und Ehrungen

  • Ehrensekretär der Furniture History Society (bis 1981)[1]

Werke

  • The Bed-bug and the “Age of Elegance”. In: Furniture History. Band 1, 1965, ISSN 0016-3058, S. 15–31, JSTOR:23401703 (englisch).
  • The Elizabethan Militia. 1558–1638 (= Studies in political history. Band 16). Routledge&Kegan, London 1967 (englisch, archive.org). Neuausgabe: The Elizabethan Militia. 1558–1638. David & Charles, Newton Abbot 1971, ISBN 0-7153-5244-X (englisch).
  • Lord Burlington at home. In: Dana Arnold (Hrsg.): Belov'd by ev'ry muse. Richard Boyle, 3rd Earl of Burlington and 4th Earl of Cork, 1694–1753. Essays to celebrate the tercentenary of the birth of Lord Burlington. Georgian Group, London 1994, ISBN 0-9525115-0-9 (englisch).
  • Gillow furniture designs. 1760–1800. Bloomfield Press, Royston 1995, ISBN 0-9525115-0-9 (englisch).

Einzelnachweise

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