Lis Ahlmann
dänische Weberin und Textilkünstlerin
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Mathilde Elisabeth „Lis“ Ahlmann (* 13. April 1894 in Aarhus; † 15. Januar 1979 in Frederiksberg) war eine dänische Weberin und Textilkünstlerin.[1] Sie gilt als Erneuerin der modernen dänischen Textilkunst, die Motive der Volksweberei in die Industrie überführte und eng mit bedeutenden Möbeldesignern ihrer Zeit zusammenwirkte.[2]
Leben
Ahlmann wurde als Tochter des Architekten Hans Vilhelm Ahlmann und Cæcilie Hansen geboren.[3] Zwischen 1917 und 1921 arbeitete sie in der Malerstube von Herman A. Kählers keramischem Werk in Næstved und besuchte 1919 die Malschule Harald Giersings.[1] Anschließend ließ sie sich bei der Webermeisterin Gerda Henning an der Webschule des Kunstindustrimuseums ausbilden und legte 1929 ihr Gesellenexamen ab.[2] In den frühen 1930er-Jahren richtete sie ein eigenes Atelier ein und begann ab 1938 regelmäßig auszustellen, darunter bei Selskabet til Haandarbejdets Fremme am Kunstindustrimuseum.[3] In den 1950er-Jahren beteiligte sie sich an internationalen Präsentationen wie Design in Scandinavia (1954–1957), Neue Form aus Dänemark (1956–1959) und Formes Scandinaves (Paris 1958).[3] Für ihr Schaffen erhielt sie Auszeichnungen wie das Hirschsprungs Legat (1942), das Tagea Brandts Rejselegat (1948), die Eckersberg-Medaille (1964), die Cotilprisen (1974) und die C.F. Hansen-Medaille (1978).[3] Vor ihrem Tod verfügte sie die Einrichtung des Lis Ahlmanns Legat, das 1980 erstmals vergeben wurde, etwa an die Keramikerin Myre Vasegaard.[2]
Wirken
Bereits an der Webschule trat Ahlmann in Kontakt mit Kaare Klint, der sie bat, Stoffe für seine Möbel zu komponieren und zu weben; später arbeitete sie auch mit Mogens Koch.[1] Am folgenreichsten wurde jedoch ihre Zusammenarbeit mit Børge Mogensen ab den 1950er-Jahren.[2] In ihren Handgeweben variierte sie die einfachen Muster von Streifen und Karos der dänischen Volksweberei und adaptierte diese bewusst für die Serienproduktion.[2] Ab 1953 entwarf sie für die Textilfabrik C. Olesen Kollektionen, die durch Schlichtheit und sichere Farbhaltung hervortraten.[2] Zugleich wirkte sie in der von C. Olesen gebildeten Cotilkomité als Qualitäts- und Produktentwicklungsgremium mit und gehörte ihr bis 1974 an.[3] Mit Mogensen schuf sie charakteristische Bezugsstoffe in Streifen und Karos, welche dessen Möbel – etwa das Tremmesofa (1945) – prägten.[4] Thomas Mogensen, Børge Mogensens Sohn, absolvierte in jungen Jahren eine Lehre bei Ahlmann.[4] Später veröffentlichte er die Monografie Lis Ahlmann – Tekstiler (1974).[5] Ausstellungen wie Ler, træ og væv (Kunstindustrimuseet, 1959) und Snit og væv (1977) beleuchteten exemplarisch die Verbindung von Gewebe und dänischem Möbeldesign.[3] Durch die Verbindung von Handwerk und Industrie gilt Ahlmann als Erneuerin der dänischen Textilkunst des 20. Jahrhunderts.[3]