Lisa Hirner

österreichische nordische Kombiniererin From Wikipedia, the free encyclopedia

Lisa-Marie Hirner (* 3. Oktober 2003 in Leoben) ist eine österreichische nordische Kombiniererin, die auch in Wettkämpfen für Skispringerinnen startet.

Schnelle Fakten Karriere, Medaillenspiegel ...
Lisa Hirner
Hirner beim Weltcup 2023 in Seefeld

Hirner beim Weltcup 2023 in Seefeld

Voller Name Lisa-Marie Hirner
Nation Osterreich Österreich
Geburtstag 3. Oktober 2003 (22 Jahre)
Geburtsort Leoben, Österreich
Größe 164 cm
Karriere
Disziplin Nordische Kombination
Skispringen
Verein SC Erzbergland
Nationalkader 2018
Status aktiv
Medaillenspiegel
WM-Medaillen 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 3 × Bronzemedaille
YOWG-Medaillen 2 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
JWM-Medaillen 1 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 5 × Bronzemedaille
EYOF-Medaillen 1 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
OPA-Medaillen 2 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 5 × Bronzemedaille
Nationale Medaillen 4 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
Teilnehmer in der Nordischen Kombination
 Nordische Skiweltmeisterschaften
Bronze 2023 Planica Mixed-Team
Bronze 2025 Trondheim Gundersen
Bronze 2025 Trondheim Mixed-Team
 Olympische Jugend-Winterspiele
Gold 2020 Lausanne Gundersen
 Nordische Junioren-Ski-WM
Bronze 2020 Oberwiesenthal Gundersen
Silber 2021 Lahti Mixed-Team
Bronze 2021 Lahti Gundersen
Bronze 2022 Zakopane Mixed-Team
Gold 2023 Whistler Mixed-Team
Bronze 2023 Whistler Gundersen
 Europäisches Olympisches Jugendfestival
Gold 2021 Vuokatti Mixed-Team
Silber 2021 Vuokatti Einzel
 Nordische Skispiele der OPA
Bronze 2017 Hinterzarten Schülerinnen
Silber 2018 Planica Schülerinnen
Bronze 2018 Planica Team
Gold 2019 Kandersteg Jugend
Bronze 2019 Kandersteg Team
 Österreichische Meisterschaften
Gold 2019 Tschagguns Einzel
Gold 2021 Stams Einzel
Gold 2022 Ramsau Einzel
Bronze 2023 Hinzenbach Einzel
Gold 2024 Eisenerz Einzel
Teilnehmer im Skispringen
 Olympische Jugend-Winterspiele
Gold 2020 Lausanne Mixed-Team
 Nordische Junioren-Ski-WM
Bronze 2019 Lahti Team
 Nordische Skispiele der OPA
Bronze 2018 Planica Schülerinnen
Bronze 2018 Planica Team
Gold 2019 Kandersteg Jugend
Silber 2019 Kandersteg Team
Platzierungen im Weltcup
 Debüt im Weltcup 18. Dezember 2020
 Gesamtweltcup 05. (2022/23)
 Best Jumper Trophy 04. (2022/23)
 Best Skier Trophy 07. (2020/21, 2021/22)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 0 3 5
 Massenstart 0 0 1
 Team 0 2 1
Platzierungen im Grand Prix
 Debüt im Grand Prix 18. August 2018
 Gesamtwertung 03. (2021)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 0 1 1
 Mixed-Team 0 0 1
Platzierungen im Continental Cup (COC)
 Debüt im COC 06. Januar 2019
 Gesamtwertung COC 04. (2020/21)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 0 4 5
 Team 0 2 0
letzte Änderung: 15. März 2025
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Werdegang

Hirner, die für SC Erzbergland startet, gab ihr internationales Debüt am 7. Januar 2017 beim Youth-Cup-Wettbewerb im tschechischen Harrachov, wo sie von der Mittelschanze und über 4 Kilometer den dritten Platz hinter Gyda Westvold Hansen und Jenny Nowak belegte. Auch bei ihrem Debüt im Alpencup der Nordischen Kombination im März 2017 belegte sie den dritten Rang. In den folgenden Monaten trat sie regelmäßig bei Wettbewerben des Youth Cups sowie des Alpencups in der nordischen Kombination als auch im Skispringen an und war dabei überaus erfolgreich. Während sie am 5. August 2018 in Klingenthal ihren ersten Skisprung-Alpencup-Sieg feiern konnte, gewann sie fünf Tage später in Bischofsgrün auch ihren ersten Alpencup-Wettbewerb in der Kombination.

Mit diesen Erfolgen im Rücken ging Hirner am 18. August 2018 beim erstmals für Frauen ausgetragenen Grand Prix der Nordischen Kombination 2018 an den Start und erreichte dabei bei beiden Wettkämpfen nach der Gundersen-Methode den vierten Platz. Dennoch trat sie zu Beginn des Winters zunächst wieder im Alpencup an, den sie in der Anfangsphase dominieren konnte. Am 6. Januar 2019 debütierte Hirner im estnischen Otepää im Continental Cup der Nordischen Kombination, der die höchste Wettkampfserie der Frauen darstellte. Mit Erreichen des zweiten Platzes hinter Tara Geraghty-Moats stellte sie direkt ihr Talent unter Beweis. Bei der ersten offiziellen Austragung eines Juniorinnenwettbewerbs bei den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2019 in Lahti verpasste Hirner als Fünfte nur knapp die Medaillenränge.[1] Beim Teamwettkampf der Spezialspringer gelang ihr allerdings gemeinsam mit Marita Kramer, Claudia Purker und Lisa Eder als Dritte der Sprung aufs Podium. Die Saison schloss Hirner als Neunte im Continental Cup, als Vierte im Alpencup der Nordischen Kombination sowie als Siegerin des Skisprung-Alpencups ab.[2][3]

Podium bei den Olympischen Jugend-Winterspielen

Im Oktober 2019 wurde Hirner erste österreichische Staatsmeisterin in der Nordischen Kombination.[4][5] Bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2020 in Prémanon gewann Hirner sowohl im Einzel vor Ayane Miyazaki als auch mit dem Mixed-Team die Goldmedaille. Für die Schlussfeier wurde sie als Fahnenträgerin ausgewählt.[6] Bei den österreichischen Juniorinnenmeisterschaften am 1. und 2. Februar 2020 in Eisenerz gewann Hirner sowohl im Gundersen Einzel über 5 km als auch über 2,5 km den Meistertitel.[7] Erst im Februar 2020 stieg Hirner in die Continental-Cup-Saison ein und konnte dabei gegen ein stark besetztes Teilnehmerfeld den dritten Platz belegen. Diesen erreichte sie auch bei den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2020 in Oberwiesenthal im Gundersen Einzel hinter Jenny Nowak und Gyda Westvold Hansen. Beim erstmals ausgetragenen Mixed-Team-Wettbewerb verpasste sie hingegen als Vierte gemeinsam mit Johannes Lamparter, Sigrun Kleinrath und Manuel Einkemmer knapp die Medaillenränge. Zum Saisonabschluss in Nischni Tagil lief Hirner an beiden Wettkampftagen auf das Podest und beendete schließlich den Continental Cup auf dem siebten Rang in der Gesamtwertung. Darüber hinaus wurde sie Gesamtsiegerin des Alpencups.[8]

Im November 2020 belegte Hirner den zweiten Rang bei der Wahl für den Piotr-Nurowski-Preis für außergewöhnliche Leistungen im europäischen Nachwuchssport, womit sie ein Preisgeld in Höhe von 8.000 Dollar für Trainingskurse erhielt.[9] Am 18. Dezember 2020 nahm Hirner am historisch ersten Weltcup-Wettbewerb in Ramsau am Dachstein teil und belegte den sechsten Platz. Nach einer mehrwöchigen Wettkampfpause standen vom 22. bis 24. Januar 2021 in Eisenerz die ersten Continental-Cup-Wettbewerbe der Saison an. Nach einem neunten Rang am ersten Wettkampftag gelangen Hirner an den darauffolgenden Tagen mit dem dritten und zweiten Rang zwei Podestplätze. Wenige Wochen später reiste Hirner erneut zu den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften nach Lahti. Bereits nach dem Sprunglauf, den Hirner als Siebte mit über einer Minute Rückstand auf die Führende Gyda Westvold Hansen beendete, war ein Titelgewinn ausgeschlossen, doch waren die Medaillenränge durchaus in Reichweite. Tatsächlich gelang es ihr mit der zweitbesten Laufzeit einige Athletinnen zu überholen und letztlich wie im Vorjahr Bronze zu gewinnen. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2021 in Oberstdorf ging Hirner nach dem Sprunglauf mit einem Rückstand von mehr als anderthalb Minuten auf die Führende auf die Loipe. Mit der sechstbesten Laufzeit gelang es ihr, sich um mehrere Ränge zu verbessern und schließlich als beste Österreicherin den achten Platz zu belegen.[10] Die Saison schloss Hirner auf dem vierten Rang im Continental Cup ab.

Bei den österreichischen Staatsmeisterschaften 2021 in Stams gewann Hirner ihren zweiten Titel. Zum Auftakt in die Weltcup-Saison Anfang Dezember in Lillehammer belegte Hirner am ersten Wettkampftag den vierten Platz, ehe sie tags darauf als Dritte die erste österreichische Podestplatzierung im Weltcup erzielte. Am 7. Jänner 2022 war Hirner in Val di Fiemme gemeinsam mit Martin Fritz, Annalena Slamik und Lukas Greiderer Teil der österreichischen Mixed-Staffel, die beim historisch ersten Mixed-Team-Wettbewerb im Weltcup den zweiten Rang erreichte. Tags darauf kam sie im Massenstart erneut auf das Podest.

Hirner gewann Bronze bei der WM 2025

Hirner war im Herbst 2024 an einem Infekt erkrankt.[11] Beim Auftaktwochende der Weltcup-Saison 2024/25 in Lillehammer schien die Erkrankung auskuriert zu sein. So lief sie am ersten Wettkampftag als Dritte aufs Podest. Tags darauf wurde sie Fünfte. In den folgenden Monaten hatte sie erneut mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. In Ramsau trat sie nach dem Sprunglauf am ersten Wettkampftag erkrankt nicht mehr an und auch das Nordic Combined Triple im Frühjahr 2025 musste Hirner absagen. Der Grund war dabei unklar. Etliche Gesundheitstests seien ergebnislos gemacht worden.[12] Im Februar wurde schließlich eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2025 in Trondheim war sie dennoch Teil des österreichischen Aufgebots. Im Massenstart belegte sie den siebten Rang. Gemeinsam mit Stefan Rettenegger, Claudia Purker und Johannes Lamparter gewann sie Bronze im Mixed-Team. Zum WM-Abschluss gewann sie mit 7,5 Sekunden Rückstand auf die Siegerin Gyda Westvold Hansen Bronze im Gundersen Einzel.

Privates

Hirner wuchs in einer sportlichen Familie mit zwei jüngeren Brüdern (Zwillinge) auf.[13] So ist sie die Nichte des ehemaligen Skispingers Adolf Hirner[14] und auch ihr Vater Günther Hirner übte diese Sportart aus. In der Jugend war sie eine vielseitige Fußballspielerin und trainierte darüber hinaus ein paar Jahre lang im Judo. Hirner besuchte den Sportzweig der Polytechnischen Schule in Eisenerz.[15] Seit Herbst 2019 macht sie im Nordischen Ausbildungszentrum (NAZ) Eisenerz ihre Berufsausbildung „Lehre mit Matura“ als Konstrukteurin.[16] Als ihr persönliches Motto gab sie den Spruch „Wenn du alles gibst, kannst du dir nichts vorwerfen“ an.[13]

Erfolge

Alpencup-Siege im Einzel

Weitere Informationen Nr., Datum ...
Nr.DatumOrtDisziplin (Sportart)
01.5. August 2018Deutschland KlingenthalNormalschanze (SP)
02.8. August 2018Deutschland PöhlaMittelschanze (SP)
03.10. August 2018Deutschland BischofsgrünGundersen Mittelschanze (NK)
04.7. Oktober 2018Italien Val di FiemmeGundersen Normalschanze (NK)
05.22. Dezember 2018Osterreich VillachGundersen Normalschanze (NK)
06.23. Dezember 2018Osterreich VillachNormalschanze (SP)
07.23. Dezember 2018Osterreich VillachGundersen Normalschanze (NK)
08.21. September 2019Italien Val di FiemmeMassenstart Normalschanze (NK)
09.21. September 2019Italien PredazzoNormalschanze (SP)
10.22. September 2019Italien Val di FiemmeGundersen Normalschanze (NK)
11.22. Dezember 2019Osterreich SeefeldGundersen Normalschanze (NK)
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Statistik

Hirner beim COC 2020 in Eisenerz

Platzierungen bei Weltmeisterschaften

Weitere Informationen Jahr und Ort, Wettbewerb ...
Jahr und Ort Wettbewerb
Gundersen Massenstart Mixed-Team
Deutschland 2021 Oberstdorf08.
Slowenien 2023 Planica10.03.
Norwegen 2025 Trondheim03.07.03.
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Weltcup-Platzierungen

Weitere Informationen Saison, Platz ...
SaisonPlatzPunkte
2020/2106.040
2021/2207.286
2022/2305.454
2023/2406.751
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Grand-Prix-Platzierungen

Weitere Informationen Saison, Platz ...
SaisonPlatzPunkte
201804.100
201915.067
202103.240
202206.174
202318.098
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Continental-Cup-Platzierungen

Weitere Informationen Saison, Platz ...
SaisonPlatzPunkte
2018/1909.211
2019/2007.250
2020/2104.243
2021/2205.140
2023/2410.190
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Auszeichnungen

Sonstiges

Zwischen dem 1. Mai 2021 und dem 31. Oktober 2021 wurde Hirner neben anderen Skispringern des SC Erzbergland in der Sonderausstellung „In den Fußstapfen von Reinhold Bachler“ des Postmuseums Eisenerz präsentiert.[18][19]

Commons: Lisa Hirner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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