Loitering Weapon

Lenkwaffen, die zunächst längere Zeit über dem Zielgebiet kreisen, bevor sie ein Ziel angreifen From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Loitering Weapon oder Loitering Ammunition (englisch für „lungernde Waffe“ oder „lungernde Munition“) werden Lenkwaffen bezeichnet, die zunächst ohne bestimmtes Ziel gestartet werden und anschließend längere Zeit über dem Zielgebiet kreisen. Drohnenpiloten am Boden können der Lenkwaffe per Datenlink ein Ziel zuweisen und die Lenkwaffe greift dieses an. Lenkwaffen können je nach Ausführung auftauchende Ziele auch mittels eigener Sensorik entdecken, bewerten und den Angriff selbstständig ausführen.[1][2][3]

Erste Entwicklungen in den 1980er Jahren: Drohne-Anti-Radar der Bundeswehr
Loitering Weapon HERO (UVision Air Ltd, Israel), DSEI 2019, London

Begriff

Dorniers Loiteringkonzept mit Drohne-Anti-Radar (1985)

Umgangssprachlich werden diese Waffen oft Kamikaze-Drohnen genannt.[4] Der Begriff Kamikaze trifft auf jede Drohne mit Sprengkopf zu, die beim Aufschlag auf ein Ziel zerstört wird.

Einsatz

Laut einem im März 2021 veröffentlichten Bericht des Expertengremiums des UN-Sicherheitsrats für Libyen machte eine türkische Kargu-2-Drohne am 7. März 2021 autonom Jagd auf ein menschliches Ziel in Libyen und griff es an. Vielleicht war dies das erste Mal, dass ein autonomer Roboter mit tödlichen Waffen bewaffnet wurde und damit einen Menschen angriff.[5]

Aserbaidschan setzte im Krieg um Bergkarabach 2020 erstmals zahlreiche Kamikazedrohnen ein und zerstörte damit mindestens 74 Bodenziele.[6]

Beim russischen Überfall auf die Ukraine setzen beide Kriegsparteien viele Drohnen (auch Kamikazedrohnen) ein. Russland verwendet Lauerdrohnen vom Typ ZALA Lancet. Die von der Ukraine eingesetzten amerikanischen Switchblade und Phoenix Ghost können zur Vermeidung von unerwünschten Schäden sogar zurückgerufen und später erneut gestartet werden.[7]

Beispiele

Taiwanische NCSIST Chien Hsiang

Einzelnachweise

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