Lithiumoxid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Lithiumoxid ist eine chemische Verbindung, die aus Lithium und Sauerstoff aufgebaut ist. Neben dem Oxid sind auch Lithiumperoxid und Lithiumhyperoxid bekannt.

Schnelle Fakten Kristallstruktur, Allgemeines ...
Kristallstruktur
Struktur von Lithiumoxid
_ Li+ 0 _ O2−
Allgemeines
Name Lithiumoxid
Verhältnisformel Li2O
Kurzbeschreibung

weißer, geruchloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12057-24-8
EG-Nummer 235-019-5
ECHA-InfoCard 100.031.823
PubChem 166630
ChemSpider 145811
Wikidata Q385662
Eigenschaften
Molare Masse 29,88 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,01 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

1427 °C[1]

Löslichkeit

reagiert mit Wasser[2][3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314
P: 280305+351+338310[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Lithiumoxid kann durch Verbrennung von Lithium oder durch thermische Zersetzung von Lithiumperoxid oder Lithiumhydroxid hergestellt werden.[4][5]

Eigenschaften

Lithiumoxid ist ein weißer, geruchloser Feststoff. Es kristallisiert in einer kubischen Kristallstruktur vom anti-Fluorit-Typ mit der Raumgruppe Fm3m (Raumgruppen-Nr. 225)Vorlage:Raumgruppe/225 und dem Gitterparameter a = 4,61 Å.[6][5] Die Standardbildungsenthalpie von Lithiumoxid beträgt ΔHf0 = −599,1 kJ/mol(Li2O) = −20,05 MJ/kg(Li2O) = −299,1 kJ/mol(Li)  = −43,16 MJ/kg(Li) = ~−12 kWh/kg(Li).[7]

Mit Wasser reagiert es unter Bildung von Lithiumhydroxid, mit Säuren bildet es die entsprechenden Salze. Dagegen erfolgt auch bei hohen Temperaturen oder Drücken keine Reaktion mit Sauerstoff zur Bildung von Lithiumperoxid oder -hyperoxid.[8]

Verwendung

Keramiken und insbesondere Glaskeramik enthalten häufig Lithiumoxid, jedoch wird in der Produktion kein Lithiumoxid, sondern Lithiumminerale wie Spodumen eingesetzt.[9]

Lithiumoxid kann unter Bildung von Lithiumcarbonat Kohlenstoffdioxid binden und so aus der Umgebung entfernen.[10]

In Lithium-Ionen-Akkumulatoren kann sich Lithiumoxid wie auch Lithiumfluorid und weitere Verbindungen in der Grenzschicht zwischen Anode und Elektrolyt (Solid-Electrolyte Interphase, SEI) bilden. Dies kann den Transport von Elektronen durch die Grenzschicht und damit die Kapazität und Lebensdauer des Akkumulators negativ beeinflussen. Ab einer Schichtdicke von 19 nm Li2O oder 2,9 nm LiF ist der Elektronentransport effektiv geblockt.[11]

Lithiumoxid kann in Fusionsreaktoren als Brutmaterial im Blanket für die Erzeugung von Tritium eingesetzt werden.[12]

Einzelnachweise

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