Lloyd-Passage
Einkaufspassage in der Bremer Innenstadt
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Die Lloyd-Passage ist eine Einkaufspassage in der Bremer Innenstadt. Sie gilt als erste überdachte öffentliche Straße Deutschlands und weist die Besonderheit auf, dass bestehende öffentliche Straßen mit einer privatwirtschaftlich finanzierten Einhausung überdacht wurden, um durch die Schaffung einer wettergeschützten Passage die Attraktivität angrenzender Einzelhandels- und Gastronomie-Betriebe zu erhöhen. Da sie sich auf öffentlichem Grund befindet ist die Lloyd-Passage eigentlich eine überdachte Fußgängerzone.
Die Lloyd-Passage wurde Ende der 1980er Jahre von der „Interessensgemeinschaft LLOYD PASSAGE GbR“ in Form einer Einhausung der öffentlichen Straßen Große Hundestraße und Kreyenstraße durch eine 250 Meter lange Stahl-Glaskonstruktion errichtet. Diese Interessengemeinschaft, deren Gesellschafter an die Passage angrenzende Unternehmen bzw. Immobilien-Investoren sind, fungiert auch als Betreiberin der Lloyd-Passage.[1][2]
Die Lloyd-Passage verläuft parallel zur Obernstraße und zwischen Sögestraße und Papenstraße, wodurch sie mit dem Unser Lieben Frauen Kirchhof und dem Hanseatenhof zwei zentrale Bremer Plätze miteinander verbindet.
Namensgebend für die Lloyd-Passage ist der Schiffahrt-Konzern der Norddeutschen Lloyd, der mit dem Lloydgebäude seinen Hauptsitz auf einem an die Lloyd-Passage angrenzenden Grundstück hatte, auf dem der Warenhauskonzern Horten um 1970 ein Kaufhaus errichtete, das später von der Warenhauskette Galeria Kaufhof übernommen wurde.
Geschichte
Die Lloyd-Passage geht zurück auf eine Initiative im Jahr 1984, eine Überdachung für das damalige Kaufhaus Horten zu schaffen. Nachdem auch die Geschäftsführung des zwischen Obernstraße und Große Hundestraße liegenden Kaufhauses Karstadt Interesse an der Idee bekundete, begannen die Planungen für eine Einkaufspassage, die die gesamte Straße sowie die Kreyenstraße mit einbezog. Ziel war es, die Bremer Innenstadt als Oberzentrum und Einkaufsstadt aufzuwerten.[3]
Baubeginn der Passage war am 18. Dezember 1987. Knapp zwei Jahre später, am 20. November 1989, wurde Richtfest gefeiert. Die Eröffnung der Passage folgte am 30. April 1990.[4] Die Passage wurde komplett aus privaten Mitteln finanziert. Die Baukosten beliefen sich auf ca. 11,5 Mio. DM (zirka 5,88 Mio. Euro).[2]
Im Jahr 2000 wurden über dem Glasdach der Lloyd-Passage Heliostaten installiert und so Tageslicht in die Passage gelenkt.[4][5]
Mall of Fame
2003 wurde die „Mall of Fame“ in der Lloyd-Passage eröffnet, in der Handabdrücke Prominenter, die einen Bezug zu Bremen haben,[6] in einer Bronzeplatte in den Boden der Passage eingelassen sind.
Literatur
- Lloyd-Passage. Große Hundestraße zu Bremen: Von der Handwerkerstraße zur Einkaufs- u. Flanierstraße. Döll-Verlag, Bremen 1990, ISBN 3-88808-073-8.